Vorstandvorsitzender Matthias Zachert (links) und Finanzvorstand Michael Pontzen konnten auf der Bilanzpressekonferenz in Köln über ein starkes Geschäftsjahr 2018 berichten. (Bildquelle: Lanxess)

Vorstandvorsitzender Matthias Zachert (links) und Finanzvorstand Michael Pontzen konnten auf der Bilanzpressekonferenz in Köln über ein starkes Geschäftsjahr 2018 berichten. (Bildquelle: Lanxess)

„Trotz aufkommendem konjunkturellen Gegenwind haben wir geliefert, was wir versprochen haben“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess. „Denn wir sind strategisch und operativ sehr gut vorangekommen: Lanxess hat jetzt einen ganz klaren Fokus auf Spezialchemie. Wir sind heute ertragsstärker, stabiler und wettbewerbsfähiger denn je – und das zahlt sich aus“,
Vor allem die operative Stärke der Segmente Advanced Intermediates, Specialty Additives und Engineering Materials sowie die Integration von Chemtura und des von Solvay erworbenen Phosphoradditiv-Geschäfts trugen zum guten operativen Ergebnis bei. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erreichte 14,1 Prozent. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozent von 6,53 Milliarden Euro auf 7,197 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 431 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 87 Millionen Euro. Grund dafür waren das im Vergleich zum Vorjahr bessere operative Ergebnis sowie Effekte aus der Veräußerung des 50-prozentigen Arlanxeo-Anteils. Zudem war das Vorjahresergebnis durch höhere Einmalaufwendungen belastet. Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2018 soll sich auch für die Lanxess-Aktionäre auszahlen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 eine Dividende von 90 Eurocent je Aktie vorschlagen. Dies wären 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Verkauf des Kautschukgeschäfts abgeschlossen

Mit dem Ende des Geschäftsjahrs 2018 hat Lanxess nach eigenen Angaben einen weiteren Meilenstein in seiner Neuausrichtung erreicht. Der Spezialchemie-Konzern hat am 31. Dezember den Verkauf seines noch verbliebenen 50-Prozent-Anteils am Kautschukunternehmen Arlanxeo an seinen ehemaligen Joint-Venture-Partner Saudi Aramco abgeschlossen. Das  Gemeinschaftsunternehmen hatten die beiden Konzerne am 1. April 2016 gegründet. Für seinen Anteil hat Lanxess einen Erlös von rund 1,4 Mrd. EUR erhalten. Davon hat der Konzern bereits 200 Mio. EUR für die weitere Ausfinanzierung seiner Pensionsverbindlichkeiten verwendet. Weitere bis zu 200 Mio. EUR sind für einen Aktienrückkauf bestimmt, der bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahrs abgeschlossen sein soll. „Mit dem Erlös aus dem Verkauf unserer Anteile an Arlanxeo haben wir unsere Bilanz weiter gestärkt. Darüber hinaus haben wir zusätzlichen Spielraum gewonnen, um unser Wachstum sowohl organisch als auch über Akquisitionen voranzutreiben“, sagte Michael Pontzen, Finanzvorstand von Lanxess.

Starke Entwicklung in fast allen Segmenten

Das operative Geschäft im Segment Advanced Intermediates entwickelte sich trotz eines weiterhin herausfordernden Agromarkts im Geschäftsjahr 2018 stark. Der Umsatz lag mit 2,207 Mrd. EUR um 11,7 Prozent über dem Wert des Vorjahres von 1,975 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments stieg um 7,2 Prozent von 335 Millionen auf 359 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 16,3 Prozent leicht unter dem Wert des Vorjahres von 17,0 Prozent.
Im Segment Specialty Additives stiegen sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis aufgrund der erfolgreichen Integration der Geschäfte von Chemtura und Solvay signifikant. Der Umsatz lag mit 1,98 Milliarden Euro um 22,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 1,611 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 28,5 Prozent deutlich von 267 Millionen Euro auf 343 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich von 16,6 Prozent auf 17,3 Prozent.
Im Segment Performance Chemicals blieben Umsatz und operatives Ergebnis insbesondere aufgrund der schwachen Entwicklung in der Leder- und Bauindustrie hinter dem starken Vorjahr zurück. Der Umsatz sank um 6,3 Prozent von 1,439 Milliarden Euro auf 1,349 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 187 Millionen Euro um 25,8 Prozent unter dem Wert des Vorjahres von 252 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 13,9 Prozent nach 17,5 Prozent im Vorjahr.
Das Segment Engineering Materials konnte sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis aufgrund des profitablen Geschäfts mit Leichtbau-Kunststoffen deutlich steigern. Auch das im Zuge der Akquisition von Chemtura übernommene Urethane-Geschäft trug positiv zum Ergebnis bei. Der Umsatz stieg um 15,4 Prozent von 1,366 Milliarden Euro auf 1,576 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich deutlich um 21,9 Prozent von 219 Millionen Euro auf 267 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments stieg von 16,0 Prozent auf 16,9 Prozent.

Die Ergebnisse aller Segmente waren im Jahresvergleich durch negative Wechselkurseffekte, insbesondere aus einem schwächeren US-Dollar, belastet.

Ausblick 2019

Lanxess ist nach eigener Auskunft trotz der sich abschwächenden Konjunktur solide in das neue Jahr gestartet. Für das Gesamtjahr 2019 geht der Kölner Konzern von einem EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf Vorjahresniveau aus. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2019 wird Lanxess mit Vorlage der Quartalsergebnisse am 14. Mai 2019 präzisieren.