Die Preisträger des Innovationspreises „Die Oberfläche“: Plasotech GmbH (1. Preis, mitte), Gerhardi Kunststofftechnik GmbH (2. Preis, links) und Fraunhofer ITWM (3. Preis, rechts). (Bildquelle: Fraunhofer IPA)

Die Preisträger des Innovationspreises „Die Oberfläche“: Plasotech GmbH (1. Preis, mitte), Gerhardi Kunststofftechnik GmbH (2. Preis, links) und Fraunhofer ITWM (3. Preis, rechts). (Bildquelle: Fraunhofer IPA)

Den 1. Platz verlieh die Jury an die Firma Plasotec aus Rathenow für die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem sich metallische Oberflächen im Elektrolysebad berührungslos polieren lassen. Das Plasmapolieren ist nicht nur effizient, sondern auch umweltschonend, weil es ohne starke Säuren auskommt und auf wässriger Basis aufbaut. Werden die elektrisch leitfähigen Werkstücke in die Lösung eingetaucht, erzeugen sie als Anode Oxidationsreaktionen: Durch hohe Spannungen bildet sich ein Plasma aus geladenen Teilchen, das die Oberfläche oxidiert und glättet.

Den 2. Platz errang Gerhardi Kunststofftechnik aus Lüdenscheid mit einem neuen Verfahren, mit dem sich neuartige, strukturierte Oberflächen galvanisch auf Kunststoffbauteile aufbringen lassen: Die Oberflächen werden hierfür an den Stellen, die von der Galvanisierung ausgespart werden sollen, mit einem speziellen, antiadhäsiven Lack versehen. Bei der anschließenden Beschichtung bleiben die lackierten Bereiche frei. Die Technik eignet sich beispielsweise, um Armaturen und Dekorblenden mit Symbolen und Schriftzügen zu versehen.

Den 3. Platz belegte das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern mit einer Dickenmessung von Lackschichten mit Terahertz-Strahlung während der Beschichtung. Damit lassen sich die Dicken verschiedener, übereinanderliegender Schichten im laufenden Fertigungsprozess ermitteln, ohne die Oberflächen zu zerstören: Eingesetzt werden hierfür gesundheitlich unbedenkliche Terahertz-Strahlen. Die Reflexion an den Schichtgrenzen erlaubt die Messung der Schichtdicken auf Mikrometer genau.

Die Oberflächentechnik ist eine innovative Branche, von deren Entwicklungen viele Industriezweige profitieren. In der Öffentlichkeit wird dies jedoch kaum wahrgenommen. „Der Technologie-Preis ‚Die Oberfläche‘ hat das Ziel, die Oberflächentechnik als ‚hidden Champion‘ zu würdigen“, erklärte Dr. Martin Metzner vom Fraunhofer IPA. Metzer ist Mitglied der interdisziplinären Jury, der auch Dr. Martin Riester vom VDMA-Fachverband Oberflächentechnik und Dr. Michael Hilt von der Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke. angehören. Aus den eingegangenen Bewerbungen haben die Juroren anhand der Kriterien Innovationssprung, Nachhaltigkeit, Enabler-Qualitäten und industrieller Machbarkeit die drei Preisträger 2018 ausgewählt. (dw)