Von Ineos geplante Anlagenbereiche im Hafen von Antwerpen. (Bildquelle: Ineos)

Von Ineos geplante Anlagenbereiche im Hafen von Antwerpen. (Bildquelle: Ineos)

Anfang des Jahres hatte Ineos im Rahmen des weiteren Ausbaus seiner Chemieanlagen eine Großinvestition angekündigt. Mehrere europäische Standorte standen zur Wahl. Entschieden hat sich der britische Chemiekonzern für Antwerpen.
Ineos plant den Bau einer brandneuen Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) und einen Ethan-Cracker in Antwerpen. Diese werden benötigt, um Propan beziehungsweise Ethan in Propylen und Ethylen umzuwandeln. Das sind Rohstoffe für chemische Produkte, die in einer Vielzahl von Branchen wie Automobil, Bau, Bekleidung, Kosmetik und Körperpflege, Pharmazie, Elektronik und Verpackungsmaterialien eingesetzt werden.

Inbetriebnahme bis 2024 vorgesehen

Übersicht über das Industriegelände im Hafen von Antwerpen. (Bildquelle: Ineos)

Übersicht über das Industriegelände im Hafen von Antwerpen. (Bildquelle: Ineos)

Die Investition wird am bestehenden Standort in Lillo im Antwerpener Hafengebiet sowie angrenzenden Arealen getätigt. Zu diesem Zweck übernimmt Ineos ungenutzte Teilkonzessionen von benachbarten Unternehmen, was eine optimale Integration in die bestehende Chemieindustrie gewährleistet. So werden die Anlagen per Pipeline an verschiedene Ineos-Ethylen- und Propylenderivat-Anlagen im europäischen Ausland angebunden.
Die Fertigstellung eines Projekts dieser Größenordnung dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. Entsprechend sollen die neuen Produktionsanlagen bis 2024 in Betrieb gehen. Nach der Inbetriebnahme schaffen sie 400 direkte Vollzeitarbeitsplätze sowie das Fünffache an indirekten Arbeitsplätzen. Während der Bauphase werden rund 3.000 Menschen beschäftigt sein.
Jim Ratcliffe, CEO und Chairman von Ineos, erklärte: „Unsere Investition in eine erstklassige Ethan-Cracker- und PDH-Anlage ist die größte ihrer Art in Europa seit mehr als einer Generation. Als solche ist es eine wichtige Entwicklung für die europäische petrochemische Industrie. Wir sind davon überzeugt, dass diese Investition den rückläufigen Trend der vergangenen Jahre in der europäischen Chemieindustrie umkehren kann.“

Hans Casier, CEO von Ineos Phenol und Vorsitzender von essenscia (Verband der Chemie- und Life-Science-Industrie): „Dass Antwerpen als Standort für diese Investition gewählt wurde, ist ein bedeutender neuer Impuls für die internationale Wettbewerbsposition des bestehenden Chemieclusters. Dies ist ein großer Erfolg nicht nur für die Chemische Industrie im Hafen, sondern auch für die Wirtschaft Flanderns, Belgiens und nicht zuletzt für ganz Europa.“ (sf)