WPC-Profil aus 70 Prozent Holz und 30 Prozent Polyethylen. (Bildquelle: Naftex)

WPC-Profil aus 70 Prozent Holz und 30 Prozent Polyethylen. (Bildquelle: Naftex)

Biofibre mit Sitz in Altdorf bei Landshut entwickelt, produziert und vertreibt naturfaserverstärkte Biowerkstoffe. Diese könen mit Standardverfahren, wie Spritzgießen und Extrudieren zu Endprodukten weiterverarbeitet werden. Zum Herstellen der Biofibre-Materialien werden primär nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, die nicht im Wettbewerb zur Lebensmittelproduktion stehen.

Die niedersächsische Naftex ist ein Familienunternehmen, das auf das Herstellen von hochwertigen Naturfaser/Kunststoff-Granulaten und die Extrusion von WPC-Profilen mit Querschnittmaßen von bis zu 250 x 250 mm spezialisiert ist.

Ausgezeichnetes Produkt

Für beide Unternehmen ist die nun beschlossene Allianz der nächste logische Schritt in einer bereits seit längerem bestehenden Zusammenarbeit, die von Biofibre zum Ausbau der eigenen Produktionskapazitätgesucht wurde. Der Antrieb dafür war die rasch wachsende Nachfrage nach dem preisgekrönten Produkt Biofibre Eco Spacer. Dabei handelt es sich um ein Biomaterialgranulat, das aufgrund seiner hohen Druckfestigkeit als Puffermaterial zwischen gestapelten Lagen von Betonelementen oder Fliesenplatten beim Palettentransport eingesetzt wird. Dadurch wird das Zerkratzen der Plattenoberflächen verhindert. Es ist die Alternative zum früher eingesetzten Polyethylengranulat, das bei nicht fachgerechtem Entsorgen zur Umweltbelastung (Mikroplastik) wird. Mit dem Ersatz der Jahresverbrauchsmenge von mehr als 500 Tonnen durch die biokompatible Alternative leistet die deutsche Betonindustrie einen wertvollen Beitrag, um die Umweltbelastung durch Kunststoffabfälle und deren Zerfallsprodukte zu reduzieren.

Allianz mit Naftex als Wachstumsmotor

Führungsteam von Biofibre und Naftex. (Bildquelle: LBW-Steinl)

Führungsteam von Biofibre und Naftex. (Bildquelle: LBW-Steinl)

Beide Unternehmen werden auf dem Markt weiter mit ihren bestehenden Markennamen auftreten. Dazu Biofibre-CEO Christoph Glammert: „Die Naftex-Gründerfamilie (Rainer, Daniel sowie Kristin Koopmann) bleibt weiterhin mit an Bord. Gemeinsam werden wir den Vertriebsbereich und die Produktentwicklung forcieren, sowie die Naftex-Produktionskapazitäten ausbauen. Durch die Allianz können beide Unternehmen ihre Stärken noch besser ausspielen. Biofibre bei Biokunststoff-Compounds und Naftex bei Naturfaser/Kunststoff-Compounds und den daraus gefertigten Extrusionsprodukten, beispielsweise Terrassenprofile, Uferbefestigungssysteme oder Leitplanken und Rohre.“

Die Steinl-Firmengruppe besteht aktuell aus acht Unternehmen, die in vier Sparten unterteilt sind. Die größte Sparte ist der Maschinenbau, bestehend aus dem LWB-Elastomer-Spritzgießmaschinenbau, dem Förderband-Vulkanisiermaschinen-Hersteller Vulctech, der LWB-Automation, dem Batch-off-Kühlanlagenhersteller Prodicon und dem Spritzgießmaschinenbau URP (United Rubber & Plastic Machinery in Langfang/China. In der Stanztechniksparte werden von STG-Carrier Metallgerüstbänder für Automobil-Dichtungsprofile hergestellt. Die dritte Sparte ist Dicht-und Klebetechnik mit der Dreibond, einem Hersteller von Klebstoffsystemen und der dafür notwendigen Applikationstechnik. Der vierte Bereich ist die Biomaterialerzeugung mit dem Unternehmen Biofibre, das nunmehr mit der Übernahme von Naftex seine Erzeugungskapazitäten deutlich ausbaut. (sf)