Prof. Drechsler (Mitte, rote Krawatte) unterzeichnete mit weiteren Unternehmensvertretern das UAM-Manifesto of Intent im Historischen Sitzungssaal in Ingolstadt. (Bildquelle: Stadt Ingolstadt/Rössle)

Prof. Klaus Drechsler (Mitte, rote Krawatte) unterzeichnete mit weiteren Unternehmensvertretern das UAM-Manifesto of Intent im Historischen Sitzungssaal in Ingolstadt. (Bildquelle: Stadt Ingolstadt/Rössle)

Der UAM gehören nun 64 Unternehmen, Hochschulen und Verbände aus dem gesamten Bundesgebiet an, darunter neben den Leichtbau-Experten von MAI Carbon auch globale Schwergewichte wie Airbus, Audi oder Deutsche Bahn. Die Mitglieder der Ingolstädter Initiative wollen den Einsatz von Fluggeräten für die urbane Mobilität in praktischen Studien erforschen. Gefördert unter anderem von der Europäischen Kommission soll in Modellversuchen untersucht werden, welche Einsatzgebiete sinnvoll sind und wie Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen.

MAI Carbon bringt Leichtbau-Expertise ein

Luftfahrt ist ein Bereich, in dem die Materialvorteile carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK) ideal genutzt werden können. Das betont auch Prof. Drechsler: „Insbesondere für Luftfahrzeuge ist der Werkstoff aufgrund seiner Eigenschaften unerlässlich.“ Deshalb fährt der Vorstandsvorsitzende von MAI Carbon fort, „unterstützen wir gerne die Initiative aus Ingolstadt, um den bayerischen Luftfahrtstandort langfristig zu stärken“. Drechsler weiß, von was er spricht, er ist Inhaber des Lehrstuhls Carbon Composites (LCC) an der Technischen Universität, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung IGCV und Vorstandsvorsitzender des Spitzenclusters MAI Carbon des Carbon Composites e.V. (Augsburg). Bereits seit dem Jahr 2012 treibt MAI Carbon die Industrialisierung von CFK voran und verbindet dabei zahlreiche Unternehmen und Forschungsinstitute. Sowohl Produktionskosten als auch Produktionszeiten konnten im Rahmen der erfolgreichen Netzwerk-Arbeit bereits erheblich gesenkt werden. „Damit ist MAI Carbon“, so Drechsler, „weltweiter Innovationstreiber im Bereich der Carbon Composites“ und ein potenter Partner im UAM-Netzwerk.

Kooperation als Schlüssel-Kompetenz

Gerade erst setzte die Bayerische Staatsregierung mit einem 20-Millionen-Euro-Paket für die Leichtbau-Industrie mit Schwerpunkt Luftfahrt ein Zeichen zur Förderung der Technologie-Region Augsburg. Für die landesweite Umsetzung dieses „BayLu“-Programms bietet sich MAI Carbon mit seinem einschlägigen Know-how und seinen guten Kontakten besonders an. Das national und international aktive Netzwerk gehört als eigenständige Abteilung zum Dachverband Carbon Composites e.V. (CCeV) mit Hauptsitz in Augsburg. Der kooperative Gedanke ist gewissermaßen bereits im Namen programmatisch festgeschrieben. Denn MAI stand ursprünglich für München – Augsburg – Ingolstadt. Seitdem sind Anspruch und Aktivitätenfelder freilich erheblich gewachsen. „Heute“, betont MAI Carbon-Geschäftsführer Tjark von Reden, „steht die Marke MAI Carbon für Material – Innovation – Anwendung“.