Die drei Marktübersichten Extrusionsanlagen decken die Bereiche Folien-, Profil- und Rohrextrusion ab.   (Bildquelle: Battenfeld Cincinnati)

Die Marktübersichten zum Thema Extrusionsanlagen decken die Bereiche Tafeln-, Folien-, Profil- und Rohrextrusion ab. (Bildquelle: Battenfeld Cincinnati)

Der geringe Rücklauf zur Befragung der Hersteller von Extrusionsanlagen nach Entwicklungstrends ist entweder auf die während der Aktualisierungsaktion herrschende Ferienzeit zurückzuführen oder darauf, dass Innovationen zurzeit eher selten sind. Betrachtet man die erfolgten Korrekturen an den Einträgen in den vier Marktübersichten, die über Extrusionsanlagen für Blasfolien, für Profile, für Rohre und für Tafeln und Flachfolien informieren, muss Letzteres angenommen werden.

Ihre Einträge bestätigt haben nahezu 60 Prozent der Firmen. Etwa 15 Prozent der Firmen, die Anlagen für Blasfolien und Anlagen für Profile herstellen, haben geringfügige Änderungen vorgenommen. Etwa 12 % sind dies bei Firmen, die Anlagen zur Profilextrusion herstellen. Lediglich bei den Anlagen für Tafeln und Flachfolien wurden Änderungen von etwa 27 % aller diese Anlagen herstellenden und vertreibenden Firmen vorgenommen. Die mitgeteilten Korrekturen bewegen sich im Rahmen der Angaben, die denen anderer Firmen entsprechen.  Daraus ließe sich ableiten, dass innovative Entwicklungen nicht zu verzeichnen sind.

Großrohrwickler spart Transportkosten

Aber es gibt Ausnahmen: So ergänzt Hosokawa Alpine, Augsburg, die Art der Kalibrierung in Blasfolienanlagen um den Zusatz, dass „Monomerabsaugung möglich“ ist.

Von der Idee zur Verpackungslösung

(Bildquelle: Nürnberg-Messe)

Eine Mitteilung, der Innovationscharakter zugeschrieben werden kann, kommt von Graewe, Neuenburg. Diese bezieht sich auf Nachfolgeanlagen bei der Rohrextrusion. Hier verzeichnet das Unternehmen „starke Umsatzzuwächse bei Großrohrwicklern“ und „fertigt aktuell zwei Bundwickler für Bunde mit 4500 mm Außendurchmesser und 2500 mm Breite.“ Diese Wickler sind für „Rohre mit Abmessungen bis maximal 280 mm x 10 mm“ vorgesehen. Mit diesen Wicklern „soll zukünftig der Einsatz von Stahltrommeln vermieden werden. Die Bunde haben somit Transportmasse.“ Mit diesen nach Angabe des Unternehmens „bislang größten Bundwicklern, die je hergestellt wurden“, können erhebliche Transportkosten eingespart werden sowohl bei der Anlieferung an den Einsatzort der Rohre infolge des geringeren auf die Gesamtlänge des Rohres bezogenen Bundgewichts als auch durch den Entfall des Rücktransports der Trommeln.

Automatisierte Kontrollverfahren sichern Qualität

(Bildquelle: KraussMaffei Berstorff)

(Bildquelle: Krauss Maffei Berstorff)

Allgemeine Aussagen zu Entwicklungstrends bei Extrusionsanlagen für Blasfolien und Rohre liefert Dr. Collin, Ebersberg. Diese betreffen bei Maschinen und Geräten die „Automatisierung und Integration intelligenter Steuerung“ mit „intuitiver HM-Datenanalyse und Auswertung inklusive der Anpassung des Systems an die Parameter und Produkte.“ Mit der Verbesserung der Verfahrenstechnik werden „hohe Anforderungen an konstante Produktionsbedingungen“ erfüllt bei gleichzeitig „weiten Leistungsbereichen und variablen Einsatzmöglichkeiten“, die „besonders im R&D-Bereich Flexibilität“ bieten. Für eine „konstante gleichbleibende Qualität“ verweist Dr. Collin auf „automatisierte Inline-Kontrollverfahren, Datenerhebung, Archivierung und Nachverfolgbarkeit sowie Durchsuchbarkeit der Datenauswertung.“ Es wird ein „stetig steigendes Kostenbewusstsein“ registriert, auch dadurch, dass „energiesparende Technologie mehr und mehr gefordert wird. Allerdings wird auch wieder mehr Bewusstsein für die Entstehung von Kosten durch schlechte Qualität oder ungenügende Leistung“ entwickelt und diesem „mehr Wert beigemessen“, stellt Dr. Collin abschließend fest.

 

 

Über den Autor

Prof. Dr. Werner Hoffmanns

ist freier Mitarbeiter des Plastverarbeiter.

office@hoffmanns-texte.de