Propan-Kälteanlagen werden sich neben Anlagen mit HFO-Medien dauerhaft in der Kunststoffverarbeitung etablieren. (Bildquelle: L&R Kältetechnik)

Propan-Kälteanlagen werden sich neben Anlagen mit HFO-Medien dauerhaft in der Kunststoffverarbeitung etablieren. (Bildquelle: L&R Kältetechnik)

Die Diskussion um die Folgen der F-Gase-Verordnung treibt die Kunststoffbranche nach wie vor um, so auch die Messebesucher am Stand von L&R Kältetechnik, Sundern. Das Unternehmen, von dem ein Schwerpunkt auf Kälteanlagen für die Kunststoffindustrie liegt, hat frühzeitig Erfahrungen mit unterschiedlichen Kältemedien gesammelt. Es klärt Anwender umfassend über die zur Verfügung stehenden Alternativen auf.

Schrittweiser Abschied von HFK-Kältemedien

Die F-Gase-Verordnung fordert einen schrittweisen Ausstieg aus den bisher in der Industrie verwendeten HFK-Kältemitteln, wie R 134a, R 407A, R 507A und R 410a. Diese Medien dürfen künftig zunächst nicht mehr als Frischware nachgefüllt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist es untersagt in den Kältekreislauf der Anlagen einzugreifen, um Reparaturen durchzuführen. Spätestens dann muss eine Umstellung erfolgen. Anfangs war unklar, welchen Kältemedien angesichts dieser Situation die Zukunft gehören wird. Hinzu kam, dass diverse Kältemittel sehr knapp waren und die Preise rasant stiegen, wodurch die Situation unübersichtlich wurde. Die Gespräche auf der Fakuma haben L&R gezeigt, dass die Anwender zu dem Thema mittlerweile gut informiert sind.

Option Eins: Energieeffiziente Anlagen für HFO-Kältemittel

Aus Sicht des Unternehmens gibt es beim Investieren in neue Kältetechnik beim Auswählen des Kältemittels zwei Optionen. Die erste: Kälteanlagen der Ecopro-Serie von L&R, die sich durch zahlreiche effizienzsteigernde Maßnahmen auszeichnen und an den Betrieb mit HFO-Kältemitteln angepasst sind. Bei diesen Medien, wie R 1234yf, R 1234ze und R 513 A, handelt es sich um Neuentwicklungen synthetischer Fluids auf Basis von Hydrofluorolefin. Sie erfüllen die künftigen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von Kältemitteln und erlauben die Konstruktion energieeffizienter Anlagen. Zu den Merkmalen der Ecopro-Anlagen zählen stufenlos regelbare, halbhermetische Schraubenverdichter, die insbesondere im Teillastbetrieb mit deutlich niedrigerem Energieeinsatz arbeiten. Dasselbe gilt für die drehzahlgeregelten und mit Energiesparantrieben ausgerüsteten Pumpen. Ebenfalls bei den Kondensatoren und den elektronisch gesteuerten Expansionsventilen nutzen die Kälteanlagen neueste Technik. Mit der Ecopro 2.0-Serie sind diese Techniken nun bei Anlagen verfügbar, die synthetische HFO-Fluids einsetzen.

Option Zwei: Natürliche Kältemittel

Die weitere Möglichkeit zur Werkzeug- und Hydraulikkühlung in der Kunststoffindustrie ist der Einsatz von natürlichen Kältemitteln, insbesondere von Ammoniak, Propen und Propan. Diese Medien sind kostengünstig verfügbar, ihr Erderwärmungspotenzial ist sehr gering und sie ermöglichen eine effiziente Kälteerzeugung. Zwar müssen teilweise Sicherheitseinrichtungen wie zum Beispiel ein Gaswarnsensor installiert werden, aber die Technologie ist erprobt und es liegen Erfahrungen vor. Aus Sicht von L&R werden sich Propan und Ammoniak dauerhaft als Alternative zu HFO-Medien durchsetzen, zumal sich mit diesen Kältemitteln auch energieeffiziente Kälteanlagen betreiben lassen. Aktuell plant der Hersteller sechs Propan-Kälteanlagen mit Leistungen von bis zu 300 kW.

 

Kontakt

L&R Kältetechnik, Sundern

info@lr-kaelte.de

Über den Autor

Burkhard Rüßmann

ist gesschäftsführender Gesellschafter der L&R Kältetechnik, Sundern.

b.ruessmann@lr-kaelte.de