(v. l. n. r.) Peter von Hoffmann, General Manager Business Unit Engineering Plastics & Special Applications, Levin Batschauer, Sales Manager Special Applications, Markus Fiedler, Senior Process Engineer (alle Coperion) und David Romaric Tinkou von Asahel Benin vor der ZSK-Anlage im Technikum in Stuttgart. (Bildquelle: alle Coperion)

(v. l. n. r.) Peter von Hoffmann, General Manager Business Unit Engineering Plastics & Special Applications, Levin Batschauer, Sales Manager Special Applications, Markus Fiedler, Senior Process Engineer (alle Coperion) und David Romaric Tinkou von Asahel Benin vor der ZSK-Anlage im Technikum in Stuttgart. (Bildquelle: alle Coperion)

Seit Juli 2018 Jahr untersagt es das Plastikverbot in Benin, Plastiktüten und -verpackungen aus erdölbasierten Rohstoffen zu importieren, zu produzieren, zu verkaufen oder zu besitzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Asahel Benin für die Herstellung seiner Blasfolien, die vorrangig in Haushaltsprodukten und in Einkaufstüten für Supermärkte ihren Einsatz fanden, sowohl neuwertige PE-Granulate als auch Rezyklat verwendet.

Intensive Tests im Technikum Stuttgart

Durch die Einführung des Gesetzes musste der Blasfolienhersteller seine Produktion radikal umstellen und wandte sich an die Compoundierexperten von Coperion. Schnell entstanden aus diesem Erstkontakt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie in der Folge eine neue Unternehmensstrategie. Zunächst erwarb Asahel Benin eine Compoundieranlage im Labormaßstab, um eine biologisch abbaubare Compoundrezeptur auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln, die für die vorhandenen Blasfolienanlagen verwendet werden kann. Die Testanlage umfasst einen Doppelschneckenextruder ZSK 26 Mc18, vier hochgenau arbeitende Pulver-, Granulat- und Flüssigdosierer sowie ein Wasserbad, eine Strangabblasung und eine Stranggranulierung des Typs SP 50. Bevor die komplette Anlage nach Benin geliefert und in Betrieb genommen werden konnte, wurde sie bei Coperion am Standort Stuttgart im Technikum aufgebaut und intensiv getestet.

Vermittlung von verfahrenstechnischem Know-how

Asahel Benin konnte während des gesamten Projekts auf das umfangreiche verfahrenstechnische Know-how des deutschen Compoundierspezialisten zurückgreifen. Dies bezieht sich sowohl auf die Beherrschung der Komplexität der Gesamtanlage als auch auf das reibungslose Zusammenspiel der Aggregate sowie insbesondere auf die Konfiguration des Doppelschneckenextruders. So stellen beispielsweise Rezepturen mit Stärkeanteil für die Konfiguration der Doppelschnecken eine besondere Herausforderung dar, da der Aufschmelzbereich im Extrusionsprozess sowohl die Polymere aufschmelzen als auch die nicht schmelzbare Stärke unter Flüssigkeitszugabe plastifizieren muss. Im Rahmen des Testbetriebs erhielt David Romaric Tinkou, Entwicklungsleiter von Asahel Benin, darüber hinaus eine umfangreiche Schulung zum Betreiben der Compoundieranlage. Zudem wurde damit begonnen, eine Rezeptur für das Biopolymer zu entwickeln.

Flexibles Set-up

Komplettanlage für Asahel Benin, bestehend aus einem Doppelschneckenextruder, vier Dosierern sowie Wasserbad, Strangabblasung und Stranggranulierung.

Komplettanlage für Asahel Benin, bestehend aus einem Doppelschneckenextruder, vier Dosierern sowie Wasserbad, Strangabblasung und Stranggranulierung.

Die Experten von Coperion haben die Compoundieranlage für den westafrikanischen Blasfolienhersteller sehr flexibel ausgelegt, um maximale Freiheit bei der Entwicklung der geeigneten Rezeptur zu ermöglichen. So erlaubt die Anlage die Materialzuführung von vielen verschiedenen Komponenten und die intensive Entgasung der Schmelze. Das aus der Spritzkopfdüse austretende Material kommt in ein Wasserbad zur Strangkühlung. Es folgen die Prozessschritte Trocknung der Strangoberflächen (mithilfe einer Strangabblasung) und Stranggranulierung.

David Romaric Tinkou ist mit dem Verlauf des Projekts sehr zufrieden: „Es war schnell klar, dass wir eine neue Geschäftsstrategie benötigen, um unsere Blasfolienanlagen hier in Benin weiter betreiben zu können. Ich bin sehr froh, dass ich bei Coperion an erfahrene Experten im Bereich bioabbaubarer Compounds geraten bin.“

Peter von Hoffmann, General Manager Business Unit Engineering Plastics & Special Applications bei Coperion, erklärt: „Wir freuen uns, dass wir Asahel Benin dabei unterstützen konnten, die Fertigung umzustellen, um nachhaltiger zu produzieren. Bioabbaubare Compounds aus nachwachsenden Rohstoffen vereinen hohe produktionstechnische Anforderungen mit Umweltverträglichkeit. Sie stellen insbesondere für Hersteller von kurzlebigen Produkten für Haushalt, Industrie und Landwirtschaft eine langfristig nachhaltige Alternative zu erdölbasierten Rohstoffen wie zum Beispiel PE dar.“ Typische Anwendungsbereiche hierfür sind beispielsweise Einwegbestecke, Müllbeutel und -säcke, Lebensmittelverpackungen, Einkaufsbeutel, Trinkhalme und Landwirtschaftsfolien.

 

Coperion auf der K 2019:
Halle 14, Stand B19