Beim Spatenstich in Kallo (v.l.n.r.): Borealis Vorstand Martijn Van Koten, CFO Mark Tonkens, Repräsentantin Annick De Ridder (mittig), Borealis CEO Alfred Stern, Vorstand Philippe Roodhooft und Botschafterin Elisabeth Kornfeind (rechts). (Bildquelle: Borealis)

Beim Spatenstich in Kallo (v.l.n.r.): Borealis Vorstand Martijn Van Koten, CFO Mark Tonkens, Repräsentantin Annick De Ridder (mittig), Borealis CEO Alfred Stern, Vorstand Philippe Roodhooft und Botschafterin Elisabeth Kornfeind (rechts). (Bildquelle: Borealis)

PDH ist ein essenzieller Prozessschritt bei der Produktion von Propylen aus Propan. Propylen, einer der wichtigsten Bausteine der gesamten chemischen Industrie, wird für das Herstellen von Polypropylen (PP) genutzt, das wiederum eine der am weitesten verbreiteten Kunststoffarten darstellt. Die europäische Propylennachfrage wächst. Im Moment ist das Angebot jedoch aufgrund des Zusammenwirkens globaler Marktentwicklungen rückläufig. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage in Kallo plant Borealis für Mitte 2022. Sie wird sicherstellen, dass sich Verarbeiter in Europa in Zukunft auf eine sichere Versorgung mit preisgünstigem Propylen und dessen Derivaten verlassen können.
Borealis’ Entscheidung, in den Standort Kallo zu investieren, wurde von einer Reihe von Faktoren beeinflusst. Zum einen sind die Größenvorteile, die der Antwerpener Hafen durch seine gut etablierte Transport- und Logistikinfrastruktur in Flandern bietet, von wesentlicher Bedeutung. Aufgrund der Nähe zu einer bestehenden Borealis-Produktionsanlage am Standort wird das Unternehmen auch in der Lage sein, zusätzliche Synergieeffekte zu nutzen. Darüber hinaus wird sich die neue PDH-Anlage der Oleflex-Technologie von Honeywell bedienen – eine weit verbreitete, zuverlässige und nachhaltige Wahl für die zweckorientierte Propylenproduktion.
Neben der Steigerung der Produktionskapazität trägt die neue Anlage zu einer Weiterentwicklung von Effizienz und Nachhaltigkeit des Betriebs bei. Die Nutzung der Oleflex-Technologie ermöglicht einen geringeren Energieverbrauch in der Produktion, wobei zugleich größere Mengen bei gleicher Qualität erzeugt werden. Der Propanbedarf ist geringer, während mehr Wasserstoff produziert wird. Damit kann Borealis nicht nur seinen internen Bedarf, sondern auch jenen externer Nutzer decken. Zudem wird das integrierte Hybrid-Blockheizkraftwerk einen Großteil des für den Betrieb benötigten Dampfs und Stroms selbst erzeugen.

Baubezogene technische Fakten

  • mehr als 450 Anlageninstallationen, davon einige im Weltmaßstab
  • C3 Propylen-Splitter-Turm mit einer Höhe von über 100 m, einer Breite von 10 m und einem Gewicht von über 1.200 t; wird in einem Stück nach Kallo geliefert
  • größter Elektromotor weist eine Leistung von +/- 50 Megawatt (MW) auf
  • über 5.000 neue Pfähle mit einer durchschnittlichen Länge von 15 m
  • über 50.000 m³ Beton
  • Verlegung von mehr als 70 km Rohrleitungen, mit einem Durchmesser von bis zu 2 m
  • Der Katalysator-Regenerationsturm ist mit einer Höhe von über 80 m die höchste Stahlkonstruktion vor Ort; das größte der sieben für die Installation gelieferten Turmmodule wiegt 270 Tonnen.

„Borealis‘ Investition in die neue Kallo-Anlage ist nicht nur die größte, die wir je in Europa getätigt haben – sie ist auch die wichtigste Investition in Europa, die von einem Unternehmen der petrochemischen Industrie in den letzten 20 Jahren durchgeführt wurde“, erklärt Borealis‘ Vorstandsvorsitzender Alfred Stern. „Die Investitionen in unsere europäischen Anlagen sind ein klares Zeichen für unser Engagement zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit unseres Betriebs, aber auch zur Stärkung der Region als unverzichtbare Industriedrehscheibe.“ (sf)