Extruder mit neuer Steuerung (Bildquelle: Battenfeld-Cincinnati)

Extruder mit neuer Steuerung (Bildquelle: Battenfeld-Cincinnati)

Kontinuierlich laufende Anlagen, einmal eingestellt auf die Produktion optimaler Ergebnisse, werden hinsichtlich dieser Einstellung ungern verändert. Mit der Weiterentwicklung der Verfahren scheint es sich ähnlich zu verhalten, denn neue Entwicklungstrends wurde nur von wenigen Anlagenherstellern in geringem Umfang mitgeteilt. Der Hersteller Krauss Maffei Berstorff, Hannover, hat die schon im Vorjahr genannten Trends nochmals aufgeführt und darauf hingewiesen, dass sich „definitiv nichts geändert hat“, diese also unverändert gelten. Die „zunehmende Nachfrage nach kompletten Systemlösungen aus einer Hand und“ nach „kundenspezifischen Projektlösungen“ besteht demnach nach wie vor ebenso wie die „gesteigerte Nachfrage nach hochwertigen Materialien und komplexen Materialsystemen“, wie KraussMaffei einleitend darlegt.


(Bildquelle: Battenfeld-Cincinnati, Reifenhäuser, Krauss Maffei Berstorff, Leistritz)

(Bildquelle: Battenfeld-Cincinnati, Reifenhäuser, Krauss Maffei Berstorff, Leistritz)

Marktübersicht Extrusionsanlagen

Die vier interaktiven Marktübersichten enthalten das Maschinenangebot von allen relevanten Herstellern und gliedern sich in die Produktgruppen Rohre, Profile und Blasfolien sowie Tafeln. Jede dieser Übersichten ermöglicht es, die geeignete Extrusionsanlagen sowie deren Anbieter nach Einsatzzweck, Materialart und Leistungsparametern zu selektieren. So lassen sich die aufgeführten Extruder leicht nach den Anforderungen filtern, die sich aus dem konkreten Anwendungsfall ergeben.

Die neue Anlage steht für Effizienz und Maschinenintelligenz. (Bildquelle: Reifenhäuser Reicofil)

Die Anlage vereint Effizienz und Maschinenintelligenz. (Bildquelle: Reifenhäuser Reicofil)

Fortschritte bei der Technik in kleinen Schritten

Bei Maschinen und Geräten der Rohranlagen ist nach Graewe, Neuenburg, ein „klarer Trend zu Wicklern für Rohre bis maximal 250 mm Außendurchmesser“ festzustellen. Mit diesen Wicklern können „Rohrbunde bis zu 4,5 m Außendurchmesser und 2,5 m Breite gewickelt werden. Die Rohre wurden bislang auf Stahltrommeln gewickelt, was eine aufwändige Transportlogistik nach sich zieht.“ Bei als Rohrbunde gewickelten Rohren „müssen die Stahltrommeln dann nicht mehr leer zurückgeschickt werden.“ Die von Krauss Maffei Berstorff angesprochenen „kundenspezifischen Komplettanlagen zur Produktion“ von „mehrschichtigen Rohren“ weisen „Inline-Dimensionswechselsysteme und Systeme zur Kühlstreckenverkürzung und/oder Erhöhung der Ausstoßleistungen“ auf und sind mit „gegenläufigen parallelen Doppelschneckenextrudern“ oder „36 D-Technologie bei Einschneckenextrudern“ ausgerüstet. Den Trend zur „Erhöhung des L/D-Verhältnisses“ bei gleichzeitig „kompakter, service- und wartungsfreundlicher Bauweise“ spricht Hans Weber Maschinenfabrik, Kronach, sowohl für Rohr- als auch für Profilanlagen an. Zu letzteren berichtet Extrunet, Kremsmünster, von der „Etablierung von Regelkreisen in der Profilextrusion“, die der „Inlinevermessung der Profilgeometrie, der Oberflächenqualität und des Gewichts“ dienen und „Einfluss auf die Kühlung und die Extrusionsgeschwindigkeit“ haben. Dabei „werden Extruder, Kalibertisch, Werkzeug und Abzug gemeinsam zentral gesteuert“. Krauss Maffei Berstorff stellt die „Materialkosten-Optimierung durch Coextrusionsvarianten“ und den „vermehrten Einsatz von Materialien mit hohen Füllstoffanteilen oder Recyclaten“ bei der Profilextrusion in den Vordergrund und verweist auf „gepanzerte Verfahrenseinheiten“ für das Verarbeiten dieser Materialien. „36D-Einschneckentechnologie und 32D-Doppelschneckentechnologie“ kommen ebenfalls bei der Plattenextrusion zum Einsatz.

