Kunststoffe begleiten unseren Alltag und hinterlassen Spuren in der Umwelt. Die Verschmutzung mit Mikroplastik rückt immer weiter in den Fokus. „Kunststoffpartikel sind überall“, sagt Luisa Barkmann, Doktorandin im Fachgebiet Abwassertechnik an der TU Darmstadt. In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit Mikroplastik in kommunalen Kläranlagen. Jetzt widmet sie sich industriellen Abwässern. Vor allem kunststoffproduzierende und -verarbeitende Betriebe will sie in ihrer Doktorarbeit unter die Lupe nehmen.

Die Darmstädter Forschungsteams um Professorin Dr. Susanne Lackner (Fachgebiet Abwasserwirtschaft, Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) und Prof. Dr.-Ing. Markus Engelhart (Fachgebiet Abwassertechnik, Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) analysieren in diesem Projekt ausschließlich industrielle Abwässer. Ziel ist es herauszufinden auf welchen Stufen der Wertschöpfungskette und über welche Wege die Plastikpartikel in die Umgebung gelangen. Weiterhin soll geklärt werden, wie groß der Anteil der Industrie an der Gesamtbelastung überhaupt ist.

Wege Mikroplastik einzutragen

Das Forschungsvorhaben ist komplex, da Betriebe sich nicht nur in ihren Produktionsprozessen unterscheiden, sondern auch in den Kanalsystemen und im Wassermanagement. Und nicht nur in der Herstellung, vor allem auch beim Weiterverarbeiten, Umfüllen und beim Transport gelangt Mikroplastik in die Umwelt. Das Projekt EmiStop schlägt daher einen weiten Bogen von der Mikroplastikanalytik über die Massenbilanzierung und die Untersuchung von Eintragswegen ins Wasser. Weiterhin werden  emissionsmindernden Maßnahmen in der Industrie erforscht und begleitet.

Das Verbundprojekt EmiStop ist Teil der Initiative Plastik in der Umwelt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Als einziges von insgesamt 18 Projekten befasst sich das Darmstädter Vorhaben mit industriellen Abwässern und erhält bis Ende 2020 Fördermittel in Höhe von insgesamt 1,83 Mio. EUR.