Die neue Spritz­gießmaschine mit 1.250 kN Schließkraft bietet viel Raum zwischen den Holmen und entspricht damit einem vielfachen Kundenwunsch. (Bildquelle: Dr. Boy)

Die neue Spritz­gießmaschine mit 1.250 kN Schließkraft bietet viel Raum zwischen den Holmen und entspricht damit einem vielfachen Kundenwunsch. (Bildquelle: Dr. Boy)

In den letzten Jahren wurde viel Innovation im Bereich der Spritzaggregate für Mehrkomponenten betrieben. Mittlerweile stehen hier viele Programm­abläufe und Schnittstellen, sowie vier unterschiedliche Spritzeinheiten von SP 11 bis SP 370 mit (theoretisch) maximalem Hubvolumen von bis zu 280 cm3 zur Verfügung. Die Typen Boy 2C XS, Boy 2C S, Boy 2C M und Boy 2C L sind auch bei vielen Fremdmaschinen im Einsatz. Bisher wurden bereits bis zu sechs Spritzeinheiten bei einer Maschine verwendet. Die hierzu benötigten Werkzeuge bauen in der Regel etwas größer als bei Standardanwendungen. Boy hat daher auf vielfachen Wunsch der Kunden eine neue Maschine konstruiert, die statt der bisherigen lichten Weite zwischen den Holmen von 430 mm nunmehr 470 mm aufweist. Darüber hinaus wurde der maximale Plattenabstand serienmäßig auf 825 mm erweitert. Dies soll noch mehr Platz, zum Beispiel bei dem Einsatz von Drehtellern, zur Verfügung stellen. Als weiterer Vorteil dieser Neukonstruktion konnte eine um 25 Prozent höhere Schließkraft berücksichtigt werden. Somit stehen jetzt stolze 1.250 kN zur Verfügung. Grundsätzlich basiert die neue Boy 125 E aber konstruktiv und technologisch auf dem bewährten Konzept des Spritzgießmaschinen-Herstellers.

Neue Maschine in Aktion

Die im Frühjahr 2019 voll in die Serienproduktion integrierte Boy 125 E zeigt auf der Fakuma eine interessante 2K-Anwendung. Im Verbund mit einer 2C S werden zuerst Tassen aus NAS 30 gespritzt und im gleichen Werkzeug dann von dem Zusatz-Spritzaggregat 2C S als zweite Komponente partiell mit einer Designoberfläche umspritzt. Der Greiferkopf des Boy-Entnahmehandlings LR 5 setzt die vorgespritzten Tassen im Werkzeug um, entnimmt die fertigen Zweikomponententeile und legt diese in der Schutzumhausung der LR 5 Automationszelle auf ein Förderband ab.

Erstmals wird auch eine Teleskop-Ausführung des LR 5 gezeigt. Das kompakte Linearhandling eignet sich insbesondere für Produktionsstätten mit niedriger Deckenhöhe. Der vertikale Verfahrweg konnte durch den Teleskoparm stark reduziert werden.

Desweiteren zeigt das Unternehmen unter anderem eine komplette Produktionseinheit, bestehend aus einer Boy 60 E, dem Entnahmehandling Boy LR 5 sowie einem integrierten Scanner und Drucker. Die Boy 60 E verfügt über zwei parallel arbeitende Servopumpen, mit denen ein simultanes Einspritzen und Schließkraftaufbau möglich sind. Es werden multifunktionale Lineale gefertigt, die nach der Entnahme aus dem Werkzeug vom integrierten Handling über eine Euromap-Schnittstelle an einen Drucker geführt werden. Dort wird ein QR–Code mit den aktuellen Produktionsdaten versehen. So lassen sich auftragsbezogene Daten, auf jedem produzierten Teil nachträglich abrufen und zuordnen.

 Fakuma: Halle A7, Stand 7101