Clariant steigert Umsatz und Gewinn

Hariolf Kottmann, CEO von Clariant, sieht gute Möglichkeiten, die Rendite des Konzerns weiter zu steigern. (Bild: Clariant)

Clariant, Muttenz, Schweiz, hat in den ersten neun Monaten 2017 einen Umsatz von 4,698 Mrd. CHF erzielt. Im Vergleichszeitraum 2016 betrug das Ergebnis 4,299 Mrd. CHF. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 10 Prozent in Lokalwährungen. Dieses Ergebnis nach Angaben des Schweizer Konzerns durch Beiträge aus allen Geschäftsbereichen erzielt, wobei insbesondere Catalysis und Natural Resources durch zweistellige Wachstumsraten auffielen. Das organische Wachstum stieg in Folge von Volumenzuwächsen um 6 Prozent in Lokalwährung. Am stärksten fielen die Zuwächse in Nordamerika sowie im Mittleren Osten und Afrika aus. In beiden Regionen stieg der Umsatz in Lokalwährung um 16 Prozent. In Asien legte der Umsatz um 12 Prozent zu, insbesondere in Folge eines kräftigen Wachstums in China und Südostasien. Der Umsatz in Europa stieg um 8 Prozent. Lateinamerika meldete einen leichten Umsatzrückgang von 1 Prozent. Grund dafür war laut Clariant ein nach wie vor herausforderndes gesamtwirtschaftliches Umfeld, das jedoch erste Zeichen einer Verbesserung zeige. Care Chemicals und Catalysis zeigten beide abermals eine starke Expansion. Der Umsatz von Care Chemicals stieg um 9 Prozent in Lokalwährung, unterstützt durch ein starkes Consumer-Care- und Industrial-Applications-Geschäft. Der Umsatz bei Catalysis legte um 19 Prozent zu, bei einem organischen Umsatzwachstum von 14 Prozent. Natural Resources berichtete einen Umsatzanstieg von 18 Prozent. Hebel dafür waren vor allem die Akquisitionen von Kel-Tech und X-Chem in Nordamerika im Jahr 2016. Der organische Umsatz wuchs bei Natural Resources um 3 Prozent, wozu vor allem das Wachstum bei Functional Minerals beisteuerte. Im Bereich Plastics & Coatings verbesserte sich der Umsatz um 5 Prozent, wobei alle drei Geschäftseinheiten vor allem in China weiterhin auf Expansionskurs sind.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) vor Einmaleffekten stieg in den ersten neuen Monaten 2017 um 10 Prozent in Schweizer Franken und erreichte 717 Mio. CHF. Die verbesserte Profitabilität führt der Konzern in erster Linie auf den Aufschwung bei Catalysis und die anhaltend positive Entwicklung bei Plastics & Coatings zurückzuführen. In der Folge erhöhte sich die EBITDA-Marge vor Einmaleffekten weiter auf 15,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau von 15,2 Prozent.

Neue Anlage für Zellulose-Ethanol

«Mit einem exzellenten Umsatz- und Profitabilitätswachstum von 10 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres sind wir auf dem besten Weg, unsere Ziele zu erreichen,» sagte Clariant-CEO Hariolf Kottmann. «Die Ankündigung der Kommerzialisierung von Bioethanol mit den dazugehörigen Lizenzen und Enzymen zeigt exemplarisch, wie wir in unserem gesamten Portfolio Innovation vorantreiben. Allein durch die Zellulose-Ethanol-Produktion erwarten wir ein Umsatzpotenzial im mittleren zweistelligen Millionenbereich.“ Der Verwaltungsrat hat Ende Oktober grünes Licht gegeben für die Investition in eine neue kommerzielle Grossanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol aus Pflanzenreststoffen unter Anwendung der von Clariant entwickelten „Sunliquid“-Technologie. (Link zur Original-Pressemitteilung)

Ausblick 2017 bestätigt

„Wir sind zuversichtlich, trotz des zeitweise schwächeren Cashflows im ersten Halbjahr unsere Ziele für 2017 zu erreichen“, betonte Kottmann, „das heißt Wachstum in Lokalwährung sowie weitere Verbesserung des operativen Cashflows, des absoluten EBITDA und der EBITDA-Marge vor Einmaleffekten.» Clariant erwartet ein weiterhin schwieriges Geschäftsumfeld, das von einer hohen Volatilität der Rohstoffpreise, starken Währungsschwankungen und politischen Unwägbarkeiten geprägt sein wird. Die Wirtschaftslage in den Schwellenländern bleibe weiterhin unverändert. Das Wachstum in den USA und Europa dürfte sich nach Einschätzung der Konzernleitung fortsetzen.  Clariant bestätigt ihr mittelfristiges Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemie-Branche zu erreichen. Dies entspricht einer EBITDA-Marge vor Einmaleffekten zwischen 16 und 19 Prozent und einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) über dem Durchschnitt der Peer-Gruppe.