Der bisher ausschließlich weiße Kern des Fahrradsattels kann jetzt in allen RAL-Farben angeboten werden. (Bildquelle: RTI Sports)

Der bisher ausschließlich weiße Kern des Fahrradsattels kann jetzt in allen RAL-Farben angeboten werden. (Bildquelle: RTI Sports)

Ergon ST Core heißt der neue Sattel, den der Radzubehörhersteller RTI Sports, Koblenz, in Zusammenarbeit mit Partnern wie etwa BASF und Deutsche Sporthochschule Köln entwickelt hat. Das Entwicklerteam hat den konventionellen einschaligen Sattelaufbau aufgelöst und zwischen zwei isoliert voneinander arbeitenden Schalen ein leichtes superelastisches Dämpfungselement aus E-TPU (expandiertes thermoplastisches Polyurethan) eingebracht. Produziert wird dieser bewegliche Sattelkern, der Unebenheiten auf der Strecke wirksam abfedert, Sitzbeschwerden vorbeugt und auch für eine effiziente Tret-Ergonomie sorgt, bei Schaumaplast im sächsischen Nossen.  „In unserer Unternehmensgruppe verarbeiten wir seit Jahrzehnten Partikelschäume wie EPP und Styropor“, erklärt. Dirk Werrmann, Geschäftsführer Schaumaplast Nossen.  „Auch aus dem noch jungen Werkstoff E-TPU stellen wir bereits seit mehreren Jahren Produkte her. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse zu Materialeigenschaften und Fertigungsprozessen haben wir in die Entwicklung des neuen Fahrradsattels eingebracht.“ Dabei ist auch eine Lösung zum Färben der Sattelkerne entstanden, die ebenso für jedes andere E-TPU-Produkt angewendet werden kann.

Vorteile der Farbgebung

Mehr Individualität und Designfreiheit bei der Produkt-Gestaltung sind wesentliche Vorzüge der Farbgebung. Für Entwickler und Ingenieure eröffnen sich mit dem beschichteten Werkstoff neue Ansätze bei der Konstruktion. Hinzu kommen funktionelle Vorteile. „Die Farbe schützt das ursprünglich weiße Produkt beispielsweise vor UV-Strahlung und damit vor dem Vergilben. Das ist gerade bei Outdoor-Anwendungen wie dem Fahrradsattel ein zusätzliches Qualitätsmerkmal. Ebenso hat der Farbauftrag einen schmutzabweisenden Effekt“, betont Dirk Werrmann. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität in der Herstellung, denn die Teile erhalten erst nach der Formgebung die jeweils gewünschte Farbe. „Damit sind wir in der Lage, Kundenwünsche sehr individuell bereits in kleinen Stückzahlen zu erfüllen“, sagt der Geschäftsführer.

In Kombination mit der hohen Elastizität und Zugfestigkeit, der großen Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit sowie einer hohen Dauerbelastbarkeit im Temperaturbereich zwischen minus 20 °C und plus 40 °C empfiehlt sich der farbige, leichte Partikelschaumstoff für unterschiedliche Anwendungen. Neben den Sätteln für Tourenräder und E-Bikes fertigt Schaumaplast unter anderem stoßdämpfende Elemente aus E-TPU für Arbeitssicherheitsschuhe sowie Reifeninlays für einen Elektroroller. Die Schaumstoff-Experten testen derzeit diverse Prototypen für weitere Anwendungen, beispielsweise in Paddle-Tennisschlägern oder für orthopädische Produkte.