VDWF stellt bei der Hauptversammlung bei Deckerform in Aichach den Selbsttest vor (Bildquelle: VDWF)

Der VDWF stellte bei der Hauptversammlung bei Deckerform in Aichach den Selbsttest vor. (Bildquelle: VDWF)

Unter dem Credo von Werkzeugmachern für Werkzeugmacher initiierte der VDWF im Jahr 2016 diesen Arbeitskreis, um Licht ins Dunkel rund um den Begriff Industrie 4.0 zu bringen. „Wir wollten all diese großartigen 4.0-Gedanken so greifbar wie möglich machen, damit sie auch auf dem Hallenboden der vielen KMU in der Branche auf offene Ohren stoßen“, erklärt VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter die Hintergründe der Initiative von damals.

4.0 für Werkzeugbau definieren

Bereits beim ersten Treffen wurde klar, dass 4.0 nicht nur Software und Roboter bedeutet, sondern in erster Linie der Mensch im Mittelpunkt steht. Heute treffen sich turnusmäßig rund ein Dutzend Akteure der Branche im Arbeitskreis und stellen Entwicklungsstatus und Zielrichtung ihrer jeweiligen 4.0-Ansätze vor. Die Unternehmen leben bereits einiges in Richtung 4.0, sie bezeichnen es nur anders. Als Ergebnis der vergangenen zwei Jahre zeichnete der Arbeitskreis ein Bild, das helfen soll, das 4.0-Selbstverständnis in der Branche zu finden. Der Werkzeug- und Formenbau 4.0 sollte dabei eine klare Vision und Strategie haben. Mitarbeiter sollten eigenverantwortliche beschäftigt werden und über den gesamten Wertschöpfungsprozess Daten zur kontinuierlichen Verbesserung erfassen. Und allen sollte klar sein, so Dürrwächter, dass die Verwendung dieser Daten und das Management von Wissen und Erfahrungswerten geschieht, um den Unternehmenswert zu steigern. Denn 4.0-Unternehmen arbeiten effizient, standardisiert, realisieren kurze Durchlaufzeiten mit einer hohen Flexibilität und maximieren die Produktivität ihrer wertvollen Betriebsmittel.

Standortbestimmung per Mausklick

Laut VDWF ist der erste Schritt, den ein Unternehmen gehen muss, sich selbst transparent zu verorten. Die Selbsteinschätzung darüber, wo die eigene Firma steht und wo Handlungsbedarf herrscht, ist der fundamentale Beginn für die Umsetzung eines erfolgreichen Wachstumsprozesses. Die Teilnehmer des Arbeitskreises Werkzeugbau 4.0 identifizierten daher 17 Handlungsfelder von Strategie und Weiterbildung über Qualitätssicherung bis zum Thema Kommunikation und gewichteten die einzelnen Kategorien unterschiedlich.

Der erarbeitete Online-Selbsttest bietet Interessierten nun die Möglichkeit, sich einer der vier erarbeiteten Evolutionsstufen zuzuordnen oder sich mit den angeleiteten konkreten Handlungsempfehlungen auseinanderzusetzen. „Man sieht, was die nächsten Stufen wären und wie wichtig die einzelnen Kategorien von der Gewichtung her sind. Das ist 4.0 zum Greifen – so macht die digitale Transformation richtig Spaß!“, ist Dürrwächter überzeugt. Alle Teilnehmer erhalten vom VDWF nach Ablauf des Umfragezeitraums die Gesamtauswertung. (sf)