Lukas Hoffmann, Auszubildener im dritten Jahr bei B. Braun, Radeberg, während der praktischen Ausbildung im Polysax-Technikum in Bautzen. (Bildquelle: Polysax)

Lukas Hoffmann, Auszubildener im dritten Jahr bei B. Braun, Radeberg, während der praktischen Ausbildung im Polysax-Technikum in Bautzen. (Bildquelle: Polysax)

„Im Kunststoff stecken heute viele Innovationen. Um sie in Projektideen zu verwandeln, brauchen wir motivierte und gut ausgebildete Leute vom Facharbeiter bis zum Ingenieur“, sagt Polysax-Vorstandsvorsitzender Ralf Liebscher. Die Ausbildung absolvieren die künftigen Maschinen- und Anlagenführer Kunststofftechnik und die Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik im Bautzener Technikum der 2006 gegründeten Polysax-Wirtschaftsinitiative. „Die Kunststoffindustrie hat schon Mitte der 2000er Jahre erkannt, dass Fachkräfte rar werden. Aus dieser Situation heraus entstand die Idee eigene Ausbildungsressourcen zu schaffen – branchenweit und über die Wettbewerbssituation hinaus“, sagt Ralf Liebscher, Geschäftsführer der Lakowa, Wilthen. Pioniere der ersten Stunde waren die Unternehmen Gerodur MPM Kunststoffverarbeitung und die Jokey Plastik Sohland.

Darüber hinaus plant die Wirtschaftsinitiative mit der Berufsakademie Bautzen und dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen an der Hochschule Görlitz/Zittau eine Bildungsplattform „Kunststofftechnik Oberlausitz“ zu etablieren. „Ziel dieser Kooperation ist es zu zeigen, was die Kunststoffindustrie braucht, um Aus- und Weiterbildung noch besser zu verzahnen und unsere Ausbildung auch zu vermarkten“, sagt Ralf Liebscher. Dem Polysax-Verein gehören heute 56 Mitglieder und Mitgliedsunternehmen an.

Fundierte praktische Ausbildung

Im Bautzener Technikum absolvieren im aktuellen Lehrjahr 90 Auszubildende den Praxisteil und werden im Spritzgießen, Tiefziehen, Extrusionsverfahren, Thermoformblasen und -pressen ausgebildet. Die erforderlichen Maschinen und Anlagen für die Ausbildung stellt zu großen Anteilen die Kunststoffindustrie zur Verfügung. Die Schüler kommen aus Mittel- und Ostsachsen.

Wer sich für einen Beruf in der Kunststoffindustrie entscheidet, wählt eine Branche mit Zukunft. „Unsere mittelständischen Unternehmen der Region haben alle eine solide wirtschaftliche Basis. Für die weitere positive Entwicklung brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die künftigen Anforderungen gerecht werden“, sagt der Polysax-Vorstandsvorsitzende. Längst stellen die Unternehmen nicht mehr ausschließlich Kunststoffteile, sondern Systeme her. Dabei wird Kunststoff zum Beispiel mit Metall und/oder Elektronik verbunden. Die Elektrotechnik spielt eine immer größere Rolle. Aus diesem Grund arbeitet Polysax derzeit daran, ein neues Berufsbild auf den Weg zu bringen. Künftig soll das Ausbildungsportfolio der Kunststoff-Mechatroniker vervollständigen. Die Abstimmungen mit IHK und anderen Verantwortlichen laufen dazu deutschlandweit.

Polysax veranstaltet am 15. Juni 2019 einen Tag der offenen Tür, an dem interessierte Schüler wie auch Quereinsteiger von 9 bis 13 Uhr in der Edisonstraße 4 die Welt der Kunststofftechnik kennenlernen können. (sf)