Großer Konsens über den Leichtbau und seine Wichtigkeit für die Zukunft Deutschlands bestand zwischen Dr.-Ing Harald Cremer, dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, und Dr. Elmar Witten (v.l.n.r.). (Bildquelle: Carbon Composites)

Großer Konsens über den Leichtbau und seine Wichtigkeit für die Zukunft Deutschlands bestand zwischen Dr.-Ing Harald Cremer, dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, und Dr. Elmar Witten (v.l.n.r.). (Bildquelle: Carbon Composites)

Grund des Treffens war ein Positionspapier zum industriepolitischen Leichtbaudialog und dessen klarer Zielsetzung, Deutschland zum internationalen Leitanbieter für werkstoff- und branchenübergreifenden Leichtbau zu machen.

Ein entschlossener und konsequenter Ausbau der am Standort Deutschland vorhandenen Leichtbaukompetenzen sichert die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der klassischen Industriebranchen und sichert den Erhalt von hochwertigen Industriearbeitsplätzen. Zugleich leistet er wichtige Beiträge zur Ressourcen- und Energieeffizienz. Leichtbau steht damit nicht nur idealtypisch für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie, sondern zeichnet sich besonders unter Nachhaltigkeitsaspekten durch erhebliche Problemlösungskompetenzen aus.

Leichtbaudialog betrachtet komplette Prozesskette

Erst die ganzheitliche ökologische Betrachtung von der Materialherstellung bis zum Recycling zeigt, welche Materialien Klima und Umwelt wirklich nachhaltig entlasten. Diese Betrachtung ist bei zukünftigen Elektrofahrzeugen von noch größerer Bedeutung als bei Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb, da während des Betriebs direkt keine CO2-Emissionen auftreten. Diese werden vollständig in die Phasen Materialerzeugung, Bauteil- und Fahrzeugherstellung, Bereitstellen der Antriebsenergie sowie in das Recycling verlagert. Leichtbau bietet die Chance den Energieverbrauch, egal ob fossile Energieträger, Strom oder Wasserstoff, deutlich zu reduzieren. Das macht ihn, neben den alternativen Antrieben, zur zweiten wichtigen Säule einer ressourcen- und umweltschonenden Mobilität.

Leichtbautechnik wird sowohl bei Anwendungen in PKWs, Caravans als auch bei Nutzfahrzeugen, im Schiffbau und im Schienenverkehr sowie in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Weitere große Märkte sind der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik, die Freizeit- und Sportindustrie, die Umwelt- und Energietechnik sowie die Bauindustrie und die Bereiche Möbel- und Innenausbau. Im Baubereich können CO2-Reduktion und deutliche Ressourceneinsparungen durch schlankere, leichtere Konstruktion und längere Lebensdauer unter anderem in ökologischen und ökonomischen Varianten für den seriellen Wohnungsbau und in der Infrastruktur umgesetzt werden.

Klares Votum von Dr. Cremer, NMWP.NRW, und Dr. Witten, Composites Germany, war in dem Gespräch, dass ein kontinuierlicher Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik von existenzieller Bedeutung für ein zielgerichtetes Stärken der Position Deutschlands im Leichtbau ist. Diesen kontinuierlichen Dialog begrüßte auch der parlamentarische Staatssekretär Bilger und sicherte zu, zukünftig in engem Austausch zum Thema Leichtbau zu bleiben. (sf)