Ein flächendeckendes Recycling von Kunststoffverpackungen und -abfällen ist ein Kernziel der EU-Kunststoffstrategie. (Bildquelle: Alba Group)

Verpackungen so gestalten, dass sie umweltgerecht recycelt werden können. Das fordern nicht nur Verbraucher, das verlangt auch das neue Verpackungsgesetz. Mit einer wissenschaftlich fundierten Bewertungsmethode will Interseroh Unternehmen helfen, ihre Verpackungen recyclingfreundlich zu gestalten. (Bild: Alba Group)

„Im Rahmen unserer Dienstleistung zur Verpackungsoptimierung ermöglichen wir Herstellern und Händlern nun, mithilfe eines wissenschaftlich belastbaren Bewertungsrasters ihre Verkaufsverpackungen gezielt zu optimieren“, sagte Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der Interseroh Dienstleistungs GmbH. Dies sei auch mit Blick auf das ab 2019 geltende Verpackungsgesetz wichtig. Danach sollen Hersteller erstmals finanzielle Anreize für den Einsatz recyclingfähiger Verpackungen erhalten.

Um die Recyclingfähigkeit einer Verpackung zu bewerten, haben die beiden Unternehmen ein dreistufiges Punktesystem entwickelt:

  • In der ersten Stufe wird ermittelt, ob der Verbraucher die Verpackung problemlos dem richtigen Erfassungssystem zuordnen kann.
  • Anschließend wird in der zweiten Stufe geprüft, wie sich die Verpackung bei der Sortierung verhält. Können die derzeit verfügbaren Sortiertechnologien die Verpackung in die richtige Materialfraktion einsortieren – oder verhindern bestimmte Materialien eine eindeutige Zuordnung?
  • In der dritten Stufe wird untersucht, ob die Verpackung für eine werkstoffliche Verwertung geeignet ist oder ob zum Beispiel Etiketten, Farben oder Verschlüsse das Recycling erschweren. Je mehr Punkte die Verpackung auf einer Skala von 0 bis 20 erreicht, desto einfacher und besser lässt sie sich recyceln.

„Anhand unserer Bewertungsmethode lassen sich Schwachstellen von Verpackungen und Verbesserungspotenziale ganz klar identifizieren“, erklärte Dr. Siegfried Kreibe, stellvertretender Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts. Und je besser das Recycling funktioniere, desto höher seien die erreichbaren Qualitäten und damit auch die Absatzchancen der entstehenden Recyclingrohstoffe.

„Es ist an der Zeit, dass Bewegung in das Verpackungsdesign kommt“, bekräftigte Dr. Martin Schlummer, Geschäftsfeldmanager Recycling und Umwelt beim Fraunhofer IVV. „Wichtig ist jetzt, dass sich alle Akteure der Wertschöpfungskette dafür einsetzen, die Produkt- und Designanforderungen einer Verpackung mit ihrer Recyclingfähigkeit effektiv zu verbinden.“

Die von Interseroh und bifa entwickelte Bewertungsmethodik für ein recyclingfreundliches Verpackungsdesign ist Teil der Interseroh-Dienstleistung zur Verpackungsoptimierung. Dabei durchleuchtet der Recyclingspezialist gemeinsam mit Kunden aus Handel und Industrie den Lebenszyklus von Verpackungen von der Herstellung bis zur Entsorgung und Verwertung. Darauf aufbauend werden praktikable Handlungsempfehlungen und Lösungen für ein verbessertes Recycling entwickelt. (dw)