Dr. Martin Brudermüller,
Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF. (Bildquelle: BASF)

Dr. Martin Brudermüller,
Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF, unterstützte die Gründung der Allianz AEPW. (Bildquelle: BASF)

BASF und rund 30 weitere Firmen haben am 16. Januar 2019 eine weltweite Allianz gegründet, um Lösungen voranzubringen, die das Entsorgen von Plastikmüll in die Umwelt, insbesondere in die Weltmeere, verringern und vermeiden will. Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ (Alliance to End Plastic Waste AEPW) hat bereits Mittel von einer Mrd. USD zugesagt, mit dem Ziel, 1,5 Mrd. USD im Laufe der nächsten fünf Jahre in verschiedene Projekte und Kooperationen zu investieren. Neue Lösungen zur Minimierung und zum Management von Kunststoffabfällen sollen entwickelt und im Industriemaßstab auf den Markt gebracht werden. Hierzu gehören auch Lösungen zur Wiederverwendung bereits genutzter Kunststoffe, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

BASF will Allianz vorantreiben

„Wir unterstützen nachdrücklich das Ziel, Plastikmüll in der Umwelt zu reduzieren”, sagt Dr. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF, der die Bildung der Allianz von Beginn an unterstützt hat. „Wir gründen die Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt mit, weil wir Lösungen vorantreiben und fördern wollen, die effektiv dazu beitragen, das weltweite Plastikmüll-Problem zu lösen“, erklärt Brudermüller. „Kunststoffe sind effiziente Materialien, die Ressourcen schonen können und der Gesellschaft Vorteile in der Gesundheit, Sicherheit und im Alltag bieten. Diese Vorteile können konterkariert werden, wenn Kunststoffe und ihre Abfälle nicht verantwortungsvoll genutzt, entsorgt oder recycelt werden.“

Unkontrollierte Entsorgung

Von zentraler Bedeutung ist die Ermittlung der Herkunft des Kunststoffabfalls. Forschungsergebnisse der Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy zeigen, dass der Kunststoff in den Meeren überwiegend von Abfällen stammt, die an Land entstehen. Ein Großteil des Kunstststoffmülls wird über Flüsse verbreitet und kann zu zehn großen Strömen, überwiegend in Asien und Afrika, zurückverfolgt werden. Viele dieser Flüsse verlaufen durch dicht besiedelte Gegenden, in denen es an geeigneter Infrastruktur zur Abfallsammlung und zum Recycling mangelt. Dadurch kommt es zu einem unkontrollierten Eintrag der Abfälle in die Gewässer.

Die AEPW wird dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist. Lösungsorientierte Projekte konzentrieren sich auf vier Handlungsfelder:

▪ Infrastrukturentwicklung für das Sammeln von Abfall, das Abfallmanagement und das Steigern des Recyclings;

▪ Innovation zum Fördern und Skalieren neuer Technologien, die das Recycling und die Rückgewinnung von Kunststoffen erleichtern und einen Nutzen für gebrauchte Kunststoffe schaffen;

▪ das Aufklären und Einbinden von Regierungen, Unternehmen und Gemeinden; sowie

▪ Säubern von Gebieten, die bereits stark durch Kunststoffabfälle belastet sind, insbesondere von Flüssen, die Kunststoffmüll vom Land ins Meer transportieren.

„Wir alle sind uns darin einig, dass Plastikabfälle nicht in unsere Ozeane oder in die Umwelt gehören. Dies ist eine komplexe und ersthafte globale Herausforderung, die schnelles Handeln und eine starke Führung erfordert. Die neue Allianz ist die bisher umfassendste Maßnahme zur Beseitigung von Plastikabfällen in der Umwelt“, sagt David Taylor, CEO von Procter & Gamble und Vorsitzender der AEPW.

Gemeinnütziger Zusammenschluss

Die Allianz ist eine gemeinnützige Organisation, an der sich Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette für Kunststoff und Konsumgüter beteiligen: Chemie- und Kunststoffhersteller sowie Unternehmen der Konsumgüterindustrie, des Handels und der Abfallwirtschaft. Die Allianz wird auch mit Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen, Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und mit diesen Akteuren in gemeinsame Projekte zur Vermeidung von Plastikmüll in der Umwelt investieren.

Gründungsmitglieder von AEPW

Die folgenden Unternehmen sind Gründungsmitglieder der Alliance to End Plastic Waste (AEPW): BASF, Berry Global, Braskem, Chevron Phillips Chemical Company, Clariant, Covestro, CP Group, Dow, DSM, ExxonMobil, Formosa Plastics Corporation USA, Henkel, Lyondell Basell, Mitsubishi Chemical Holdings, Mitsui Chemicals, Nova Chemicals, Oxy Chem, Poly One, Procter & Gamble, Reliance Industries, Sabic, Sasol, Shell, Suez, SCG Chemicals, Sumitomo Chemical, Total, Veolia und Versalis (Eni). (sf)