Vor der neuen Produktionsanlage und dem Richtkranz (v.l.):  Dr. Steffen Kühling (Standortleiter), Dr. Klaus Schäfer (Mitglied des Vorstandes), Stefan Mohrdieck (Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel), Ulrich Hollmann (Projektleiter) und Christian Wissel (Leiter Anlagenplanung). (Bildquelle: Covestro)

Vor der neuen Produktionsanlage und dem Richtkranz (v.l.): Dr. Steffen Kühling (Standortleiter), Dr. Klaus Schäfer (Mitglied des Vorstandes), Stefan Mohrdieck (Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel), Ulrich Hollmann (Projektleiter) und Christian Wissel (Leiter Anlagenplanung). (Bildquelle: Covestro)

„Mit der neuen Anlage bauen wir Brunsbüttel zu einem der größten Produktionsstandorte für MDI in Europa aus“, betonte Produktionsvorstand Dr. Klaus Schäfer. Mit der neuen Anlage verdoppelt Covestro, Leverkusen, seine Produktionskapazität für MDI in Brunsbüttel auf 400.000 Tonnen pro Jahr. Diese Erweiterungspläne verkündete der Rohstoffhersteller bereits im Juni 2016.

MDI (Methylendiphenyldiisocyanat) wird zur Herstellung von Polyurethan-Hartschaum benötigt, der vor allem für die effiziente Wärmedämmung von Gebäuden und in der gesamten Kühlkette eingesetzt wird. Für die neue Anlage wird eine bestehende und stillgelegte Anlage für das Schaumstoff-Vorprodukt TDI auf die Produktion von MDI umgestellt. Durch die eingesetzte Technologie werden je nach Fahrparameter circa zehn bis 20 Prozent weniger Energien als im herkömmlichen Verfahren verbraucht.

Kräne bis 400 t Eigengewicht im Einsatz

Mit Fertigstellung der vier bis zu 40 Meter hohen Treppentürme ist die Investition am Standort seit dem Frühjahr weithin sichtbar geworden. Aktuell sind bis zu 15 Krane auf der Großbaustelle tätig. Eigens für die Montage des 80 Tonnen schweren Sicherheitsbehälter, der Ende August per Schiff im Elbehafen anlandete und per Schwertransport ins Werk geliefert wurde, kam ein Kran mit 400 Tonnen Eigengewicht zum Einsatz. Über Rohrbrücken hinweg hob dieser den 26 m langen Behälter millimetergenau in den Rohbau.

Das Fundament der MDI-Anlage mit einem späteren Gesamtgewicht von 1.700 t ruht auf 220 Pfählen, die bis zu 22 m tief in den Untergrund gebohrt wurden. Bis zur Inbetriebnahme müssen rund 35 km Rohrleitungen verlegt, etwa 300 Pumpen und Apparate montiert und die komplette Prozessleittechnik installiert werden. Den derzeitigen planmäßigen Anlagenstillstand der bestehenden MDI-Anlage nutzen die Planer, um die Anbindung der neuen Produktionsanlage vorzubereiten.