In weiten Teilen der Welt ist das Sammeln und Wiederverwerten von Kunststoffabfällen noch wenig verbreitet. (Bildquelle: Fraunhofer IVV)

In weiten Teilen der Welt ist das Sammeln und Wiederverwerten von Kunststoffabfällen noch wenig verbreitet. (Bildquelle: Fraunhofer IVV)

Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelten VDI-Experten mit Vertretern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit  (BMU) bei einem Workshop im BMZ in Bonn Strategien, einen solchen Technologietransfer zu beschleunigen.

Technologietransfer zunächst nach Brasilien

In einem ersten Schritt empfehlen die Fachleute einen deutschen Technologietransfer zur Kunststoffabfallverwertung nach Brasilien. Unter den zehn Flüssen, über die der Haupteintrag von Kunststoffen in die Weltmeere erfolgt, rangiert der brasilianische Amazonas auf Platz sechs. Mit einem Marktaufkommen von circa 6,6 Mio. t Kunststoffen hat Brasilien darüber hinaus ein Volumen, das unbedingt einer kontrollierten Kunststoffabfallverwertung bedarf.

Ein Technologietransfer umfasst sowohl die Einführung logistischer Sammelsysteme für gebrauchte Kunststoffverpackungen und –produkte (wie hierzulande die gelbe Tonne) als auch den Aufbau von Sortier- und Recyclingkapazitäten in Brasilien. Dazu werden vom BMZ in den nächsten Monaten die politischen Rahmenbedingungen geprüft.

Neben der weltweit besorgniserregenden Umweltbelastung weist der VDI auch auf die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme von Rohstoffabfällen in der Umwelt hin: Millionen Tonnen wertvoller Sekundärrohstoffe werden der produzierenden Wirtschaft entzogen. Nur ein anderer Einsatz von Primär- und Sekundärrohstoffen in einer Kreislaufwirtschaft kann das stoppen. Dazu müssen dringend die technologischen Errungenschaften einer modernen Kunststoffabfall- und Kreislaufwirtschaft in andere Länder transferiert werden.