Borealis plant Investition in den Standort Linz

Produktionsstandort von Borealis in Linz, Österreich (Bildquelle: Borealis)

Im vierten Quartal 2018 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 94 Mio. EUR, gegenüber 247 Mio. EUR im Vergleichszeitraum 2017. Das Ergebnis des vierten Quartals spiegelt gemäß Borealis, Wien, das schwächere Wirtschafts- und Branchenumfeld im integrierten Polyolefin(PO)-Geschäft wider und umfasst zudem eine Wertberichtigung in Höhe von 92 Mio. EUR für das Pflanzennährstoffgeschäft. Das im Vergleich zum Vorjahr reduzierte Jahresergebnis 2018 war geprägt von schwächeren integrierten PO-Margen und einem verbesserten Gewinnbeitrag von Borouge. Der Beitrag des Basischemikalienbereichs lag unter dem des Jahres 2017, bedingt durch das schwächere Ergebnis im Pflanzennährstoffgeschäft.

Borouge, Borealis‘ Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), startete 2018 den Bau seiner fünften Polypropylenanlage (PP5) Borouge-3-Komplex in Ruwais, VAE. Dies wird die Polypropylenkapazität des Joint-Ventures um mehr als 25 Prozent auf 2,24 Mio. t pro Jahr erhöhen und neue Chancen zur Förderung der regionalen Wirtschaft eröffnen. Die PP5-Anlage trägt dazu bei, Borouges Polymer-Gesamtproduktionskapazität um fast 11 Prozent auf 5 Mio. t pro Jahr zu steigern. Dies sei ein wichtiger Schritt, schreibt Borealis, um die steigenden Anforderungen von Kunden auf der ganzen Welt zu erfüllen, insbesondere im Bereich der Haushaltsverpackungen, wie etwa leichte, steife und transparente Lebensmittelbehälter und -folien, die verwendet, wiederverwendet und recycelt werden können.

Kapazitätsausbau auch in Europa

Zum Ausbau des Geschäfts in Europa traf Borealis im Jahr 2018 die wichtige Investitionsentscheidung über die Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Weltmaßstab in Kallo (Antwerpen), Belgien. Die Anlage soll in der ersten Jahreshälfte 2022 in Betrieb gehen und über eine Produktionskapazität von 750.000 t pro Jahr verfügen, womit sie zu den größten und effizientesten Anlagen der Welt zählen wird. Borealis gab zudem die Investitionen für die Erweiterung der Kapazitäten seiner Polypropylen-Anlage in Kallo um 80 kt frei. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen ab Mitte 2020 zur Verfügung stehen. Darüber hinaus genehmigte Borealis den Start der FEED-Phase für die Erweiterung seiner PP-Anlage in Beringen, Belgien. Die endgültige Investitionsentscheidung in Verbindung mit dieser Expansion um 250 bis 300 kt soll bis Ende 2019 erfolgen.

Recycling-Unternehmen übernommen

Borealis verstärkte zudem sein Bekenntnis zum Recycling von Kunststoffen und zur Kreislaufwirtschaft mit der Übernahme des Unternehmens Ecoplast Kunststoffrecycling in Wildon, Österreich. Ecoplast verarbeitet jährlich rund 35.000 t an Post-Consumer-Kunststoffabfällen aus Haushalten und von Industriekunden zu hochwertigen Rezyklaten mit geringer (LDPE) und hoher (HDPE) Dichte, die primär, aber nicht ausschließlich, für den Kunststofffolienmarkt bestimmt sind.

Aufgrund des globalen Wirtschaftsabschwungs und des höheren geopolitischen Risikos erwartet Borealis für das Jahr 2019 weniger günstige Marktbedingungen. Das Unternehmen, so wurde weiter mitgeteilt, sei jedoch aufgrund seiner starken Kundenorientierung, seiner Strategie der Wertschöpfung durch Innovation und seiner Aktivitäten in Verbindung mit der Kreislaufwirtschaft für die Zukunft gut aufgestellt.