Beton, Treibstoff oder Chemikalien aus CO2 – für diese Ideen gibt es einen neuen Innovationspreis, gestiftet vom renommierten nova-Forschungsinstitut und gesponsort von Covestro. Auf Platz eins Andrew Schmidt von Carbicrete aus Kanada (Mitte), gefolgt von Gunnar Holen (Nordic Blue Crude, Norwegen, 2. von rechts) und Dr. Frank Kensy (b.fab, Dormund). Übergeben wurde die Auszeichnung von nova-Geschäftsführer Michael Carus (ganz links) und Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann (ganz rechts). (Bildquelle: Covestro)

Beton, Treibstoff oder Chemikalien aus CO2 – für diese Ideen gibt es einen neuen Innovationspreis, gestiftet vom renommierten nova-Forschungsinstitut und gesponsort von Covestro. Auf Platz eins Andrew Schmidt von Carbicrete aus Kanada (Mitte), gefolgt von Gunnar Holen (Nordic Blue Crude, Norwegen, 2. von rechts) und Dr. Frank Kensy (b.fab, Dormund). Übergeben wurde die Auszeichnung von nova-Geschäftsführer Michael Carus (ganz links) und Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann (ganz rechts). (Bildquelle: Covestro)

Die Jury hatte aus 20 Kandidaten sechs Unternehmen nomminiert, die dem Auditorium der „7th Conference on Carbon Dioxide as Feedstock for Fuels, Chemistry and Polymers” (www.co2-chemistry.eu) in Köln ihre Projekte vorstellten. Die drei Preisträger wurden anschließend vom Fachpublikum gewählt. Die Konferenz konnte sich mit 200 Teilnehmern als einer der weltweit wichtigsten Treffpunkte der jungen Industrie der CO2-Nutzung weiter etablieren.

Bei dem Preis spielt das Recycling von Kohlendioxid eine zentrale Rolle. Jede Idee hat den Anspruch, langfristig industriell umgesetzt werden zu können. Dies zeige, welche Bedeutung das Thema inzwischen habe und wie aktiv zahlreiche Unternehmen auf diesem Gebiet bereits seien, so Michael Carus, Geschäftsführer des Nova-Instituts.

CO2 mit anderen Augen sehen

„CO2 wird zunehmend mit anderen Augen gesehen, nämlich als wertvoller Rohstoff“, betonte auch der Covestro Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann, der die drei Preisträger kürte. „Damit gelingt es der Chemieindustrie, ihre Produktion nachhaltiger zu machen, fossile Ressourcen wie Erdöl zu ersetzen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.“

Der erste Preis ging an das Unternehmen Carbicrete aus Kanada. Es hat ein Verfahren entwickelt, um Beton ohne Zement herzustellen. Dieser wird durch gemahlene Stahlschlacke ersetzt und die Mischung anschließend durch CO2 anstelle von Wärme und Dampf ausgehärtet. Das neue Produkt ist kostengünstiger, hochwertiger und nachhaltiger als Beton auf Zementbasis.

Auf den zweiten Platz kam die norwegische Firma Nordic Blue Crude, der es gelungen ist, aus CO2, Wasser und erneuerbarer Energie synthetisches Rohöl zu produzieren. Dieses kann als Diesel oder Kerosin verwendet und zu Benzin veredelt werden. Auf Rang drei folgte die Gesellschaft b.fab aus Dortmund – für ein Verfahren, um CO2, Wasser und erneuerbare Energie effizient in wertschöpfende Chemikalien wie Milchsäure umzuwandeln.

Covestro selbst hat mit wissenschaftlichen Partnern eine Technologie entwickelt, um CO2 in der Kunststoffproduktion zu nutzen. Das Unternehmen stellt damit bereits chemische Komponenten (Polyole) für Schaumstoff und für Bindemittel her, die in Matratzen und Sportböden Verwendung finden. Zahlreiche weitere Anwendungen sind in der Entwicklung. (sf)