Die FDU-Heißkanaldüsen kombinieren die Möglichkeiten der Extrusion und der konventionellen Düsen mit Punktanschnitt. Bildquelle: Haidlmair

Die FDU-Heißkanaldüsen kombinieren die Möglichkeiten der Extrusion und der konventionellen Düsen mit Punktanschnitt. Bildquelle: Haidlmair

Die darüber hinaus wichtigste Neuerung ist die Investition in den branchenweit größten Industrie-Computertomographen zur Musterteil-Vermessung. Damit konnte die letzte Lücke im Vollservice-Angebot von der Produktidee des Kunden bis zum Fertigteil geschlossen werden. Eine weitere Innovation des Unternehmens, die nun serienreif vorliegt, ist das Flat-Die-Unit-Heißkanalsystem (FDU). Einen repräsentativen Überblick über die daraus resultierenden Kundenvorteile wird der Messestand des Unternehmens bieten.

Dass Industrie 4.0 auch einen Werkzeugbau 4.0 erfordert, der wiederum eine wichtige Voraussetzung für den Spritzguss 4.0 ist, ist die zentrale Botschaft der Fakuma-Messepräsentation des Werkzeugbauers. Werkzeugbau 4.0 steht dabei für das Produktivitätspotenzial der Digitalisierung im Werkzeugbau und für digitale Services rund um das Spritzgießwerkzeug. Damit präsentiert sich das Unternehmen als leistungsfähiger Systempartner der Hersteller von Kunststoff-Containern, von der einfachen Stapelbox, über Getränkekisten oder Boxen für Lager- und Logistikanwendungen bis zu Mülltonnen oder Paletten und Palettenboxen.

Erkennen von möglichen Fehlern

Sein Serviceangebot hat das Unternehmen einerseits durch die Investitionen in Fused-Deposition-Modeling-Anlagen (FDM) zur Schmelzschichtung von Kunststoffteilen sowie zur selektiven Laserschichtung von Metallen andererseits um zusätzliche Digitalisierungsangebote rund um das Spritzgießwerkzeug erweitert. Dazu zählt insbesondere das Mould-Monitoring zum Erkennen von möglichen Fehlern, bevor die Produktion und das Werkzeug negativ beeinflusst werden. Es besteht aus einem System von Sensoren im Werkzeug und einer Auswerteelektronik direkt am Werkzeug. Damit ist gewährleistet, dass unabhängig vom Typ und dem Ort der eingesetzten Spritzgießmaschine Statusdaten über eine Onlineplattform mit personalisiertem Login über Mobilgeräte oder PCs abgerufen werden können. Langfristiges Ziel ist, dass durch das Mould-Monitoring alternativ der Fertigungsprozess autonom im Datenaustausch mit der Maschinensteuerung gesteuert werden kann.

Eine weitere Investition zur Verbesserung der Dienstleistungspalette im Rahmen von Werkzeugbauprojekten war die Inbetriebnahme des bis dato größten Industrie-Computertomographen im Juni dieses Jahres. Er ist vielseitig einsetzbar, von der Vermessung und Analyse von Musterteilen und Rückführung der 3D-Daten in das Prototyping und die Konstruktion, dem Vergleich von Ausgangsdaten mit den Messdaten von Fertigteilen bis zur Dichte- oder Lunkeranalyse im Rahmen der Teileentwicklung. Vermessen werden können Teile bis zur Größe von Mülltonnen.

Das Flat-Die-Unit-Heißkanalsystem (FDU), ein aus der Kombination von Elementen der Platten-Extrusionstechnik und der konventionellen Heißkanal-Düsentechnik entwickelte Breitschlitz-Düsensystem, ist nach 5 Jahren Entwicklungszeit und ausgedehnten Praxistests nun serienreif. Der Hauptvorteil gegenüber Runddüsen-Heißkanalsystemen ist der vergleichsweise größere Durchsatz pro Düse durch den Breitband-Anschnitt. Daher werden weniger Düsen pro Formteil benötigt. Der Breitbandanschnitt kann sicher und weitgehend rückstandsfrei abgetrennt werden. Verschlussdüsenausführungen sind im Testbetrieb und werden kurzfristig ebenfalls verfügbar sein. Trotz der Breitschlitz-Ausführung besitzen alle Düsen runde Außendimensionen und können so ohne Sonderaufwand in Spritzgießwerkzeuge integriert werden. Zur Markteinführung wird mit der mittleren Baugröße Midi gestartet. Deren Düsen sind für ein Schussgewicht von 250 g/Düse bis 1500 g/Düse ausgelegt. Düsen und Anwendungsbeispiele werden auf dem Messestand zu besichtigen sein.

 

Fakuma: Halle B 2, Stand 2306