BASF hatte im September 2017 eine Vereinbarung mit Solvay über den Erwerb des integrierten Polyamidgeschäfts von Solvay unterzeichnet. Im Januar 2019 genehmigte die EU-Kommission diese Übernahme unter bestimmten Auflagen, darunter die Veräußerung der Polyamid 6.6-Produktionsanlagen von Solvay in Europa. BASF, Solvay und Domo Chemicals haben sich darauf geeinigt, dass Domo das europäische PA6.6-Geschäft von Solvay erwerben wird. BASF erwirbt das globale Polyamidgeschäft außerhalb von Europa; dazu gehört entsprechend der im September 2017 unterzeichneten Vereinbarung der 50-prozentige Anteil an der Adipodinitril-(ADN)-Produktion von Butachimie, Chalampé, Frankreich.

Die Transaktion zwischen BASF und Solvay soll ebenfalls bis Ende 2019 abgeschlossen werden, vorausgesetzt die zuständigen Wettbewerbsbehörden stimmen der Transaktion zwischen Domo und Solvay zu und erteilen abschließende Genehmigung.

Joint-Venture in Frankreich geplant

Die beabsichtigte Akquisition durch das Ludwigshafener Unternehmen umfasst insgesamt acht Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, China, Indien, Südkorea, Brasilien und Mexiko. In Frankreich werden BASF und Domo zudem ein Joint Venture zur Produktion von Adipinsäure gründen. Darüber hinaus sollen drei Forschungs- und Entwicklungszentren in Südkorea, China und Brasilien sowie sechs technische Beratungszentren in Asien sowie Nord- und Südamerika von Solvay an BASF übergehen.
Der durch BASF zu zahlende Kaufpreis ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Fremdkapital würde 1,3 Mrd. EUR betragen. Der Umsatz der durch BASF zu erwerbenden Geschäfte von Solvay lag im Jahr 2018 bei 1 Mrd. EUR. Bei Abschluss der Transaktion werden etwa 700 Mitarbeiter von Solvay übernommen. Rund 650 Mitarbeiter wird das beabsichtigte Joint Venture in Frankreich beschäftigen. Der Konzern plant, die Geschäfte in ihre Unternehmensbereiche Monomers und Performance Materials zu integrieren. (sf)