Optische Prüfung der Oberfläche einer Platte aus dem Markenkunststoff Polystone, hergestellt im Pressverfahren. (Bildquelle: Röchling)

Optische Prüfung der Oberfläche einer Platte aus dem Kunststoff Polystone, hergestellt im Pressverfahren. (Bildquelle: Röchling)

„Wir haben im vergangenen Jahr unseren Wachstumskurs in allen Bereichen fortgesetzt. All dies erreichen wir nur durch den exzellenten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die verlässliche Partner für unsere Kunden sind“, betont der Vorstandsvorsitzende der Röchling-Gruppe, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, bei der Vorstellung der Bilanz am Hauptsitz des Unternehmens in Mannheim. Der Name Röchling steht für Innovationen in der Kunststoffverarbeitung. „Um dies auch weiterhin auf einem hohen Niveau zu tun, haben wir im vergangenen Jahr den Posten des Chief Information and Digital Officers (CIDO) geschaffen und dafür mit Klaus-Peter Fett einen ausgewiesenen Experten von Google geholt“, sagt Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel.

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018 um 10,9 Prozent auf 10.929 (zum Stichtag 31. Dezember 2018), davon arbeiten 560 in Baden-Württemberg (2017: 274) und 1.199 in Rheinland-Pfalz (2017: 1.023). In Deutschland sind es insgesamt 4.589 Mitarbeiter, was einem Anteil von 42 Prozent entspricht. Den größten Zuwachs an Beschäftigten verzeichnete der Unternehmensbereich Automotive mit 635 Mitarbeitern, der Unternehmensbereich Industrial zählte zum Stichtag 176 mehr Mitarbeiter, der Unternehmensbereich Medical hatte ein Plus von 379 Mitarbeitern zu verzeichnen. Die Anzahl der Auszubildenden in der Röchling-Gruppe lag bei 291, ein Plus von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2018: 255). Das Spektrum reicht von kaufmännischen über technische Ausbildungsberufe bis hin zu unterschiedlichen dualen Hochschulstudiengängen.

Die Röchling-Gruppe ist weltweit inzwischen an 90 Standorten in 25 Ländern präsent, 56 davon liegen in Europa, 18 in Asien und 16 in Amerika. Im Geschäftsjahr 2018 kamen durch Akquisitionen drei Standorte hinzu: in Denver im US-Bundesstaat Pennsylvania sowie in Xanten und Waldachtal in Deutschland. Dazu investierte das Unternehmen in die bestehenden Standorte insgesamt 151,6 Mio. EUR.

38 Prozent des Gruppenumsatzes wurde in Deutschland erzielt, 34 Prozent im übrigen Europa. Für Amerika beziffert sich der Umsatzanteil auf 18 Prozent, für Asien auf 10 Prozent. Maßgeblich bemerkbar machten sich beim Umsatz auch im abgelaufenen Geschäftsjahr negative Auswirkungen von Währungskurseffekten, die sich auf insgesamt 23,6 Mio. EUR beziffern. Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) sank um 28,6 Mio. EUR auf 105,9 Mio. EUR. Dieser Rückgang ist hauptsächlich den Herausforderungen im Automotivebereich geschuldet. Damit verringerte sich die EBT-Marge von 7,3 Prozent im Vorjahr auf 4,9 Prozent. Das erste Quartal 2019 verlief trotz der konjunkturellen Talfahrt in der Eurozone für die Röchling-Gruppe im Hinblick auf die Umsatzentwicklung positiv. Alle drei Unternehmensbereiche erwirtschafteten von Januar bis März insgesamt 614,6 Mio. EUR, ein Plus von 137,1 Mio. EUR im Vergleich zu den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres. Dabei verzeichnete vor allem der Unternehmensbereich Automotive im Quartalsvergleich ein deutliches Wachstum um 93,3 Mio. EUR auf 348,9 Mio. EUR. Der Unternehmensbereich Industrial steigerte seinen Umsatz um 24,7 Mio. EUR auf 226 Mio. EUR, der Bereich Medical um 18,7 Mio. EUR auf 40,3 Mio. EUR. Trotz der guten Umsatzentwicklung sank auch im ersten Quartal 2019 das Ergebnis vor Steuern von 32 Mio. EUR auf 28,6 Mio. EUR. Lediglich der Unternehmensbereich Industrial konnte ein leichtes Plus von 0,7 Mio. EUR gegenüber 2018 verbuchen. Im ersten Quartal 2019 investierte die Röchling-Gruppe 23,2 Mio. EUR in Sachanlagen. Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich bis März auf 11.615.

