Der 3D-Drucker unterstützt bei der Prothesenentwicklung. (Bildquelle: Kühling&Kühling)

Der 3D-Drucker unterstützt bei der Prothesenentwicklung. (Bildquelle: Kühling&Kühling)

Das 3D-Modell des Stumpfes wird anschließend in CAD-Software nach handwerklicher Erfahrung modifiziert, sodass über das Verschalen des modifizierten 3D-Modells der Prothesen-Testschaft entsteht. Dieser digitale Testschaft wird im 3D-Druck hergestellt. Im Vergleich zu anderen Verfahren werden damit eine Reihe handwerklicher Arbeiten wie der Gipsabguss und anschließendes Tiefziehen eingespart. In der Nachbearbeitung fügen sich in FFF-Technologie hergestellte Bauteile nahtlos in die Orthopädietechnik-Werkstatt ein, da die verwendeten Materialien mit handwerklichen Methoden, wie Schleifen, Sägen oder thermisches Verformen, angepasst werden können. Der 3D-Drucker VP75 von Kühling & Kühling, Kiel, eignet sich für diese Aufgabe und als Erweiterung für die Werkstatt. Der Drucker verfügt über ein Bauvolumen von 75L und schafft einen Materialdurchsatz von bis zu 100g pro Stunde. Ein aktiv beheizter Bauraum sichert dabei die Bauteilfestigkeit. Die minimale Schichtstärke beträgt in etwa 0,05mm, wobei eine Auflösung von unter 0,1mm abhängig von der Düsengröße und dem Druckmaterial ist. Einige niedrig viskos schmelzende Materialien ermöglichen hier sehr feine Schichtstärken. Verarbeitbar sind Technische Kunststoffe wie Polymaker Industrial Polycarbonat, PA6/66 und viele weitere Materialien. Bei individuellen Materialanforderungen berät und unterstützt der Druckerhersteller bei der Umsetzung. Ebenfalls enthalten ist die Vacuflat-Schnellwechsel-Vakuumdrucktisch-Technologie. PEI-Dauerdruckfolie sind im Lieferumfang enthalten, doch ist der Drucker kompatibel mit einer großen Auswahl alternativer Materialien als Drucksubstrat, beliebige Folien und Platten bis 3mm.