Aus amorphem Metall spritzgegossener Uhrenring.
(Bildquelle: Heraeus)

Aus amorphem Metall spritzgegossener Uhrenring.
(Bildquelle: Heraeus)

Die Materialien der neuen Produktreihe Amloy von Heraeus zählen zu den amorphen Metallen. Es handelt sich um Zirkonium-basierte Legierungen und Materialien auf der Basis von Kupfer. Der Einsatz von Kupfer senkt die Stückkosten und erweitert das Einsatzspektrum. Derzeit werden Amloy Legierungen auf Basis von Titan, Eisen und Platin ausgearbeitet.

Amorphe Metalle – extrem hart und hochelastisch zugleich

Amorphe Metalle besitzen, anders als reine Metalle und klassische Legierungen, eine ungeordnete, nicht kristalline Struktur. Das macht sie extrem hart und zugleich hochelastisch. Sie verfügen über ein gutes Rückstellverhalten, sind korrosionsbeständig und gemäß ISO 10993-5 (Biologische Beurteilung von Medizinprodukten) biokompatibel. Mit dieser Kombination von Eigenschaften sind amorphe Metalle anderen Werkstoffen sowie Stahl und Titan überlegen.

Gesamtzykluszeiten und Energiebedarf deutlich reduziert

Spritzgießmaschine für die Verarbeitung von amorphen Metallen (Bildquelle: Engel)

Spritzgießmaschine für die Verarbeitung von amorphen Metallen. (Bildquelle: Engel)

Ein zusätzliches Plus von Amloy: Die Legierungen sind für den Spritzguss optimiert. Gezielt für das Verarbeiten von Amloy hat Engel mit Stammsitz in Schwertberg, eine neue hydraulische Spritzgießmaschine entwickelt, die sich vor allem auf der Einspritzseite von einer herkömmlichen Spritzgießmaschine für die Kunststoffverarbeitung unterscheidet. Besonderes Augenmerk wurde auf das gleichmäßige Aufheizen der Amloy Rohlinge gelegt. In nur einem Arbeitsschritt entstehen je nach Größe und Geometrie in 60 bis 120 Sekunden ein oder mehrere einsatzfertige Bauteile. Deren Oberflächenqualität ist gut, sodass eine manuelle Nachbearbeitung entfällt. Damit ist das Spritzgießen den herkömmlichen Verfahren wie MIM (Metal Injection Molding) und CNC überlegen. Die Materialkomposition und der vollautomatisierte Fertigungsprozess vom Aufschmelzen bis zum dynamisch geregelten Einspritzvorgang führen zu der um bis zu 70 Prozent geringeren Zykluszeit gegenüber bisheriger Lösungen. Die benötigte Heizleistung reduziert sich um 40 bis 60 Prozent, was die Kosteneffizienz beim Spritzgießen von amorphen Metallen deutlich steigert.

Ohne Lizenz erhältlich

Amloy Legierungen eignen sich vor allem für mechanisch beanspruchte Präzisionsbauteile und hochwertige Dekorelemente, die in Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Industrie, Lifestyle und Elektronik eingesetzt werden. Sie substituieren in diesen Branchen Stahl, Titan oder technische Kunststoffe, die nach der Spritzgießverarbeitung in einem nachfolgenden Arbeitsschritt verchromt werden. (sf)