Der Schweizer Manager Dr. Rudolf Wehrli ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des international tätigen Folienherstellers. (Bildquelle: RKW)

Der Schweizer Manager Dr. Rudolf Wehrli ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des international tätigen Folienherstellers. (Bildquelle: RKW)

Dr. Rudolf Wehrli gehört dem Aufsichtsrat der RKW-Gruppe bereits seit zehn Jahren an. Als Vorsitzender löst er Hansjakob Müller ab, der nach mehr als 14 Jahren den Aufsichtsrat aus Altersgründen verlässt. Als neues Mitglied des Gremiens rückt der Berliner Rechtsanwalt Andreas Lang, Enkel des Firmengründers Jakob Müller, nach.

In seiner neuen Position soll Wehrli den Vorstand der RKW-Gruppe bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie 2025 unterstützen. Der promovierte Philosoph und Theologie begann seine berufliche Laufbahn bei McKinsey & Company. Er leitete unter anderem Silent Gliss Germany, Hersteller von Vorhang- und Rollo-Systemen,  und war von 2000 bis 2006 CEO des Hochleistungskunstsfoff-Herstellers Gurit-Heberlein. Wehrli übt zahlreiche Mandate aus, unter anderem ist er seit 2012 Verwaltungsratspräsident des Chemiekonzerns Clariant.

Die RKW-Gruppe mit Hauptsitz in Frankenthal beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter an weltweit über 20 Standorten und verarbeitet jährlich 380.000 Tonnen Kunststoffe. Das Familienunternehmen ist nach eigener Auskunft Marktführer in den Bereichen Hygiene- und Agrarfolien, Folien für die Getränkeindustrie und Verpackungen für pulvrige Güter. Weiterhin liefert das Unternehmen Folien und Vliesstoffe für Medizinanwendungen, für die chemische und weiterverarbeitende Industrie sowie für den Bausektor. 2016 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 902 Mio. EUR. Anfang Juni hatte RKW angekündigt, das erst 2014 übernommene Werk Unseburg in Sachsen-Anhalt zu schließen. Die dort gefertigte Menge an Agrarfolien soll vom RKW-Standort Michelstadt übernommen werden. Das Werk in Sachsen-Anhalt mit 62 Mitarbeitern habe die notwendigen Fortschritte bezüglich Auslastung und Profitabilität nicht erreicht, hieß es zur Begründung. Eine Fortführung des Standorts widerspreche der Strategie der Gruppe, sich auf Kernprodukte und profitable Nischenprodukte zu fokussieren.