Dr. Alexander Knospe (vorne, Mitte), Leiter Innovationsmanagement bei Plasmatreat und Moplasdekon Verbundkoordinator, präsentiert zusammen mit seinen Plasmatreat-Kollegen Prof. Dr. Thomas Schmitt-John (li) und Sebastian Guist (re) den mobilen Plasma-Desinfektor. Im Hintergrund: Krankentransportwagen des BRK. (Bildquelle: Plasmatreat)

Dr. Alexander Knospe (vorne, Mitte), Leiter Innovationsmanagement bei Plasmatreat und Moplasdekon Verbundkoordinator, präsentiert zusammen mit seinen Plasmatreat-Kollegen Prof. Dr. Thomas Schmitt-John (li) und Sebastian Guist (re) den mobilen Plasma-Desinfektor. Im Hintergrund: Krankentransportwagen des BRK. (Bildquelle: Plasmatreat)

Fachberatende Unterstützung aus der Praxis hatten die Verbundpartner während der Projektzeit von den assoziierten Partnern Feuerwehr Essen (Analytische Task-Force), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), München, Robert Koch-Institut, Berlin sowie der Firma Inhag Zelte und Zubehör, Schlüchtern erhalten. Die Partner hatten sich im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ 2016 zu dem Forschungsprojekt Moplasdekon zusammengeschlossen mit dem Ziel, der herkömmlichen chemischen Dekontamination von verseuchten Oberflächen eine umweltfreundliche, leichter einsetzbare und schneller wirkende Entkeimungsmethode entgegenzusetzen.

Plasma ersetzt Chemie

Legen Rettungskräfte in Seuchengebieten ihre Schutzanzüge nach Einsatzende ab, sind sie durch Krankheitserreger, die an diesen Anzügen anhaften, in hohem Maße gefährdet. Auch die Innenräume verseuchter Krankentransportwagen müssen von Bakterien, Pilzen und Viren befreit werden. Die Dekontamination dieser Gegenstände erfolgt bis heute im Allgemeinen durch das Abspritzen oder Abreiben mit gesundheitsschädlichen und die Umwelt stark belastenden Chemikalien.

Zur umweltfreundlichen Abwehr biologischer Gefahren in Seuchengebieten entwickelten und testeten die Moplasdekon-Projektpartner ein auf der Erzeugung von DBD-Plasma (Dielectric Barrier Discharge) basierendes neuartiges Dekontaminationssystem. Das Gerät ist bei einem Gewicht von nur 25 kg mobil einsetzbar. Bei Stromausfall kann es mit einem eingebauten Lithium-Ionen-Akku betrieben werden. Mit der Anlage soll es zukünftig möglich werden, an jedem Ort der Welt verseuchte Gegenstände ohne den Einsatz aggressiver Chemikalien zu entkeimen.

Mobiles System

Mit der neuen Plasmatechnologie lassen sich im Katastrophenfall gefährliche Krankheitserreger trocken und in kürzester Zeit auf den Oberflächen von Materialien (wie zum Beispiel Kunststoffe, Metall oder Glas) ohne Gefahr für Umwelt und Gesundheit eliminieren. Das neue System benötigt nur elektrische Energie und Luft als Prozessgas. Die polymeren Schutzanzüge der Einsatzkräfte können ebenso effektiv desinfiziert werden, wie die Innenräume ganzer Krankentransportwagen. Neben der mobilen Plasmaeinheit wurde von m-u-t eine innovative Gassensorik entwickelt, mit der die Wirksamkeit der Plasmabehandlung gegenüber den pathogenen Erregern vor Ort überprüft werden kann.

Die Weiterentwicklung des Demonstrators zur Serienreife ist der nächste Schritt. Am industriellen Produkt interessierten Investoren stehen die Türen offen. Sie finden Vielversprechendes vor: Das erste mobile, per Gassensorik überwachte High-Tech-Plasmasystem, das in der Lage ist, netzstromunabhängig an jedem Katastrophenort der Welt gefährliche Krankheitserreger auf Gegenständen umweltfreundlich zu eliminieren – schnell, sicher und völlig chemiefrei.