Die innovative Schaber-Technologie des Laserfilters ermöglicht hohe Durchsätze bei zugleich bestechender Schmelzequalität. Bildquelle: EREMA

Die innovative Schaber-Technologie des Laserfilters ermöglicht hohe Durchsätze bei zugleich bestechender Schmelzequalität. Bildquelle: EREMA

Kunststoffrecycling ist ein wachsender Markt. Gleichzeitig beklagen Recycler, dass die Menge an stark verschmutzten Ausgangsmateralien zunimmt. „Gründe dafür sind einerseits die vermehrte Verwendung von Kunststoff in unserem Alltag, wie Verpackungen von Lebensmitteln und andererseits die verpflichteten Recyclingquoten, die vor allem innerhalb der EU starke Auswirkungen auf nationale Vorschriften haben.

In diesem Zusammenhang sind auch stark verschmutzte Verpackungsmaterialien als Rohstoffquelle anzusehen – Voraussetzung für eine hohe Qualität der Regranulate ist speziell in diesem Fall  die richtige Recyclingtechnologie“, erklärt Robert Obermayr, Leiter der neuen Business Unit Powerfil bei Erema, Ansfelden Österreich.

Wichtig sei auch, wofür das Rezyklat eingesetzt werden soll, so der Experte, und welche Bestandteile überhaupt als Verschmutzung eingestuft werden. „Es gibt relativ einfache Anwendungen bei denen die Verschmutzung gar nicht als solche angesehen, sondern eher als Füllstoff akzeptiert wird und daher keine Filtration nötig ist. Wenn eine Filtration gewünscht ist, kann unser Laserfilter je nach Art der Verschmutzung bis zu fünf Prozent davon austragen.“

Weiter erläutert Obermayr: „Als Verschmutzung sind sicherlich auch Fremdpolymere anzusehen. Auch hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen die vom Einhomogenisieren bis zum Herausfiltern von Fremd-Polymeren reichen – natürlich ist das Herausfiltern nur möglich sobald ein gewisser Unterschied in der Schmelztemperatur besteht.“

Portfolio von Schmelzefilter-Systemen in einer Business-Unit gebündelt

Robert Obermayr, Leiter der neuen Business Unit Powerfil, neben dem Laserfilter in der Montagehalle. 
Bildquelle: Erema

Robert Obermayr, Leiter der neuen Business Unit Powerfil, neben dem Laserfilter in der Montagehalle.
Bildquelle: Erema

Unter dem Motto „Plug in Performance“ bietet die neue Business Unit Powerfil von Erema das Teilflächen-Rückspülfiltersystem SW RTF sowie den Laserfilter ab sofort als Einzelkomponenten an. „Mit dem neuen Angebot von Powerfil wollen wir nun noch sichtbarer aufzeigen, dass unsere Filtersysteme auch für Fremdextrusions-Systeme eine leistungsstarke Lösung darstellen – die dafür verwendete Technologie ist jedoch nicht neu, sondern bereits tausendfach bewährt. Weltweit sind Erema Filter auf über 5.000 Kunststoffrecycling-Maschinen im Einsatz“, so Manfred Hackl, CEO der Erema Gruppe. Und Robert Obermayer ergänzt: „Nachdem die Aufgabenstellung geklärt ist – also welches Polymer mit welchen Eigenschaften , vor allem mit Blick auf die Viskosität, und wovon dieses gereinigt werden soll, müssen eigentlich nur die Platzverhältnisse für den Einbau eines Filters gegeben sein. Die Steuerung des Filters erfolgt separat über eine Touchscreen-Bedienoberfläche.“

Neben der schnellen Verfügbarkeit werden Anwender vor allem die Filterqualität und die damit verbundene rasche Amortisation schätzen, ist sich Robert Obermayr sicher: „Dem Bedarf kommen wir mit Powerfil nach und bieten besonders mit dem Laserfilter ein Funktionskonzept, das hohe Qualitätsansprüche mit stabil günstigen Betriebskosten vereint.

Für Powerfil liegt das Hauptaugenmerk sicherlich im Bereich der stärker verschmutzten Anwendungen. Eine sehr grobe Abgrenzung kann dabei schon nach der Menge der zu filternden Verunreinigungen vorgenommen werden: Bis ca. 0,1 Prozent können die Rückspülsiebwechsler verwendet werden – darüber hinaus der Laserfilter. Der Laserfilter verarbeitet Inputmaterial mit einem Verschmutzungsgrad von über einem Prozent problemlos und kann je nach Verschmutzungstype maximal bis zu 5% herausfiltern.

Laserfilter für PET-Reycling

Eine relativ junge Anwendung für den kontinuierlich arbeitenden Laserfilter ist das PET-Recycling. Grund dafür ist, dass der erhöhte Einsatz von rPET in Endprodukten eine hohe Prozessstabilität – selbst bei höheren Verschmutzungsgraden – voraussetzt. „Es geht dabei zwar tendenziell eher um geringere Verschmutzungsanteile – weswegen hier bis dato Rückspülkolbenfilter eingesetzt wurden – jedoch macht die kontinuierliche Arbeitsweise und die lange Siebstandzeit den Laserfilter hier interessant. Darüber hinaus konnten wir die Siebfeinheiten für die Lasersiebe auf aktuell 70 µ bringen. Das kann besonders für das PET-Recycling erforderlich sein, wobei dabei auch zu beachten ist, dass die Filtrationsqualität eines Laserfilters bei nominell gleicher Siebfeinheit eines Drahtgewebefilters deutlich besser ausfällt. Grund dafür ist vor allem die kürzere Verweilzeit der Verunreinigungen auf der Filteroberfläche beim Laserfilter“, beschreibt Obermayr die Technik.

Der Laserfilter verdankt seinen Namen den mittels Laserstrahl gefertigten, flachen Siebscheiben – die aus 1,5 mm dicken Spezialstahl bestehenden Blechscheiben werden dabei mit mehreren 100.000 konisch geformten Löchern versehen – je Filter werden zwei dieser Siebscheiben fix in den Filterblock eingespannt und vom zu filternden Polymerstrom durchflossen. Zwischen den Siebscheiben rotiert das Austragswerkzeug, welches die Abhebeschaber trägt und deren Wellen als Schmutzaustrag konstruiert sind.

Die in der Schmelze mitgetragenen Verunreinigungen bleiben an der Sieboberfläche zurück und werden mit den selbstadjustierenden Abhebeschabern von der Sieboberfläche in kürzester Zeit abgehoben und den Schmutzaustragswellen zugeführt. „Dieses Konzept verbindet also ein einfaches und geradliniges Strömungskonzept mit dem Vorteil der fix eingespannten, ruhenden Siebe – es gibt also keine drehenden Dichtungen nach außen oder von der Sauber- zu Schmutzseite – ein auf mehreren hundert Anlagen 100.000 bewährtes und hocheffizientes Filtersystem für hohe Durchsätze auch bei hohen Verschmutzungsgraden“, so Obermayr. Zudem vermindern die rheologischen Optimierungen an der Stützlochplatte den Strömungswiderstand und schonen so das Filtrat.

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Ralf Mayer

ist Chefredakteur Plastverarbeiter.

ralf.mayer@huethig.de

Dr. Etwina Gandert

Dr. Etwina Gandert

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