Unternehmensbereich Industrial

Im Geschäftsjahr 2018 steigerte die Röchling-Gruppe den Umsatz im Unternehmensbereich Industrial um 7,1 Prozent auf 789,4 Mio. EUR. „Röchling Industrial hat in 2018 seine Erfolgsgeschichte weiter fortgesetzt. Der positive Umsatzverlauf ist maßgeblich auf unsere industrieorientierte Marketingstrategie zurückzuführen, durch die wir an den positiven Entwicklungen der für uns relevanten Industrien und Regionen partizipieren konnten“, betont Franz Lübbers, im Vorstand der Röchling-Gruppe zuständig für den Unternehmensbereich Industrial. Eine erfreuliche Entwicklung nahm dabei erneut der Umsatz insbesondere mit den Kunden aus dem allgemeinen Maschinenbau. „Wir haben aber auch von der nach wie vor guten Konjunktur in der globalen Chemieindustrie, der Elektroindustrie und im Bereich Verkehrstechnik profitieren können“, sagt Franz Lübbers.

Bei den Sachanlagen wurden im Jahr 2018 Investitionen in Höhe von 52,1 Mio. EUR getätigt. Damit verzeichnete der Unternehmensbereich um 11,4 Mio. EUR höhere Investitionsausgaben als noch im Vorjahr. Im Vordergrund standen erneut Kapazitätserweiterungen – ihr Anteil an den Investitionen lag bei 68,6 Prozent (Vorjahr: 64,4 Prozent). Dabei handelte es sich unter anderem um Produktionsanlagen für mehrere Standorte. Insbesondere wurde die Erweiterung der Kapazitäten an den Standorten Haren und Lahnstein vorangetrieben.

Im November übernahm Röchling zudem die Schwartz Technische Kunststoffe mit Sitz in Xanten, die inzwischen als Röchling Industrial Xanten firmiert. Damit setzt das Unternehmen seine Wachstumsstrategie fort und stärkt durch neue Technologien wie der Herstellung von großformatigen Formgussteilen aus Polyamidguss insbesondere die Kompetenz für die Industrien Förder- und Hebetechnik, Öl und Gas, Intralogistik sowie Aufzugsbau. Innerhalb des Unternehmensbereiches Industrial wird der Standort in Xanten künftig das Kompetenzzentrum für Formguss darstellen. Dafür wird Röchling in diesem Jahr einen größeren sechsstelligen Betrag in den modernen Maschinen- und Anlagenpark investieren.

Unternehmensbereich Automotive

Im Unternehmensbereich Automotive lagen die Umsatzerlöse zum Geschäftsjahresende 2018 bei 1.232,1 Mio. EUR. Die Steigerung in Höhe von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (991,5 Mio. EUR) lag erneut auf einem sehr hohen Niveau.

In Europa verlief die Umsatzentwicklung weiter deutlich positiv. Haupttreiber dieser Entwicklung war das starke Geschäft mit SCR-Tanks und den dazugehörigen Befüllsystemen. Dagegen führten Verzögerungen bei behördlichen Freigaben nach dem neuen Emissionstestverfahren (WLTP) zu Produktionsdrosselungen beim Kunden und somit zu Umsatzeinbußen. Entgegen der Eintrübung des chinesischen Automobilmarktes mit einem Absatzrückgang von 3,8 Prozent, verbuchte die Region Asien eine deutliche Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich.

