Eine Einstoffverpackung – Becher und Deckel sind aus PP und können gemeinsam werkstofflich rezykliert werden. (Bildquelle: Profol)

Eine Einstoffverpackung – Becher und Deckel sind aus PP und können gemeinsam werkstofflich rezykliert werden. (Bildquelle: Profol)

Platinen für Lebensmittelverpackungen wie Joghurt, Margarine, Feinkostsalate oder Aufstriche wurden bisher aus PET oder Aluminium gefertigt. Mit der CPPeel-Platine auf Polypropylen-Basis hat Profol, Halfing, eine Alternative entwickelt, die den Vorgaben des neuen Verpackungsgesetzes entspricht, da sie zu 100 Prozent recycelbar ist. Beim Herstellen der CPPeel-Platine wird weniger Energie benötigt als zum Herstellen einer Alu-Platine.

Den Anstoß eine Siegelplatine aus PP zu entwickeln, gab nach Aussage von Andreas Marten, Sales CPPeel & CPPouch bei Profol, ein Gespräch mit dem Einkäufer einer Molkerei. Die Entwicklungszeit der PP-Siegelplatine für den Lebensmittelbereich betrug bis zur Marktreife rund drei Jahren. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der sowohl vom Gesetzgeber als auch vom Verbraucher eingeforderten Nachhaltigkeit beim Verpackungsdesign. Die Joghurtverpackung, die aus einem PP-Becher und einem bedruckten CPPeel-Deckel besteht, genügt diesen Ansprüchen nun, denn sie ist aus einem Werkstoff hergestellt. Dass die CPPeel-Folie nicht mit Milchsäure reagiert und nicht korrodiert, macht es möglich selbst Produkte wie Paprika- oder Tomatenaufstrichen abzufüllen.

Hohe Festigkeit

Großen Wert legt der Handel auf eine hohe Durchstoß- und Weiterreißfestigkeit. Dies erfüllt die CPPeel-Platine im Gegensatz zur Alu-Platine. Beschädigte Verschlüsse und ausgelaufenes Füllgut gehören somit der Vergangenheit an. Sowohl Verarbeiter als auch Endverbraucher profitieren vom geringeren Ausschuss, der sicheren Handhabung und gehen schonend mit den Ressourcen um.

Das Thema Nachhaltigkeit steht bei Profol seit langer Zeit im Fokus: Auf der Fachpack 2018 in Nürnberg konnte das Unternehmen den begehrten Deutschen Verpackungspreis in dieser Kategorie in Empfang nehmen. Prämiert wurde die Neuentwicklung CPPouch. Dabei handelt es sich um eine CPP-Folie, die eine recycelbare Alternative zum laminierten Pouch aus PET/PE darstellt. CPPouch wird unter anderem zu Standardbodenbeuteln weiterverarbeitet.

Durchbruch für CPP-Platine

Der Hersteller von Castfolien rechnet für 2019 mit dem Durchbruch für die CPP-Platine und der, für die Verarbeitung notwendigen, Siegeltechnik. Dazu trägt, laut Profol Geschäftsführer Dr. Philipp Schieferdecker das neue, am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz, das in erster Linie das Recycling stärken möchte, bei. Einstofflichkeit erleichtert dem Verbraucher das Wertstoffsammeln, wodurch die Kreislaufwirtschaft vorangetrieben und die Umwelt geschützt wird. Da im dritten Quartal 2019 mit den neuen Gebührensätzen für nicht recycelbare Verpackungen gerechnet wird, laufen derzeit in vielen Branchen Versuche, zukunftsfähige Lösungen zu finden. Der Folienhersteller arbeitet derzeit mit mehreren Herstellern von Abfüllanlagen und Platinen-Druckern zusammen, damit die CPPeel-Siegelplatinen in den Fertigungen der Verarbeiter eingesetzt werden können.

Welche weiteren Vorteile hat die neue Verschlussfolie für Endverbraucher? Die Becher besitzen ein gleichmäßiges Abziehverhalten des Deckels. Eine sichtbare Markierung auf dem Becherrand weißt den Verbraucher auf den dichten Verschluss der Verpackung hin. Auf die CPPeel-Platine muss weder zum Verarbeiten ein lösemittelhaltiger Heißsiegellack, noch eine nachträgliche Prägung zum reibungslosen Vereinzeln aufgebracht werden. Die verglichen mit Aluminium um bis zu 100 °C niedrigere Siegeltemperatur spart Energie. Zudem wirken Druckfarben auf der Platine durch deren weiße Einfärbung wesentlich kräftiger, was dem Produkt ein attraktiveres Äußeres.

Profol hat sich zudem intensiv mit der Verarbeitung der Platine beim Abfüllen beschäftigt und ein auf die Eigenschaften von Polypropylen abgestimmtes Siegelwerkzeug entwickelt. Ein austauschbarer Silikonring begünstigt durch seine geometrische Form ein zuverlässiges Siegelergebnis, auch bei durch das Füllgut verunreinigtem Becherrand. Unebenheiten entlang der Versiegelung, die sich zwangläufig aus den Fertigungstoleranzen beim Herstellen der Becher ergeben, werden durch den weichen Silikonring ausgeglichen. Dies führt zu einem einheitlichen Siegelergebnis und somit erheblich reduziertem Ausschuss durch undichte Gebinde. Das Umstellen auf die neue Versiegelungstechnik ist für potentielle Verarbeiter einfach und ohne großen Aufwand durchführbar.

Über den Autor

Andreas Marten

ist Sales CPPeel & CPPouch bei Profol in Halfing.