Erster Studiengang für additive Fertigungsverfahren

Additiv gefertigte Schachfiguren. (Bildquelle: Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl Fertigungstechnik)

Die in die Richtlinienreihe aufgenommenen Erweiterungen geben Gestaltungsrichtlinien für die Materialextrusion und die Filamentcharakterisierung. Die VDI 3405 Blatt 3.4 „Additive Fertigungsverfahren; Gestaltungsempfehlungen für die Bauteilfertigung mit Materialextrusionsverfahren“ zeigt Konstrukteuren und Fertigungsplanern, wie additive Fertigungsverfahren, die auf Materialextrusion basieren, angewendet werden. Die Richtlinie empfiehlt, die Potenziale der hohen Gestaltungsfreiheit der additiven Fertigungsverfahren auszuschöpfen. Durch das Gegenüberstellen von geeigneten und ungeeigneten Konstruktionen für die Materialextrusion werden die für die Bauteilgestaltung relevanten spezifischen Eigenschaften schnell kennengelernt. Damit können fertigungsgerechte Konstruktionen realisiert werden.

Filamentcharakterisierung aufgenommen

VDI 3405 Blatt 4.1 „Additive Fertigungsverfahren; Ergänzungen zu ISO/ASTM DIS 52903-1: Materialextrusion von Kunststoffbauteilen; Charakterisierung des Filaments“ legt bereitzustellende Kennwerte mit entsprechenden Prüfverfahren für die Materialqualifizierung und -überwachung von Filamenten für die Materialextrusion fest. Die Richtlinie geht auf das Verpacken und Lagern von Filamenten, die Angaben des Werkszeugnisses sowie die Materialeinflussparameter ein. Die in dieser Richtlinie empfohlenen Prüfverfahren und Materialangaben richten sich an Materialhersteller für die Anwendung in Werkzeugnissen sowie an die Verarbeiter im Rahmen der Wareneingang- und Prozesskontrolle.

Da immer mehr additive Fertigungsverfahren ein industrierelevantes Qualitätsniveau erreichen, wird eine verfahrensübergreifende Vergleichbarkeit der Qualitätsmerkmale zunehmend bedeutender. Mit dem Entwurf von VDI 3405 Blatt 3.2 „Additive Fertigungsverfahren; Gestaltungsempfehlungen; Prüfkörper und Prüfmerkmale für limitierende Geometrieelemente“ steht eine weitere Richtlinie zur Verfügung, mit der unterschiedliche Verfahren und verschiedene AM-Maschinen hinsichtlich kritischer Geometrien miteinander verglichen werden können. Herausgeber der Richtlinien ist die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL), Düsseldorf.

Mitgestaltung noch möglich

Die Richtlinien sind im Juli 2019 als Entwürfe erschienen und können zum Preis von 65,20 EUR (VDI 3405 Blatt 3.4), 55,90 EUR (VDI 3405 Blatt 4.1) und 74,00 EUR (VDI 3405 Blatt 3.2) beim Beuth Verlag bestellt werden. VDI-Mitglieder erhalten zehn Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Die Richtlinien können durch Stellungnahmen mitgestaltet werden. Hierfür kann das elektronische Einspruchsportals oder eine schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft (gpl@vdi.de) genutzt werden. Die Einspruchsfrist endet am 30.09.2019 beziehungsweise 31.12.2019. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.