„Der weltweite Automobilmarkt ist mit unterschiedlichen Aussichten je Kontinent geprägt. Während in China eine gewisse Sättigung auf hohem Niveau eingesetzt hat, wandelt sich der US-amerikanische Markt in einen mit vornehmlich SUV und Pick-up Trucks. In Europa ist die Volatilität am höchsten, da hier durch die öffentliche, teilweise rein emotional geführte und nicht auf Fakten basierte Diskussion die Vorausplanung bezüglich der Antriebsart schwer durchführbar ist“, betonte Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel.

Im Unternehmensbereich Automotive bezifferten sich die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2018 auf 76,3 Mio. EUR (Vorjahr: 105,3 Mio. EUR). Im Vordergrund der getätigten Investitionen standen erneut Kapazitätserweiterungen, unter anderem in Ostrava (Tschechien), Araia (Spanien), Pitesti (Rumänien) und Silao (Mexiko). Ebenso wurde der Aufbau neuer Werke vorangetrieben. Dabei handelte es sich vor allem um den Aufbau der Werke in Nové Mesto (Slowakei) und Chongqing (China).

Unternehmensbereich Medical

Der Unternehmensbereich Medical erzielte im Geschäftsjahr 2018 eine Umsatzsteigerung in Höhe von 6,8 Prozent auf 122,2 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse wurden durch die beiden Akquisitionen von Precision Medical Products (PMP) in Denver, USA, (inzwischen Röchling Medical Lancaster) sowie der Frank Plastic in Waldachtal positiv beeinflusst. Ihr Umsatzanteil belief sich auf 30,6 Mio. EUR.

Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz erwartungsgemäß im Vergleich zum Vorjahr (114,4 Mio. EUR) zurückgegangen. Dies ist im Wesentlichen auf die Entwicklung an den Standorten in Rochester, New York/USA und Brensbach zurückzuführen, die nach wie vor von Produktionsverlagerungen betroffen sind. Trotz erfolgreicher Projektakquise konnte der Umsatzverlust an dieser Stelle nicht vollständig kompensiert werden. Der Umsatz der europäischen Standorte sank zudem restrukturierungsbedingt im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Unternehmensbereich Medical im Geschäftsjahr 2018 auf insgesamt 22,9 Mio. EUR. Der wesentliche Anteil dieser Investitionen entfiel dabei auf die Erweiterung der Standorte in Neuhaus am Rennweg und Brensbach“, berichtete Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, der diesen Unternehmensbereich verantwortet.

Ausblick 2019

Die Röchling-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem soliden Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Insbesondere in der Entwicklung der Umsatzzahlen hat sich das Wachstum der Gruppe deutlich gezeigt. Für das Unternehmen sind neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, vor allem die Prognosen für die Kunststoff verarbeitende Industrie, die Automobilindustrie sowie die Medizintechnikbranche von Bedeutung. Trotz der zunehmend schlechter werdenden Prognosen der vergangenen Monate (Stichworte: Handelskonflikte und nach wie vor drohender ungeregelter Brexit) mit der daraus resultierenden Senkung der weltweiten Wachstumsprognose durch den IWF auf 3,3 Prozent, strebt die Röchling-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019 ein weiteres Umsatzwachstum in Höhe von deutlich mehr als zehn Prozent an, das durch alle operativen Unternehmensbereiche getragen wird.

„Die angestrebten Wachstumsraten sollen durch organisches Wachstum realisiert werden“, betont Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel. Insgesamt geht die Röchling-Gruppe von einer positiven Unternehmensentwicklung für das Jahr 2019 aus. Neben Investitionen in den Ausbau und die Stabilisierung der drei Unternehmensbereiche wird die Internationalisierung und digitale Transformation vorangetrieben, um den Kundennutzen weiter zu erhöhen.