Die Überwachungssoftware generiert Kennzahlen, die unmittelbar Rückschlüsse auf die zu erwartende Bauteilqualität zulassen. (Bildquelle: Engel)

Die Überwachungssoftware generiert Kennzahlen, die unmittelbar Rückschlüsse auf die zu erwartende Bauteilqualität zulassen. (Bildquelle: Engel)

Bei der Entwicklung der Überwachungssoftware nahm der Spritzgießmaschinenhersteller insbesondere das Füllen der Kavitäten unter die Lupe. Für die Schneckenbewegung in der geschwindigkeitsgeregelten Füllphase gibt der Maschinenbediener eine Startposition, ein Geschwindigkeitsprofil und einen Umschaltpunkt als Sollwerte an. Die Maschinensteuerung errechnet daraus eine Sollwertvorgabe, die der Einspritzregler dann bestmöglich erfüllt. Außer von der Geschwindigkeit hängt der resultierende Spritzdruckverlauf von der im Schneckenvorraum vorliegenden Schmelzemenge, der Fließfähigkeit des Materials und dem Fließwiderstand entlang von Düse, Heißkanal und Kavität ab. Aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren ist der Spritzdruckverlauf charakteristisch für die jeweilige Anwendung – und somit einzigartig. In der Praxis auftretende Schwankungen von einem oder mehreren Einflussfaktoren wirken sich nicht nur auf die Formteilqualität aus, sondern verändern auch die Druckkurve. Für jeden Schuss liefert die Überwachungssoftware drei Kennzahlen: das Einspritzvolumen, die Viskositätsänderung der Schmelze und die Übereinstimmung des Druckverlaufs mit der Referenzkurve. Das Einspritzvolumen ist die zentrale Kennzahl, da es direkt mit dem tatsächlichen Schussgewicht zusammenhängt. Es berücksichtigt, dass durch Unterschiede im Schließverhalten der Rückstromsperre mehr oder weniger Material in die Kavität gefördert wird. Der zweite Kennwert, die Viskositätsänderung, ist deshalb aussagekräftig, weil die Viskosität die Fließfähigkeit der Schmelze bestimmt und davon wiederum das Einspritzvolumen abhängt. Drittens gibt die Übereinstimmung des Druckverlaufs wertvolle Hinweise auf das Vorliegen weiterer Störfaktoren beim Einspritzen.

Halle A5, Stand 5204