Präsentierten die Geschäftszahlen 2018 bei der Bilanz-Pressekonferenz in Düsseldorf (v.l.): CEO Dr. Markus Steilemann, Produktionsvorstand Dr. Klaus Schäfer und CFO Dr. Thomas Toepfer. (Bildquelle: Covestro)

Präsentierten die Geschäftszahlen 2018 bei der Bilanz-Pressekonferenz in Düsseldorf (v.l.): CEO Dr. Markus Steilemann, Produktionsvorstand Dr. Klaus Schäfer und CFO Dr. Thomas Toepfer. (Bildquelle: Covestro)

Aufgrund eines Rückgangs der Verkaufspreise bei gleichzeitig sinkenden Margen im zweiten Halbjahr erreichte Covestro, Leverkusen, 2018 ein EBITDA von 3,2 Mrd. EUR und lag damit 6,8 Prozent unter dem Rekordjahr 2017. Daraus resultierte ein um 9,3 Prozent gesunkener Konzerngewinn von 1,8 Mrd. EUR.

„Die Nachfrage nach unseren hochwertigen Kunststoffen ist weiter intakt. Das ist eine starke Grundlage für unseren langfristig profitablen Wachstumskurs – gerade in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann. „Wir haben 2018 wichtige strategische Initiativen gestartet, um unseren Wachstumskurs aktiv zu fördern. Dazu zählen gezielte Investitionen in Geschäftsfelder mit überdurchschnittlichem Nachfragepotenzial sowie ein verstärkter Fokus auf Effizienz.“

Steigende Nachfrage bei gleichzeitig sinkenden Margen

In einem wechselhaften Jahresverlauf erreichte Covestro 2018 auch bei weiteren zentralen Kennzahlen solide Ergebnisse. Der Free Operating Cash Flow (FOCF) ging aufgrund gestiegener Investitionen auf 1,7 Mrd. EUR zurück. Der Return on Capital Employed (ROCE) lag mit 29,5 Prozent deutlich über dem langjährigen Mittel. Die Nettofinanzverschuldung blieb am Ende des Geschäftsjahrs 2018 auf einem niedrigen Niveau von 348 Mio. EUR. „2018 war ein erfolgreiches Jahr für Covestro, auch wenn wir nach einem starken Jahresauftakt insgesamt nicht an das Rekordjahr 2017 herangekommen sind“, sagte Dr. Thomas Toepfer, Finanzvorstand der Gruppe. „Die vergangenen beiden Jahre waren von außergewöhnlich hohen Margen geprägt.“ Covestro plant eine Anhebung der Dividende um rund 9 Prozent auf 2,40 EUR je Aktie.

Covestro rechnet für das Gesamtjahr 2019 mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim FOCF erwartet der Konzern einen Wert zwischen 300 und 700 Mio. Euro, der ROCE soll zwischen 8 und 13 Prozent liegen. Covestro rechnet aufgrund des stärkeren Wettbewerbsdrucks mit einem EBITDA für das Gesamtjahr zwischen 1,5 und 2,0 Mrd. EUR.

Investitionen für langfristiges Wachstum

Der Leverkusener Konzern hat 2018 nach eigenen Angaben wichtige strategische Weichenstellungen vorgenommen, um die eigene Wettbewerbsposition weiter zu stärken. Ein zentraler Baustein seien die beschlossenen Investitionen in profitable Wachstumsfelder. Der Konzern will im US-amerikanischen Baytown (Texas) eine neue World-Scale-Anlage für das Hartschaum-Vorprodukt MDI bauen. Ein weiteres Beispiel ist der Ausbau der Produktion für das margenstarke Geschäft mit Spezialfolien an weltweit vier Standorten. Gleichzeitig soll das Portfolio des Konzerns zunehmend widerstandsfähiger werden, um noch unabhängiger von zyklischen Schwankungen zu werden. Bereits heute erwirtschaftet Covestro den Angaben zufolge über 50 Prozent des Konzernumsatzes in widerstandsfähigen Geschäftsbereichen.

Stärkerer Fokus auf Effizienz und Effektivität

Durch ein 2018 aufgesetztes Programm will Covestro zukünftig einen noch stärkeren Fokus auf Effektivität und Effizienz setzen. Spätestens 2021 sollen so Kosteneinsparungen von 350 Mio. EUR pro Jahr erreicht werden, um den Anstieg der Betriebskosten zu begrenzen. Erreicht werden soll dies vor allem durch eine verstärkte bereichsübergreifende Zusammenarbeit und den vermehrten Einsatz von digitalen Lösungen. Erste Maßnahmen werden in den kommenden Monaten umgesetzt: So wird eine zentrale Marketing-Abteilung geschaffen, in der globale Marketing- und Kommunikationsfunktionen der Segmente übergreifend gebündelt werden.
Im strategischen Programm Digital@Covestro bündelt das Unternehmen seit 2017 alle digitalen Aktivitäten mit dem Ziel, die digitale Transformation des Konzerns voranzutreiben. Erste Erfolge wurden in den vergangenen Monaten sichtbar: So wurden die Vertriebs- und Marketingkanäle ausgeweitet sowie neue Online-Handelsplattformen entwickelt. Seit 2018 arbeitet in der Forschung und Entwicklung ein globales Team an einer schnelleren und effizienteren Anwendungsentwicklung mithilfe von Hochleistungs-Computersystemen. In der Produktion wurden neue Software-Lösungen für die vorausschauende Wartung und Instandhaltung von Anlagen entwickelt.