Sparprogramm und massiver Stellenabbau bei Lanxess im Gespräch

Die Firmenzentrale von Lanxess in Köln (Bildquelle: Lanxess)

Im Geschäftsjahr 2016 lag die Ergebnismarge bei 12,9 Prozent. Neben der höheren operativen Ergebnismarge – gemessen am EBITDA vor Sondereinflüssen – soll die Schwankungsbreite des operativen Ergebnisses sinken. Zudem will Lanxess stärker wachsen als die Weltwirtschaft.

„Lanxess steht heute wieder auf festen Beinen und ist zurück auf einem profitablen Wachstumspfad. In den kommenden Jahren wollen wir unser volles Potenzial ausschöpfen und LANXESS zu einem noch stärkeren Unternehmen entwickeln: mit einer hochdiversifizierten, stabilen Plattform, mit einer gesteigerten Profitabilität und nicht zuletzt mit einer auf Engagement und Begeisterung basierenden Unternehmenskultur“, sagt Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzenderdes Konzerns.

Lanxess zielt auf Marktführerschaft

Um diese Ziele zu erreichen, sollen nur noch solche Geschäfte betrieben bzw. ins Portfolio genommen werden, in denen der Konzern führende Marktpositionen erreichen und nachhaltig attraktive Margen erwirtschaften kann. Organische Investitionen – rund 400 Mio. EUR zwischen 2016 und 2020 – erfolgen in Projekte, die eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Roce) von durchschnittlich 20 Prozent erbringen. Der Roce des Gesamtkonzerns lag im Geschäftsjahr 2016 bei 6,9 Prozent.

Lanxess strebt zudem eine stärkere regionale und sektorale Diversifizierung an, um die Auswirkungen von Marktschwankungen weiter zu reduzieren. Dabei soll der Umsatzanteil der Wachstumsmärkte wie Asien und Nordamerika weiter erhöht und die Präsenz in attraktiven Kundenindustrien wie Elektro und Elektronik oder Energie mit Produktanwendungen ausgebaut werden.

Lanxess rechnet mit mehr Gewinn für 2014

Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess (Bildquelle: Lanxess)

Synergien aus Chemtura-Übernahme bereits spürbar

Ein wichtiger Faktor zur Erreichung der neuen Finanzziele sind die Synergien, die aus der Akquisition von Chemtura – dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte – resultieren. Rund 100 Mio. EUR an jährlichen Kosteneinsparungen plant der Konzern bis zum Jahr 2020 zu erreichen, davon rund 25 Mio. EUR bereits in diesem Jahr. Diesen stehen geschätzte Einmalkosten von 140 Mio. EUR gegenüber.

Etwa die Hälfte der geplanten Synergien entfällt auf die Bereiche Produktion und Beschaffung. So weitet Lanxess seine sogenannte Manufacturing-Excellence-Initiative auf die ehemaligen Chemtura-Produktionsstandorte aus, um auch deren Prozesse und Technologien weiter zu optimieren. Auch das gebündelte Einkaufsvolumen beider Unternehmen für Rohstoffe von rund 2,5 Mrd. EUR kann durch harmonisierte Lieferverträge und eine stärkere Rückwärtsintegration verringert werden. Weitere Sparpotenziale ergeben sich bei Transport und Logistik. Beispielsweise betreiben die kombinierten Geschäftsbereiche derzeit noch mehr als 200 Lager weltweit.

Rund 30 Prozent der gesamten Synergien lassen sich im Verwaltungsbereich – vorwiegend in Nordamerika – erzielen. Die Kosten und Strukturen für den ehemaligen Chemtura-Vorstand, die ehemalige Konzernzentrale in Philadelphia und die Chemtura-Börsennotierung entfallen. Darüber hinaus werden benachbarte Verwaltungsstandorte zusammengelegt und Doppelfunktionen gestrichen. Insgesamt wurden rund 40 Projekte für die Vereinheitlichung der Administration in Nordamerika aufgesetzt. Weitere 20 Prozent der Synergien sollen sich aus der Harmonisierung der weltweiten Marketing- und Vertriebsstrukturen ergeben.