Die Top 10 der deutschen chemischen Industrie

Der Konzern setzt seinen Wachstumskurs trotz schwieriger werdenden Marktbedingungen fort. (Bildquelle: Covestro)

Der Umsatz der Covestro-Gruppe legte gegenüber dem Vorjahresquartal aufgrund von höheren Verkaufspreisen und -volumina um 4,8 % auf 3,7 Mrd. EUR zu. Die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft blieben mit einem leichten Plus von 0,2 % trotz eingeschränkter Produktverfügbarkeiten auf Vorjahresniveau. Mit 859 Mio. EUR blieb das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) auf Konzernebene ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die rückläufigen Margen im Bereich Polyurethanes wurden durch einen Margenanstieg im Segment Polycarbonates ausgeglichen. Das Konzernergebnis legte leicht um 1,0 % auf 496 Mio. EUR zu.
„Wir bewegen uns weiter auf einem guten Weg“, kommentiert Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. „Mit unseren beschlossenen Investitionen haben wir eine richtungsweisende Entscheidung getroffen und den Grundstein für zukünftiges organisches Wachstum gelegt. Wir werden unsere Kapazitäten in allen Segmenten steigern und damit unsere führende Position in den attraktiven Bereichen ausbauen, die schneller wachsen als die Weltwirtschaft. Zudem verbessern wir mit einem Effizienzprogramm mittelfristig unsere Kostenstrukturen.“

Mit Investitionen von rund 1,5 Mrd. EUR hat Konzern kürzlich den Ausbau seiner MDI-Kapazitäten am US-amerikanischen Standort Baytown, Texas, bekanntgegeben. Eine neue World-Scale-Anlage soll dort ab dem Jahr 2024 500 Kilotonnen MDI pro Jahr produzieren. Gleichzeitig laufen Investitionsprojekte an den Standorten Brunsbüttel, Tarragona (Spanien), Antwerpen (Belgien) und Caojing (China), um die Kapazitäten im Bereich MDI einschließlich seiner Vorprodukte zu stärken und vom globalen Marktwachstum zu profitieren. Der MDI-Markt soll langfristig um rund fünf Prozent pro Jahr zulegen und damit das weltweite BIP-Wachstum um rund zwei Prozentpunkte übertreffen.

Zudem setzt Covestro weiter auf Innovationen, die vor allem durch den Nachhaltigkeitsgedanken getrieben sind: Seit Herbst 2018 bietet das Unternehmen den ersten Vertreter einer neuen Reihe thermoplastischer Polyurethane an, die mit Hilfe CO2-basierter Rohstoffe hergestellt werden. Verglichen mit konventionellen Werkstoffen hinterlassen diese neuen Polyurethane einen geringeren ökologischen Fußabdruck und bedienen so den Trend nach nachhaltigeren Lösungen.

Gesamtjahresausblick bestätigt

„Das dritte Quartal entspricht unseren Erwartungen“, sagt Finanzvorstand Dr. Thomas Toepfer. „Wir beobachten zwar zunehmend herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen und hatten im abgelaufenen Quartal zudem nur eine eingeschränkte Produktverfügbarkeit in Europa und Asien. Dennoch konnten wir unsere Absatzmengen stabil halten. Insofern bestätigen wir heute den Ausblick für das Gesamtjahr 2018.“ Beim Mengenwachstum im Kerngeschäft im Gesamtjahr 2018 erwartet Covestro weiterhin ein Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Free Operating Cash Flow wird voraussichtlich bei über 2 Mrd. EUR liegen. Beim ROCE rechnet das Unternehmen mit einem Wert ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2017 und beim EBITDA weiter mit einem Wert über dem des Vorjahres.

Auch im abgelaufenen Quartal hat Covestro sein Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt und im August die dritte Tranche gestartet. Seit Programmstart wurden Aktien im Wert von rund 1,2 Mrd. Euro bzw. knapp 8 % des Grundkapitals zurückgekauft. Insgesamt plant Covestro, bis Mitte 2019 eigene Aktien in Höhe von bis zu 1,5 Mrd. Euro oder bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben.

Effizienzprogramm beinhaltet Abbau von 900 Stellen weltweit

Durch eine verstärkte bereichsübergreifende Zusammenarbeit und den vermehrten Einsatz von digitalen Lösungen will der Konzern die Effizienz im Unternehmen spürbar steigern. Spätestens 2021 werden dadurch Kosteneinsparungen von ca. 350 Mio. Euro pro Jahr erwartet, womit der Anstieg der Betriebskosten begrenzt werden soll. Die identifizierten Maßnahmen beziehen sich gemäß der Mitteilung größtenteils auf die nachhaltige Reduzierung von Sachkosten, es sollen aber auch rund 900 Stellen weltweit entfallen – etwa in Verwaltungs- und Zentralbereichen. Der Personalabbau soll durch sozialverträgliche Lösungen erfolgen, die mit dem Betriebsrat in Deutschland bereits vereinbart wurden.