Der 5. Technologietag Hybrider Leichtbau wird ein noch vielfältigeres Programm bieten als seine Vorgänger-Veranstaltungen. (Bildquelle: alle Leichtbau BW)

Beim 5. Technologietag Hybrider Leichtbau am 25. und 26. Juni 2018 bekommen Anwender und Experten aktuelle Informationen für ihre Ausrichtung im Leichtbau. (Bildquelle: alle Leichtbau BW)

„Die Leichtbau-Phase der reinen Materialsubstitution läuft aus. Die Stichworte Konzeptleichtbau und Multi-Material-Design werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen“, ist sich Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer von Leichtbau BW, Stuttgart,  sicher. Wohin die Reise in den kommenden Jahren im Leichtbau geht, diskutieren Experten und Anwender beim 5. Technologietag Hybrider Leichtbau in Stuttgart. Dabei geht es um konkrete Lösungsansätze und mit Beiträgen von Influencern und Impulsgebern wird bewusst der branchenübergreifende „Blick über den Tellerrand“ gesucht.

Der Technologietag wirft mit einem Rekord seine Schatten voraus: Beim Call for Papers gab es 2018 so viele Einreichungen wie noch nie zuvor. Eines der großen Themenfelder ist der Konzeptleichtbau: Ein Vortrag stellt dabei einen neuen Fertigungsprozess vor, der bei der Herstellung eines hybriden Unterbodenmoduls in Multi-Materialbauweise zum Einsatz kam, mit dem beispielsweise gezielt die Bauteilsteifigkeit erhöht werden konnte. Außerdem widmet sich ein Expertengespräch dem Thema Leichtbau im urbanen System. Auf dem Podium diskutieren dabei unter der Moderation von Dr. Wolfgang Seeliger unter anderem Martin Zeilinger (Daimler), Prof. Johann Tomforde (Teamobility) und Dr. Bernhard Wiedemann (automotive-bw).

Konzeptleichtbau – das heißt Bauteile komplett neu zu denken. Dabei ermöglichen vor allem Verfahren der additiven Fertigung Teile ganz neue Möglichkeiten. Daher widmet sich eine Vortragssession dem Additive Manufacturing. Ein Vortrag gewährt etwa einen Einblick in die Herstellung eines Cockpitmodulquerträgers mittels 3D-Druck für ein Auto, bei dem das Gewicht optimiert wurde, indem etwa die Wandstärken reduziert wurden und filigrane  Versteifungsstrukturen zum Einsatz kamen.

Neu im Programm sind beim Technologietag die drei großen Branchenforen zu Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und Automotive am zweiten Veranstaltungstag.

Neu im Programm sind beim Technologietag die drei großen Branchenforen zu Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und Automotive am zweiten Veranstaltungstag.

Gerade wenn man die Prozesse der additiven Fertigung betrachtet, kommt man an einem Thema nicht mehr vorbei: Digitalisierung. Daher widmen sich zwei Vortragssessions dem Themenblock Digitalisierung und Simulation, in denen es etwa darum geht wie künstliche Intelligenz zum Geometrieverstehen bei der Automatisierung von Prozessen des Computer Aided Engineerings eingesetzt werden kann. Außerdem werden Forschungsergebnisse aus dem Projekt „DigitPro“ vorgestellt, mit dem dank eines digitalen Prototyps die Entwicklungszeiten verkürzt werden sollen.

Wann immer Materialien miteinander kombiniert werden, kommt dem Thema Fügetechnik eine zentrale Rolle zu, da die späteren Eigenschaften der Verbindung auch vom gewählten Fügeverfahren abhängen. Im Themenblock Prozessinnovation kann man beispielsweise erfahren, welche Probleme beim Fügen von Stahl-Kunststoff-Verbindungen auftreten können und es wird ein leichtbaugerechtes, flexibel einsetzbares Verfahren gezeigt, mit dem sich Stahl und Kunststoff wirtschaftlich verbinden lassen.

Innovationen bei der Fachausstellung erleben

Am ersten Tag lohnt sich neben dem Besuch der Vorträge auch ein Streifzug durch die begleitende Fachausstellung, bei der Unternehmen ihre Innovationen im Leichtbau präsentieren. Als Aussteller haben sich bereits unter anderem die Unternehmen AutomoTeam, Cadfem, Ejot, KVT Fastening, Hachtel Werkzeugbau, Herbert Hänchen sowie die L-Bank angemeldet. Mit HWAJIN ist erstmals auch ein südkoreanischer Aussteller vertreten.

Branchenspezifische Lösungen im Blick

Eine Neuheit beim Technologietag sind die drei Branchenforen am zweiten Veranstaltungstag. Warum setzen sich manche Technologien wie etwa der 3D-Druck nur langsam durch und wie kann man Hürden überwinden, um Raum für neue Technologien zu schaffen? Um diese Fragen dreht sich das Branchenforum Luft- und Raumfahrt. Im Gespräch auf der Bühne geht es vor allem um Lösungswege, mit denen man Hindernisse bei der Einführung neuer Technologien überwinden kann. Doch auch die Foren zu Maschinenbau und Automotive warten mit spannenden Themen auf, wenn es darin etwa um die Frage geht, wie sich mit funktionaler Konstruktion und lösungsorientierten Maschinen Kosten senken lassen oder welche Rolle der Leichtbau beim Thema Mobilität in den kommenden Jahren spielen wird, um Fahrzeuge leichter zu machen.

Ein erstes „Date“ mit neuen Geschäftspartnern

Neben dem Fokus auf den Branchen steht der zweite Veranstaltungstag ganz im Zeichen des Themas Geschäftsanbahnung, denn es wird ein organisiertes B2B-Matchting angeboten. Dort erhalten besonders kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit mit Käufern, Verkäufern und technischen Entwicklern zu sprechen. Die Gespräche sollen in lockerer Atmosphäre ablaufen – daher läuft das Format ähnlich wie ein „Speed-Dating“ ab: Melden Sie sich online über die Webseite https://leichtbau-b2b-2018.b2match.io/ an und erstellen Sie ein Kurzprofil. Ab Anfang Mai können Sie sich dann online für ein „Date“ mit anderen Teilnehmern des Technologietags bewerben. Ab dem 21. Juni erhalten Sie eine E-Mail mit Ihrem persönlichen, detaillierten Terminplan für das B2B-Matching. Wichtig: Für die Teilnahme am Technologietag müssen Sie sich zusätzlich noch separat unter www.technologietag-registration.de anmelden.

Gründung leicht gemacht

Außerdem bekommen Unternehmen, die sich in der Gründungs- oder Wachstumsphase befinden, beim Innovations- und Investmentforum am 26. Juni die Chance, in direkten Dialog mit potenziellen Investoren und innovativen (Gründer)-Unternehmern zu treten. Das Angebot findet im Rahmen der CyberOne-Roadshow der bwcon GmbH statt. Zudem besteht die Möglichkeit, sich vor Ort über Gründungsmöglichkeiten zu informieren