(Vlnr) Produktmanager Matthias Althaus, Laura Szislowski, Mitarbeiterin Vertrieb/Innendienst, Teamleiter Vertrieb Sebastian Veit. (Bildquelle: Römheld)

(Vlnr) Produktmanager Matthias Althaus, Laura Szislowski, Mitarbeiterin Vertrieb/Innendienst, Teamleiter Vertrieb Sebastian Veit. (Bildquelle: Römheld)

Wie lief das erste Dreivierteljahr seit der Gründung des Joint Ventures für Magnetspanntechnik?

Veit Unsere Vision ist es, die Entwicklung der Magnetspanntechnik zu beschleunigen und der Schnellspanntechnologie neue Kundenkreise zu erschließen. Hier sind wir einen guten Schritt vorangekommen. Auf der Fakuma haben wir viel positives Feedback erhalten. Daneben konnten wir unser internationales Vertriebs- und Servicenetz mit neuen Partnerfirmen deutlich erweitern und verdichten. Mittlerweile sind wir weltweit bei allen namhaften Spritzgießmaschinen-Herstellern gelistet. Wir sind mit Römheld Rivi näher am Kunden, an seinen Wünschen, Anforderungen und Herausforderungen. Dadurch können wir ihn gezielter ansprechen und intensiver beraten. So erleichtern wir ihm den Zugang zur Magnetspanntechnik – und sind bei Fragen schneller vor Ort.

Althaus Auch an der Entwicklung neuer Produkte sind wir dran. Dazu werden wir zur nächsten Fakuma mehr sagen können. Außerdem arbeiten wir am Produktionsprozess, um die Lieferzeiten zu verkürzen. Denn alle unsere Magnetspannsysteme sind kundenspezifische Spezialanfertigungen, die wir an die jeweilige Bearbeitungsaufgabe anpassen. Zahlreiche Parameter sind individuell wählbar – von der Haltekraft über die Dimensionen und die Geometrie bis zu den gewünschten Bohrungen und den Aussparungen für Auswerfer und Zentrierringe. Die Variationsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Beispielsweise verkaufen wir Spannplatten mit einer Fläche von lediglich 400 x 400 mm Fläche und Elemente, die 3.000 x 3.000 mm groß sind. Diese Vielfalt wollen wir einerseits erhalten und gleichzeitig durch Standardisierungen von Komponenten und verbesserte Abläufe die Fertigung beschleunigen.

Welche Wachstumschancen sehen Sie für die Magnetspann-Technologie?

Veit Anfängliche Vorbehalte bezüglich der Sicherheit konnten erfolgreich ausgeräumt werden. Von der boomenden Kunststoffbranche profitiert natürlich auch die Magnetspanntechnik. Die Technologie ist mittlerweile schon viel bekannter als noch vor zehn Jahren. Diesen Erfolg wollen wir ausbauen und erwarten in den nächsten Jahren zweistellige Wachstumsraten in zahlreichen Branchen – nicht nur in der Kunststoffverarbeitung. Zusätzlich sind wir mit der Magnetspanntechnik auch in der Gummi- und Blechverarbeitung vertreten. Die Erfahrungen, die wir dort sammeln, beispielsweise bei der Hochtemperaturverarbeitung, kommen auch den Kunden aus dem Spritzguss zugute.

 Magnetspannplatte auf einer Spritzgießmaschine (Bildquelle: Römheld)

Magnetspannplatte auf einer Spritzgießmaschine (Bildquelle: Römheld)

Sind Magnetspannplatten eher in der Erstausstattung oder beim Nachrüsten gefragt?

Althaus Prinzipiell eignen sie sich gleichermaßen gut für beides. Da unser M-Tecs-System lediglich aus zwei Elektropermanentplatten, einem Steuerungs- und Überwachungsmodul, einer Fernbedienung und einem entsprechenden Kabelsatz besteht, kann es meist innerhalb weniger Stunden montiert werden. Aber auch für die Erstausstattung von Spritzgießmaschinen wird es immer mehr genutzt.

Wann lohnen sich Magnetspannplatten besonders?

Althaus Magnetische Materialien werden gleichmäßig, auf voller Fläche und mit hoher Biegesteifigkeit gespannt. Der Anwender kann sich sicher sein, dass Formhälften stets genau parallel zusammengeführt werden. Das gewährleistet eine sehr hohe Präzision in der Fertigung und sorgt darüber hinaus dafür, dass der Werkzeugverschleiß verringert wird. Der wichtigste Kaufgrund sind häufige Produktwechsel an der Maschine verbunden mit kleinen Losgrößen. Denn die Magnetspanntechnik zeichnet sich durch sehr kurze Spann- und Lösezeiten von Sekundenbruchteilen aus.
Und auch wenn das Werkzeug schlecht zugänglich ist, ist eine Magnetspannplatte eine gute Wahl. Denn Sie fahren einfach das Werkzeug auf die Platte und positionieren es. Das Spannen und Lösen geschieht auf Knopfdruck.

Veit Dazu kommt die hohe Flexibilität des Systems. Bei hydraulischen Systemen muss man die Werkzeuge ja erst einmal in Hinblick auf Größe und Spannränder standardisieren. Bei Magnetspannplatten entfällt dies. Zudem sind die Spannsysteme frei von Fluiden und damit auch für die Reinraumproduktion geeignet.

Gibt es Einschränkungen für die magnetische Werkzeugspanntechnik?

Veit Für uns nicht. Bei Magnetspannplatten von manchen anderen Anbietern verhindern zu hohe Arbeitstemperaturen mitunter den Einsatz. Denn vielfach eignen sich Magnetspannplatten nur für Arbeitstemperaturen bis 120 °C. Das ist für die meisten Spritzgießanwendungen vollkommen ausreichend. Jedoch werden zunehmend Hightech-Thermoplaste wie Polyetheretherketon (PEEK) und Polyphenylensulfon (PPSU) verarbeitet, bei deren Verarbeitungstemperaturen diese Spannsysteme auf Dauer versagen. Hier bieten wir als weltweit einziges Unternehmen Magnetspannplatten an, die bei bis zu 240 °C eingesetzt werden können. Diese Modelle bewähren sich seit vielen Jahren an Gummipressen.