Jan Harms, Projektleitung Kunststofftechnik Nord, berichtet, dass 250 Aussteller für eine so junge Veranstaltung eine gute Bilanz sind. (Bildquelle: Carl Hanser Verlag)

Jan Harms, Projektleitung Kunststofftechnik Nord, berichtet, dass 250 Aussteller für eine so junge Veranstaltung eine gute Bilanz sind. (Bildquelle: Carl Hanser Verlag)

Wird im Internetzeitalter überhaupt noch eine Messe gebraucht? Wer die enorm dynamische Entwicklung der Kuteno Kunststofftechnik Nord betrachtet, kann diese Frage leicht mit Ja beantworten. 2018 startete die Messe mit 150 Ausstellern und einschlägigen Kooperationspartnern, darunter VDWF und GKV/Tecpart sowie den wichtigen Regionalcluster Kunststoffe in OWL, WIP Kunststoffe, Kunststoff Initiative Oberberg, Kunststoff-Netzwerk Ems-Achse und andere. Ziel war es, den Fachbesuchern branchenübergreifend und kompakt einen Überblick über die gesamte Prozesskette der Kunststoff verarbeitenden Industrie zu geben und ihnen den direkten Gesprächskontakt mit den richtigen Ansprechpartnern zu vermitteln. Bereits jetzt, im zweiten Jahr der Fach- und Arbeitsmesse, sind vier Messehallen mit über 60.000 Quadratmetern Fläche von 254 Ausstellern aus 11 Nationen belegt.

„Die Nachfrage nach Ausstellungsflächen auf der Kuteno ist im zweiten Jahr so hoch, dass wir alle Möglichkeiten der Erweiterung des Ausstellungsgeländes A2 Forum nutzen“, erklärt Jan Harms, Projektleiter der Kuteno. Harms versichert jedoch auch, dass für die nachfolgende Messe (12. bis 14. Mai 2020) ausreichend Erweiterungsflächen verfügbar sind.

Kuteno Vortragsprogramm

Die Kunststofftechnik Nord gliedert sich in drei wesentliche Bereiche. Neben der Ausstellerpräsentation und den Network-Areas, kommt dem Rahmenprogramm eine große Bedeutung zu. Hierfür wurden die Vorträge auf die Informationsbedürfnisse der Fachbesucher abgestimmt. Am 1. Thementag, dem 7. Mai 2019 gibt Marius Fedler vom Netzwerkpartner Kunststoff-Institut Lüdenscheid einen Technologiescout-Bericht. Vor dem Hintergrund, dass auf den Verarbeiter und Formenbauer mit der steigender Varianz bei geringen Stückzahlen sowie der durchdringenden Digitalisierung neue Anforderungen erwachsen, hat Marius Fedler unter anderem erforscht, welche neuen nachhaltigen Werkstoffe und Recyclingstrategien eingesetzt werden können und wie sich diese auf die Verarbeitung auswirken. Auch die Themen Printed Electronics, Prototyping sowie Lackieren im Werkzeug, Chrom-VI-freie Galvanik, Digitaldruck und das Umspritzen von Elektroniken präsentiert Fedler im Rahmen des Thementags.

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen

Gerade in der heutigen Zeit ist die Nachhaltigkeit gewissermaßen der Schlüssel zu einem verantwortungsvollen Umgang von der Produktidee bis in die Produktion. Ressourcen können, wenn sie nachhaltig ausgerichtet sind, effizienter genutzt, Risiken reduziert und Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zukunftsfähig optimiert werden. Rudolf Hein, Konstruktionsbüro Hein, eröffnet mit diesem Thema die Vortragsreihe Nachhaltige Konzepte von der Produktentwicklung bis zur Serie am 2. Thementag. Da man den größten Einfluss auf ein Projekt zu Beginn der Produktentwicklung hat, setzt Rudolf Hein hier bereits mit der nachhaltigen Ausrichtung an. Die sich anschließenden Vorträge von Christoph Dörr, Trumpf Additive Manufacturing und Horst-Werner Bremmer, Günther Heisskanaltechnik, greifen die Thematik der Nachhaltigkeit ebenso auf und führen die Denkanstöße von Rudolf Hein fort.

Die Verbindung von Kunststoffen untereinander oder mit anderen Materialien ist ein Thema für sich und gestaltet sich oft komplex. Jedoch findet das Kunststoffschweißen in allen Bereichen seine Anwendung, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, der Haushaltsindustrie oder der Elektronik/Elektrotechnik. Auch die Medizin- und Pharmazietechnik und die Verpackungsindustrie kann darauf nicht verzichten. Im Consumerbereich sind die Sport- und Outdoor-Industrie, die Spielzeugindustrie und der Textilbereich mit diesem thermischen Fügeverfahren konfrontiert. Wertvolle Praxistipps zum Thema Kunststoffschweißen gibt es deshalb am 3. Thementag vom Netzwerkpartner Kunststoff-Zentrum Leipzig unter dem Titel Kunststoffschweißen – Möglichkeiten und Grenzen. Hier erfahren die Fachbesucher alles rund um die Themenfelder Ultraschweißen, Vibrationsschweißen, Laserschweißen und Heiß-Gas-Schweißen und erhalten Praxistipps sowie die einmalige Möglichkeit für ein Networking und fachlichen Austausch mit den Referenten und anderen Experten der Kunststoff verarbeitenden Industrie. (sf)