Konischer Doppelschneckenextruder als 
Säulenversion ausgeführt (Bildquelle: KraussMaffei Berstorff)

Konischer Doppelschneckenextruder als
Säulenversion ausgeführt (Bildquelle: Krauss Maffei Berstorff)

Automatisierungsgrad nimmt zu

Die Entwicklung der Verfahrenstechnik richtet sich, wie Krauss Maffei Berstorff mitteilt, bei Rohranlagen nach Anforderungen, die das „Verarbeiten neuer Materialien“, das „Verarbeiten von Rezyklat und Regenerat“ und „Materialkostenreduzierung“ ermöglichen. Laut Extrunet sollte bei diesen Anlagen die „Automatisierung des Prozesses den menschlichen Faktor als Fehlerquelle ausschließen und den Prozess auch für Ungelernte leichter beherrschbar machen.“ Hans Weber Maschinenfabrik berichtet vom „Einsatz spezifisch entwickelter Schneckengeometrien“ sowohl für die Rohr- als auch für die Profilextrusion. Zu dieser verweist Krauss Maffei Berstorff auf „Lösungen zur Erweiterung der Rezepturbreite“, wodurch eine „Erhöhung der Flexibilität bei der Maschinenbelegung in der Produktion“ erreicht wird.

Doppelschneckenextruder mit 65 mm Schneckendurchmesser (Bildquelle: Coperion)

Doppelschneckenextruder mit 65 mm Schneckendurchmesser (Bildquelle: Coperion)

Ausstoßleistungen steigen, Ausschussraten sinken

Leistungssteigerungen der Anlagen werden laut Hans Weber Maschinenfabrik dadurch erreicht, dass „durch drehmomentstärkere Getriebe eine Erhöhung der baugrößenspezifischen Ausstoßleistungen“ bewirkt wird. Extrunet sieht „mit der Etablierung der Regelung“ bei Profilextrusionsanlagen „auch die Optimierung aus Extrusionsgeschwindigkeit und Profilgewicht vereinfacht, den Ausschuss vermindert und damit die gesamte Produktivität der Extrusionslinie gesteigert“. Auch Krauss Maffei Berstorff geht auf diese Trends ein und präzisiert die „Reduzierung des Materialverbrauchs“ bei der Rohrextrusion durch „Produktion innerhalb engster Toleranzen“ bei gleichzeitiger „Reduzierung der Ausschussraten“ bei „höchsten Ausstoßleistungen“ und „höchstmöglicher Automatisierung der Produktion“. Stillstandszeiten werden „besonders durch Quick-Switch-Systeme reduziert“. Bei der Profilextrusion erfolgt die „Steigerung der Ausstoßleistung über Co-Extruder-Kombinationen bei gleichzeitiger Ausstoßflexibilität und Prozesssicherheit“. Bei der Plattenextrusion mit NFC/WPC-Materialien werden „extrem hohe Standzeiten“ bei „minimalem Wartungsaufwand durch Panzerung der Bimetall-Basis der Schnecken“ erreicht.

Doppelschneckenextruder für effiziente Produktwechsel (Bildquelle: Leistritz)

Doppelschneckenextruder für effiziente Produktwechsel (Bildquelle: Leistritz)

Die Energieeffizienz steigt

Als Maßnahme zur Energieeffizienzsteigerung führt Extrunet „die Regelung der Kühlwasserströme“ an, was „zu einer starken Verringerung des Kühlwasserverbrauchs führt.“ Dies wird als „weiterer Schritt nach der Verringerung der Energieaufnahme durch den Einsatz geregelter Vakuumsströme“ gesehen. Hans Weber Maschinenfabrik verweist auf den „Einsatz von AC-Antrieben“, auf „Isolationsmanschetten im Bereich Beheizung“, „frequenzgeregelte Pumpen für die Kalibriertechnik“, „Wärmerückgewinnung“ und auf „Kühlstreckenoptimierung“. Als „Lösungen zur Verbesserung der Energiebilanz“ benennt Krauss Maffei Berstorff „wirtschaftliche Antriebskonzepte“ und „energiesparende beziehungsweise energierückgewinnende Anlagen“.