Hybride Spritzgießmaschine mit 6.500 kN Schließkraft, neuem Design und neuer Steuerung (Bildquelle: Arburg)

Hybride Spritzgießmaschine mit 6.500 kN Schließkraft, neuem Design und neuer Steuerung (Bildquelle: Arburg)

Auf der K 2016 zeigte das Unternehmen mit dem hybriden Allrounder 1120 H eine Weltpremiere und erweiterte das Schließkraftspektrum um 30 Prozent auf 6.500 kN. Inzwischen ist die neue Großmaschine erfolgreich bei Pilotanwendern im Einsatz und kann ab der Fakuma 2017 weltweit bestellt werden. Den nächsten Schritt in Richtung des neuen Designs und neuer Gestica-Steuerung macht der hybride Allrounder 920 H mit 5.000 kN Schließkraft. Neben Ästhetik und der modernen Farb- und Formgebung hat das Design noch mehr Funktionalität und eine deutlich verbesserte Ergonomie. Die Steuerung mit hochauflösendem Full-HD-Bildschirm sowie industrietauglicher Multi-Touch-Technik entspricht dem Look-and-feel smarter mobiler Endgeräte.

Während der Allrounder 920 H auf der Messe ein technisches Bauteil produziert, fertigt der Allrounder 1120 H im Rahmen einer Turnkey-Lösung in einer Zykluszeit von 60 s einen Klapptrittschemel. Die acht Einzelteile werden von einem linearen Robot-System Multilift V 40 gehandhabt und mit Hilfe eines Sechs-Achs-Roboters und Montagestation gebrauchsfertig zusammengesetzt.

Steigender Kosten-, Effizienz- und Termindruck, höhere Variantenvielfalt bei kleineren Fertigungsaufträgen und zunehmende Automatisierung führen zu immer komplexer werdenden Prozessen, die dennoch einfach beherrschbar und wirtschaftlich bleiben sollen. Bei dieser Thematik, die heute unter den Namen „Industrie 4.0“, „Digitale Transformation“ und „Smart Factory“ immer mehr Fahrt aufnimmt, sind Leitrechnersysteme wie das ALS sowie die Integration von IT-Lösungen in den Produktionsprozess gefragt. Wie sich Produktwünsche online in den laufenden Spritzgießprozess einbinden lassen, zeigt das Unternehmen am Beispiel elastischer Spannseile. In der industriellen Praxis ist eine solche flexible Fertigung in Losgröße 1 zum Beispiel in der Kabelkonfektionierung für die Automobilindustrie prädestiniert. Bei der Messeanwendung kann der Besucher zwischen verschieden langen Gummibändern in unterschiedlichen Farben sowie Endstücken in der Kombination Haken/Haken, Haken/Öse oder Öse/Öse wählen und seinen Auftrag direkt an einem Terminal erfassen lassen. Ein vertikaler Allrounder 375 V mit 4-fach-Werkzeug (je zwei Kavitäten für Öse und Haken) fertigt daraufhin die gewünschte Variante von Schuss zu Schuss flexibel. Dabei werden die zwei passenden Kavitäten und Heißkanal-Düsen über Schieber angesteuert. Die Handhabung der Einleger übernimmt ein Sechs-Achs-Roboter.

LSR/LSR-Uhren im Spritzgießtakt

Anspruchsvoll in der Herstellung und ein Maßstab dafür, was mit der Verarbeitung von Flüssigsilikonen heute machbar ist, sind LSR/LSR-Armbanduhren. Im Mittelpunkt der Turnkey-Anlage steht ein elektrischer Zwei-Komponenten-Allrounder 570 A. In 75 s Zykluszeit entstehen vollautomatisch zwei zweifarbige Armbänder aus den LSR-Materialien Silopren 2670 (Härte 70 Shore A) und 2620 (Härte 20 Shore A). Das 2+2-fach-Werkzeug stammt von Rico, das Dosiersystem von Reinhardt-Technik und die Temperierung von Regloplas. Ein lineares Robot-System Multilift V 15 übernimmt die anspruchsvolle Aufgabe der Handhabung der biegeschlaffen Teile. Die Montage der Uhrwerke zur Komplettierung der gebrauchsfertigen Armbanduhr erfolgt automatisch im Spritzgießtakt.

Vier IML-Becher in weniger als zwei Sekunden

Ein speziell für Dünnwandartikel ausgelegter Allrounder 570 H in Packaging-Ausführung zeigt eine schnelllaufende Anwendung für die Verpackungsindustrie. In einer Zykluszeit von weniger als zwei Sekunden produziert die Fertigungszelle vier IML-Becher aus PP. Das Werkzeug sowie die Automation zum Einlegen der IML-Labels, Entnahme und Stapelung der je 3,55 g wiegenden dekorierten Fertigteile stammen von Brink.

Ein Allrounder 370 E Golden Electric demonstriert am Beispiel von Hohlrädern für Getriebe, dass die leistungsstarken elektrischen Einstiegsmaschinen den Anforderungen nach einer präzisen und energieeffizienten Fertigung anspruchsvoller Spritzteile entsprechen. In einer Zykluszeit von rund 20 s werden vier je 8,5 g schwere Spritzteile aus mineralgefülltem PA6 produziert. Die Handhabung übernimmt ein lineares Robot-System Multilift Select.

Ein hydraulischer Zwei-Komponenten-Allrounder 470 S fertigt mit einem 1+1-fach-Werkzeug Blenden für das Pkw-Interieur. Auch dieses Exponat ist automatisiert, und zwar mit einem linearen Robot-System Multilift H. Damit zeigt das Unternehmen auf der Messe insgesamt sechs von acht Spritzgießmaschinen automatisiert beziehungsweise als Turnkey-Anlage.

Neuheiten in der industriellen additiven Fertigung

Mit zwei Freeformer-Exponaten zeigt der Maschinenbauer Neuheiten in der industriellen additiven Fertigung von funktionsfähigen Einzelteilen und Kleinserien aus qualifizierten Standardgranulaten. Dazu zählen die Verarbeitung von PP und das speziell dafür entwickelte wasserlösliche Stützmaterial Armat 12. Auf der Messe werden aus dem teilkristallinen Werkstoff Schraubkappen-Prototypen für die Verpackungsbranche hergestellt.

Da es sich beim Freeformer und dem Arburg-Kunststoff-Freiformen (AKF) um ein offenes System handelt, ist der Anwender unabhängig. Er kann damit auch eigene Originalmaterialien, wie sie zum Beispiel für das Spritzgießen eingesetzt werden, qualifizieren und Prozessparameter gezielt auf seine jeweilige Anwendung optimieren.

Fernwartung über sichere Datenverbindung

Im Servicebereich wird an einem hybriden Allrounder 370 H unter anderem das Fernwartungs-Tool des Unternehmens vorgestellt, das einen schnellen, effizienten und sicheren Online-Support ermöglicht. Für diesen „Smart Service“ ist die Allrounder-Spritzgießmaschine mit einem Servicerouter und integrierter Firewall ausgerüstet. Mit dem Online-Support lassen sich Störungen und Prozessabläufe effizient analysieren und optimieren.

Halle/Stand  A3/3101