Der Geschäftsbereich Wacker Silicones hat 2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. (Bildquelle: Wacker)

Der Geschäftsbereich Wacker Silicones hat 2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. (Bildquelle: Wacker)

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) summierte sich im Geschäftsjahr 2018 auf 930,0 Mio. EUR. Das sind 8 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 18,7 Prozent (2017: 20,6 Prozent). Als wesentlichen Grund für den Rückgang nennt Wacker die Kosten der Betriebsunterbrechung am US-Standort Charleston und die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung ebenfalls deutlich gebremst. Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr 2018 um 4 Prozent auf 260,1 Mio. Das Jahresergebnis des Konzerns beläuft sich ebenfalls auf 260,1 Mio. EUR. Das Jahresergebnis 2017 hatte 634,7 Mio. EUR aus dem Abgang von Siltronic als Segment des Wacker-Konzerns enthalten.

Geschäftsbereiche im Jahr 2018

  • Der Geschäftsbereich Silicones hat 2018 einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 2,50 Mrd. EUR. Dafür verantwortlich sind stark gestiegene Absatzmengen bei Spezialprodukten und damit verbunden ein besserer Produktmix sowie höhere Preise. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen als der Umsatz. Es wuchs um 39 Prozent auf 616,6 Mio. EUR. Dafür verantwortlich sind das starke Mengenwachstum, höhere Preise und die hohe Auslastung der Produktionsanlagen.
  • Der Umsatz von Wacker Polymers hat 2018 um 3 Prozent zugelegt. Er stieg auf 1,28 Mrd. EUR. Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen bei Dispersionen und Dispersionspulver. Das EBITDA lag mit 147,7 Mio. EUR um 28 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Hier haben sich die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise ausgewirkt.
  • Der Geschäftsbereich Biosolutions konnte 2018 seinen Umsatz um 10 Prozent auf 227,0 Mio. EUR steigern. Maßgeblich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen und bessere Preise für einige Produkte. Das EBITDA liegt mit 23,5 Mio. EUR um 37 Prozent unter Vorjahr. Zu den Ursachen dafür zählen höhere Rohstoffkosten sowie die Integrationskosten für die neuen Standorte León und Amsterdam.
  • Der Umsatz von Wacker Polysilicone hat sich im Geschäftsjahr 2018 um 27 Prozent verringert. Er belief sich auf 823,5 Mio. EUR. Die wesentlichen Gründe dafür sind deutlich niedrigere Absatzmengen und geringere Durchschnittspreise für Polysilicium. Ausschlaggebend für diesen Markttrend war die Entscheidung Chinas Ende Mai 2018, die Einspeisevergütungen zu verringern und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu begrenzen. Das EBITDA ist mit 72,4 Mio. EUR (2017: 290,4 Mio. EUR) um 75 Prozent gesunken. Zusätzlich zum niedrigeren Umsatz haben die Kosten der Betriebsunterbrechung sowie die Hochlaufkosten am US-Standort Charleston das Ergebnis gemindert.

Ausblick 2019

Im Geschäftsjahr 2019 rechnet Wacker trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen mit weiterem Wachstum. Das Unternehmen will seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Das EBITDA des Konzerns wird im Vergleich zu 2018 voraussichtlich um 10 bis 20 Prozent zurückgehen. Die Ursachen dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilizium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten. Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen.

„2019 wird aus heutiger Sicht kein einfaches Jahr werden“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl bei der Präsentation der Bilanz in München. „In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unseren hervorragenden Produkten unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen. Andererseits dämpfen Überkapazitäten für Solarsilizium in China trotz unserer führenden Markt- und Qualitätsposition die Ergebnisentwicklung in unserem Polysiliziumgeschäft und damit im Konzern. Eine besondere Herausforderung sind für Wacker als energieintensives Unternehmen die stark steigenden Strompreise in Deutschland. Wir unternehmen vor diesem Hintergrund große Anstrengungen, um unsere Kosten weiter zu senken. Gleichzeitig stärken wir unser Chemiegeschäft weiter mit gezielten Investitionen und begleiten so das Marktwachstum.“

Verhaltener Jahresbeginn

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich das Chemiegeschäft von Wacker positiv entwickelt. Der Zwei-Monats-Umsatz der Chemiebereiche ist mengenbedingt gegenüber dem Vorjahr in der Summe etwas gewachsen. Im Polysiliziumgeschäft liegt der Umsatz der ersten beiden Monate leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Hier standen deutlich höheren Absatzmengen niedrigere Durchschnittspreise gegenüber. Insgesamt rechnet Wacker im 1. Quartal 2019 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau (Q1 2018: 1,22 Mrd. EUR). Das EBITDA des Konzerns wird im 1. Quartal 2019 voraussichtlich deutlich zurückgehen, weil geringere Durchschnittspreise für die eigenen Produkte des Unternehmens und erheblich höhere Energiepreise die Ertragsentwicklung bremsen.