Die beiden Diagramme zeigen die Testergebnisse von Reibpaarungen zwischen Leder und Standard-ABS (links) sowie Leder mit Rotec-ABS mit Antiknarz-Ausrüstung. Deutlich zu erkennen ist der der hohe Reibwiderstand mit dem Standard ABS (RPN = 9) und der geringe Reibwiderstand mit RPN = 22 mit dem Kunststoff Rotec ABS antiknarz-modifiziert. (Bildquelle: Romira)

Die beiden Diagramme zeigen die Testergebnisse von Reibpaarungen zwischen Leder und Standard-ABS (oben) sowie Leder mit Rotec-ABS mit Antiknarz-Ausrüstung (unten): Deutlich zu erkennen ist der der hohe Reibwiderstand mit dem Standard-ABS (RPN = 9) im oberen Bild und der geringe Reibwiderstand mit RPN = 22 mit dem Kunststoff Rotec ABS antiknarz-modifiziert auf dem unteren Bild. (Bildquelle: Romira)

Die Antiknarz-Compounds sind eine vergleichsweise kostengünstige und dauerhafte Lösung im Verhältnis zur aufwendigen Arbeit mit Antiknarzlacken oder zum händischen Aufbringen von Antiknarzbändern an den Kontaktstellen oder dem Einsatz von Schmiermitteln. Der Compound-Hersteller Romira aus Pinneberg verwendet zur Knarzverminderung speziell entwickelte Copolymere mit dem Handelsnamen Modiper des japanischen Herstellers NOF. In Europa werden diese Copolymere durch Marubeni vertrieben.

Generell wirkt Modiper als Antiknarzverbesserung, auch wenn es direkt im Spritzgussverfahren zu dem entsprechenden Kunststoff hinzugegeben wird. Jedoch fehlen in den meisten Fällen die gute Dispergierung sowie die Verträglichkeit, welche die Langzeiteigenschaften der so hergestellten Teile beeinträchtigen kann. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Rezepturformulierung je nach Kunststoffmatrix zu legen: Romira hat seine Romiloy- und Rotec-Kunststoff-Compounds (Styrol-Kunststoffe) entwickelt, um diese Knarzgeräusche gegen verschiedene Reibepartner verringern, etwa gegen Kunstleder oder bei Anwendungen nach Langzeittemperung bei hohen Temperaturen gegen PA-Compounds mit Mineral- oder Glasverstärkung.

Die Quietsch- beziehungsweise Knarzgeräusche werden mit sogenannten Stick-Slip-Tests nach VDA 230-206 ermittelt. Dabei werden die beiden Materialien mit bestimmter Kraft und Geschwidigkeit aneinander gerieben. Als Ergebnis wird daraus die Risk-Priority-Nummer (RPN) von 1 bis 10 ermittelt. Eine RPN von 1 bis 3 bedeutet kein Knarzrisiko, 4 bis 5 ein mittleres Knarzrisiko und 6 bis 10 ein hohes Knarzrisiko. Die beiden Diagramme zeigen die Testergebnisse von Reibpaarungen zwischen Leder und Standard-ABS (links) sowie Leder mit Rotec-ABS mit Antiknarz-Ausrüstung, jeweils unter gleichen Testbedingungen (40Nx1mm/s 89 °Cx300h). Deutlich zu erkennen ist der hohe Reibwiderstand mit dem Standard-ABS (RPN = 9, hohes Knarzrisiko) und der geringe Reibwiderstand mit RPN = 2, das heißt geringes Knarzrisiko, mit dem Kunststoff Rotec-ABS antiknarz-modifiziert.

Die Antiknarz-Compounds sind zudem anderen Materiallösungen überlegen; Compounds mit PTFE-Zusatz haben eine geringere Oberflächenqualität und zeigen im Dauerlauftest einem höheren Abrieb. Teile aus den Romira-Compounds verfügen dagegen über eine sehr gute Abriebfestigkeit und Langzeiteigenschaften: zudem benötigen sie keine zusätzliche Lackierung.

Über den Autor

Romira GmbH, Pinneberg

Tel. +49 4101 706-03

info@romira.de