Dr. Michael Zobel, Vorsitzender Plastics Europe Deutschland, beim Wirtschaftspressegespräch 2019 in Wesseling. (Bildquelle: Plastics Europe)

Dr. Michael Zobel, Vorsitzender Plastics Europe Deutschland, erläutert die Situation der Kunststofferzeuger beim Wirtschaftspressegespräch 2019 in Wesseling. (Bildquelle: Plastics Europe)

Die Hauptabsatzmärkte (fünf europäische Länder) und -einsatzgebiete (Verpackung, Bau, Automobil) der Kunststofferzeuger in Deutschland seien dabei nahezu unverändert geblieben, wie Dr. Zobel ausführte. Umsatz und Beschäftigung nahmen in 2018 eine leicht positive Entwicklung. Allerdings sanken die Produktionszahlen nach einigen Jahren des Wachstums erstmals wieder, was insbesondere auf den Abschwung in der Weltwirtschaft, der nachlassenden Dynamik in Europa und bei einzelnen Kundenbranchen zurückzuführen sei. Beim Ausblick auf das laufende Jahr wies Dr. Zobel darauf hin, dass die deutsche Kunststoffbranche als stark exportorientierte Industrie von wirtschaftlichen und weltpolitischen Unsicherheiten besonders betroffen sei. Für die Kunststofferzeugung bleibe damit offen, ob mit einer Seitwärtsbewegung oder einem weiteren Rückgang der Produktion im laufenden Jahr gerechnet werden muss.

Kunststoff erfährt derzeit Gegenwind

Dr. Zobel ging auch auf den zunehmenden Gegenwind von Seiten der Politik und Zivilgesellschaft für Kunststoffe ein. Er nannte Meeresmüll und Umweltverschmutzung durch das Littering von Kunststoffverpackungen als drängende Probleme unserer Zeit. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass nachhaltige Lösungen für das fachgerechte Sammeln und Sortieren von Abfällen und weitere Investitionen in Recyclingtechnologien weltweit nötig seien, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Deutschland sei hier international ein Vorreiter. Wichtig sei zudem vor allem das Zusammenarbeiten über Wertschöpfungsketten hinaus. Zahlreiche Initiativen, an denen sich auch die Kunststoffbranche beteiligt, seien in diesem Sinne aktiv, brächten Wissen und Technologie in Schwellen- und Entwicklungsländer und stießen Aufklärungsmaßnahmen bei der Bevölkerung sowie Säuberungen von Gebieten, die bereits erheblich durch Kunststoffabfälle belastet seien, an.

Kreislaufwirtschaft Leitthema der K

Auf der Weltleitmesse für Kunststoff, der K 2019 in Düsseldorf im Oktober, zählt Kreislaufwirtschaft zu einem der Leitthemen. So wird die von der Messe Düsseldorf und Plastics Europe Deutschland federführend organisierte Sonderschau auf der K mit dem Titel „Plastics shape the future“ wieder eine Plattform für Industrie, Wissenschaft, Politik, aber auch Nichtregierungsorganisationen bieten. Dort können Kritik, Erfahrungen und Best Practices zum zirkulären Wirtschaften sowie innovative Lösungsansätze für mehr Nachhaltigkeit ausgetauscht werden. Zudem könnte das Messegeschäft traditionell für neue Wachstumsimpulse und positive Weichenstellungen für die Branche sorgen. (sf)