Frédérique MUTEL,
JEC-Gruppe Präsidentin & CEO

Frédérique Mutel, 
JEC-Gruppe Präsidentin & CEO

„Dass die JEC-Gruppe in der Lage ist, die gesamte Verbundwerkstoffindustrie drei Tage lang unter einem Dach zu versammeln, hat sicherlich damit zu tun, dass wir immer wieder neue Vorreiterprogramme im Dienste der Composite-Industrie auf den Weg bringen“, erklärt Frédérique Mutel, Präsidentin und CEO der JEC-Gruppe. „In diesem Jahr haben wir beispielsweise neue Programme wie die Composite Challenge eingeführt, die zehn Doktoranden die Möglichkeit bot, ihre Doktorarbeit den Teilnehmern aus der Industrie in großen Zügen zu präsentieren. So wird gleichzeitig die Kontaktaufnahme zwischen Studierenden und der Industrie gefördert. In diesem Sinne haben wir auch unser Startup-Booster-Programm und die Innovation Awards noch weiter ausgebaut, um die Beziehungen zwischen jungen oder innovativen Unternehmen und Investoren oder etablierten Unternehmen zu intensivieren.“

Eindrücke von der JEC 2018 in der Bildergalerie

 

JEC Innovation Awards

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Aus den 30 Finalisten für die JEC Innovation Awards 2018 hat die Jury elf Gewinner gewählt. Für den Bereich Luft- und Raumfahrt wurden Aero Composite, JSC und Solvay ausgezeichnet. Sie erhielten den Preis für eine Infusionstechnik, mit der ein primäres Strukturelement für einen Tragflügel gefertigt werden kann. Die Technik ermöglicht es, komplette Composite-Strukturen mit hoher Dehnfähigkeit und komplexer aerodynamischer Form herzustellen. Für die modulare thermoplastische Versteifungsplatte zur Anwendung in Luft- und Raumfahrt erhielt das Fraunhofer ICT und seine Partner eine Auszeichnung. Ebenso wurde die Hochschule für Technik Rapperswil mit ihren Partnern für ein Hochdruck-Polyurethan-RTM-Verfahren ausgezeichnet, mit dem Nasenkonen für Flugzeugtriebwerke mit optimierten Eigenschaften in einem Bruchteil der bislang erforderlichen Zeit hergestellt werden können. Einen Award erhielt auch M. Torres Diseños Industriales SAU für ein neues Herstellungsverfahren für große Monocoque-Strukturen aus Verbundwerkstoffen mit voll integrierten Verstärkungen und ohne dass ein komplettes Formwerkzeug eingesetzt werden muss.

In der Rubrik Automobilanwendung wurden die Ford-Werke und seine Partner Gestamp, GRM Consulting sowie die University of Warwick  für die Entwicklung eines Strukturbauteil aus Verbundwerkstoff für Radaufhängungssysteme ausgezeichnet. Das Bauteil ermöglicht erhebliche Gewichtseinsparungen durch den Einsatz eines in der Branche neuen Prepreg/SMC/Stahl-Overmoulding-Verfahrens. Für den Entwurf wurde eine neuentwickelte computerunterstützte (CAE) Entwicklungstechnik angewendet. Für die Großserienfertigung eines CFK-Rückwandmoduls erhielt Audi und seine Partner Voith Composites, Dow Automotive und Zoltek einen Innovations Award. Mit dem Prozess kann das volle Potenzial von CFK in einer Serienfertigung ausgeschöpft werden. Möglich wird dies durch ein neuentwickeltes Rückenwandmodul und kosteneffiziente Produktionstechnik.

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Für den Bereich Bauwesen und Infrastruktur zeichnete die Jury Komatsu Seiren und Partner aus. Komatsu Seiren hat ein CFK-Kabel zur geringen Kosten entwickelt. Ganz groß dachten die Ingenieure bei Uljanik JSC für den Schiffsbau. Sie entwickelten ein preisgekröntes Frachtdeck aus Verbundwerkstoffen für ein 7000 Fahrzeuge fassendes Autotransportschiff. Mit der Gewichtseinsparung lassen sich 4,5 Prozent bzw. 2,1 t Treibstoff/ Tag sparen, wobei gleichzeitig  eine höhere Nutzlast realisiert wurde. Einen Innovation Award erhielt auch ELG Carbon Fibre und seine Partner für die Entwicklung eines optimierten CFK-verstärkten Drehgestellrahmens für den Schienenverkehr. In den weiteren Rubriken Sport, Städtebau und Nachhaltigkeit wurde BMW mit den Partnern EDAG Engineering, KraussMaffei Technologies, Chr. Karl Siebenwurst, TUM-LCC, Automation W + R und FHG-IGC ausgezeichnet. Sie entwickelten ein modulares System für eine komplex aufgebaute, mit Karbonfaser verstärkte Schwinge für das Hinterrad eines Motorrads. Für das Wet Core Pod, ein Gebäudemodul aus Verbundwerkstoff, wurde MC Materiales Compuestos ausgezeichent. Auch das besonders nachhaltig Verfahren zur Verarbeitung recycelter Verbundwerkstoffe in einem 3-in-1-Band im thermomechanischen Verfahren wurde ausgezeichnet.

Innovation Planets zeigten vielfältige Anwendungen

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Verleihung der Preise auf der JEC 2018. (Bildquelle: JEC Group)

Neben den Awards weckten auch dieses Jahr wieder die Innovation Planets sehr viel Aufmerksamkeit. In den Planets wurden sehr anschaulich und übersichtlich spannende Anwendungen von Verbundwerkstoffen vorgestellt. „Wir haben neben den Planeten Luft- und Raumfahrt, Automobil und Bauwesen einen neuen Planeten namens `Make it Real` eingeführt. Hier wurden ganz erstaunliche futuristische Produkte vorgestellt, wie zum Beispiel das Aeromobil, ein fliegendes Auto, das in naher Zukunft den Stadtverkehr revolutionieren könnte“, fügt sie hinzu. „Zudem haben wir unser neues Buch zum Thema Naturfasern herausgebracht: Flax und Hemp (Flachs und Hanf). Wir haben intensiv zu den Themen Composites unter ökologischen Gesichtspunkten und Recycling kommuniziert.“

 

Dr. Etwina Gandert

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert

ist Redakteurin Plastverarbeiter.

etwina.gandert@huethig.de