Verleihung der Innovationspreise ‚Bio-based Material of the Year 2018‘ (v.l.n.r.): Dr. Pillar Villanueva von Aimplas, Tomi Kangas von Arctic Biomaterials und Koenraad Debouck von Cardolite. (Bildquelle: nova-Institut/ PvP)

Verleihung der Innovationspreise ‚Bio-based Material of the Year 2018‘ (v.l.n.r.): Dr. Pillar Villanueva von Aimplas, Tomi Kangas von Arctic Biomaterials und Koenraad Debouck von Cardolite. (Bildquelle: nova-Institut/ PvP)

Der Innovationspreis prämiert aktuelle Entwicklungen in der bio-basierten Ökonomie, die im Jahr 2018 am Markt eingeführt werden. Die Gewinner wurden von den 205 Teilnehmern der 11. International Conference on Bio-based Materials Mitte Mai in Köln gewählt; Veranstalter ist das Nova-Institut in Hürth. Der Sonderpreis der Jury ging an Warka Water aus den USA für einen bio-basierten Turm aus Bambus, der in trockenen Gebieten Wasser gewinnt.

Glasfasern werden zu harmlosen Mineralien abgebaut

ArcBioxTM BGF30-B1 ist eine Polymilchsäure (polylactic acid, PLA), die durch die Nutzung einer Langfaser-Technologie (LFT) mit speziellen, abbaubaren Glasfasern verstärkt wird. Diese Innovation macht es möglich, dass bio-basierte Kunststoffe in technisch anspruchsvollen und langlebigen Anwendungen eingesetzt werden und trotzdem am Lebensende biologisch abgebaut werden können. Die Verstärkung erfolgt durch eine von Arctic Biomaterials (ABM) entwickelte Glasfaser und kann auch für verschiedene andere bio-basierte Polymere verwendet werden. Dieser bio-basierte Verbundwerkstoff reduziert den Kohlendioxid-Fußabdruck und die Nutzung nicht-erneuerbarer Energien im Vergleich zu fossilen glasfaserverstärkten Kunststoffen drastisch. Das verstärkte PLA ist kompostierbar und mit dem ‚Keimling‘-Zeichen von DIN Certco zertifiziert.

Die drei Gewinner beziehungsweise Sieger-Produkte bei der 11. International Conference on Bio-based Materials in Köln. (Bildquelle: nova-Institut/ PvP)

Die drei Gewinner beziehungsweise Sieger-Produkte bei der 11. International Conference on Bio-based Materials in Köln. (Bildquelle: nova-Institut/ PvP)

Ersatz für petrochemische Phenole im Beschichtungs- und Klebstoffmarkt

NX-2026 ist ein ultrahochreines 3-Pentadeca-Dienylphenol, das kürzlich von Cardolite durch eine verbesserte Prozesstechnik entwickelt wurde. Die Chemikalie ist die Hauptkomponente des Cashew-Schalenöls, einem erneuerbaren und nicht essbaren Harz, das aus der Fruchtwand der Cashewnuss gewonnen wird. NX-2026 wurde erfolgreich als ungiftiges Isocyanat-(NCO)-Blockiermittel, das als Ersatz für petrochemische Phenole geeignet ist, in den Beschichtungs- und Klebstoffmarkt eingeführt. NCO-Systeme, die mit NX-2026 blockiert sind, bieten eine niedrigere Viskosität und Entblockungstemperatur als vergleichbare Systeme, die mit Phenolen blockiert sind. Darüber hinaus können NX-2026 blockierte NCO-Prepolymere in 2K-Epoxysystemen verwendet werden, um die Haft- und T-Schälfestigkeit zu verbessern und gleichzeitig gute Härtungseigenschaften zu erhalten. Mehr

Bio-basierte und biologisch abbaubare Netze zur Lebensmittelverpackung

Ein Verpackungsmaterial, das zu mehr als 80 Prozent bio-basiert und nachhaltiger ist als herkömmliche PE-Netze, mit ähnlichen Gewichts- und mechanischen Eigenschaften. Das innovative Produkt ist ein biologisch abbaubares Netz für die Verpackung von grünen Bohnen, welches durch reaktive Extrusion und die Kombination verschiedener biologisch abbaubarer Materialien und Additiven entwickelt wurde. Die chemische Modifikation erfolgte durch die Ergänzung von niedermolekularen Einheiten wie etwa Fettalkoholen, die durch die Fermentation von Zucker aus pflanzlichen Abfällen (Wassermelone) gewonnen werden. (dw)