Hitzestabilität in kundenspezifischen Kunststoffanwendungen im Technikum automatisiert testen. (Bildquelle: Lanxess)

Hitzestabilität in kundenspezifischen Kunststoffanwendungen im Technikum automatisiert testen. (Bildquelle: Lanxess)

Dort erfolgen jetzt automatisierte Messungen der Hitzestabilität in kundenspezifischen Kunststoffanwendungen. „Von der Probenbeschickung bis zur farbmetrischen Auswertung können alle erforderlichen Module über automatisierte Prozessschritte angesteuert werden. Damit sind wir in der Lage, spezifizierte Prüfungen mit höchster Genauigkeit durchzuführen“, sagt Stefano Bartolucci, Global Market Segment Manager Plastics bei IPG.

Pigmente für Masterbatch-Einfärbung im Technikum testen

Eine umfangreiche Pigment-Expertise bietet das Unternehmen zudem bei der Einfärbung von Filamenten für den 3D-Druck. Diese digitale Zukunftstechnologie hat ein immenses Potenzial für die Kunststoffindustrie. Pigmente rücken bei der Produktion von Filamenten zunehmend in den Fokus von Masterbatch-Herstellern.

Im hauseigenen Labor in Krefeld-Uerdingen verfügt Lanxess über das Equipment, um den Einfluss von Pigmenten umfangreich zu testen und seine Kunden hinsichtlich einer Kolorierung mit Eisenoxidpigmenten zu beraten. „Bei kurzen Verweilzeiten und relativ geringen Scherkräften in den Verarbeitungsmaschinen muss beispielsweise eine gute Dispergierbarkeit gewährleistet sein. Die Pigmente müssen leicht verteilbar sein und schnell die Endfarbstärke erreichen“, erklärt Bartolucci. „Gleichzeitig können wir Wege aufzeigen, wie der Anteil organischer Pigmente in einer Filamentrezeptur partiell durch Eisenoxide reduziert werden kann, wenn eine höhere Wetterstabilität gefordert ist“, ergänzt Bartolucci. Im Gegensatz zu organischen Farbmitteln bieten anorganische Pigmente bei niedrigeren Kosten eine hohe Temperatur- und Witterungsstabilität sowie eine exzellente Migrationsbeständigkeit.

Hitzestabile Laux-Pigmente

Eisenoxidpigmente werden seit Jahrzehnten erfolgreich zur Einfärbung von Kunststoffen eingesetzt. Insbesondere Eisenoxid-Rotpigmente werden häufig verwendet, da diese eine kostengünstigere Alternative zu anderen Lösungen wie z. B. organischen Pigmenten darstellen. Mit dem zunehmenden Einsatz technischer Kunststoffe wie Polyamid, die bei Temperaturen von mehr als 260 °C verarbeitet werden, steigt jedoch auch das Anforderungsprofil an die eingesetzten Pigmente. Insbesondere deren Hitzestabilität wird zum entscheidenden Qualitätsfaktor.

Unter der Marke Colortherm sind synthetische Eisenoxid-Rotpigmente, die aufgrund ihres einzigartigen Produktionsprozesses über eine deutlich höhere Hitzestabilität als vergleichbare Pigmente verfügen, erhältlich. Zur Herstellung dieser Rot-Typen verwendet der Hersteller das eigenentwickelte Laux-Verfahren, bei dem die Pigmente auf bis zu 800 °C erhitzt werden. Dabei werden sämtliche Wassereinlagerungen, die eine Farbverschiebung begünstigen würden, aus dem Oxidkristallgitter verdrängt. Die mikronisierten Pigmente zeigen in der Folge auch bei extrem hohen Applikationstemperaturen keine sichtbare Farbverschiebung. Sie können problemlos bei hohen Temperaturen von weit über 300 °C verarbeitet werden.