Bei dem Verfahren wird ein getrocknetes Kunststoff-Granulat bereits vor der Zuführung in die Spritzgießmaschine unter Druck mit CO2 beladen. Das Gas diffundiert dabei in die Granulatkörner ein. Damit vereint die neue Technologie die einfache Handhabung chemischer Schäumprozesse mit den positiven Effekten des physikalischen Schäumens.

Schnelle und flexible Fertigung

Das neue physikalische CO2-Schäumverfahren ist nun serienreif. (Bildquelle: Linde)

Das neue physikalische CO2-Schäumverfahren ist nun serienreif. (Bildquelle: Linde)

Das Verfahren verbessert die Produkt-Qualität, indem es eine hohe dimensionale Stabilität und Funktionalität der Spritzgussteile gewährleistet. Verzug und Einfallstellen werden minimiert. Insbesondere lassen sich so selbst scherempfindliche Kunststoffe wie etwa langfaserverstärkte Thermoplaste (LFT-Granulate) hervorragend schäumen, weil die Polymere nicht beschädigt werden. Zudem sind auch bei geringen Wanddicken gute Schäumergebnisse und somit Material-, Gewichts- und Energieeinsparungen möglich. Gleichzeitig wird der Produktionsprozess schneller und flexibler, weil mehrere Spritzgießmaschinen gleichzeitig versorgt werden können. Weitere Kosteneinsparungen sind dadurch möglich, dass Maschinen kleiner ausgelegt werden können und die gleiche Anlage sowohl zum Schäumen als auch für den Kompaktspritzguss eingesetzt werden kann. Die Nachrüstung bestehender Anlagen ist möglich. Im Vergleich zu herkömmlichen physikalischen Schäumverfahren lassen sich die Investitionskosten um bis zu 60 Prozent reduzieren und die Schäum-Kosten pro Bauteil beinahe halbieren. Der Einsatz der Technologie ist damit insbesondere für Schäumprozesse in den Branchen Automotive, Unterhaltungselektronik, Medizingeräte und Konsumgüter interessant.

Das neue Plastinum Foam Injection Moulding ist das Ergebnis einer gemeinsamen Entwicklungsarbeit von Linde und dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid (KIMW), Lüdenscheid. Die Fertigungszelle Plastinum Perfoamer des Systempartners Protec Polymer Processing, Bensheim, ermöglicht es, das für Plastinum Foam Injection Moulding erforderliche Prozessequipment einfach in vorhandene Spritzgussanlagen zu integrieren. Die Messe-Besucher können am Stand von Protec auf einer Maschine von Engel und beim KIMW auf einer Maschine von Krauss-Maffei die Technologie im Einsatz sehen.

Unter der Dachmarke Plastinum bündelt Linde ein breites Portfolio an Verfahren, Anlagen und Services für gaseunterstützte Prozesse in der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Diese können Zykluszeiten um bis zu 30 Prozent verkürzen. Insbesondere der Einsatz von CO2 ermöglicht bei Herstellungsverfahren wie der Gasinnendrucktechnik, dem Schäumen und dem Spot Cooling von Spritzgusswerkzeugen erhebliche Effizienzsteigerungen. Auch in diesem Jahr präsentiert sich Linde auf der Fakuma an einem Gemeinschaftsstand mit dem Hochdruckspezialisten Maximator, Nordhausen. Neben dem neuen Plastinum Foam Injection Moulding zeigt Linde dort auch aktuelle Lösungen für Druckerhöhung, Dosierung und Temperierung, die zum Teil zusammen mit Maximator entwickelt wurden.

 

Fakuma

Linde: Halle B3, Stand 3309

Kunststoff-Institut: Halle A5, Stand 5312

Protec Polymer Processing: Halle B3, Stand 3119