Hersteller von Thermoformmaschinen

Illig wächst und baut Netzwerk außerhalb Europas aus

24.05.2017 - Der Thermoformmaschinen-Hersteller Illig mit Sitz in Heilbronn hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2016 um 10 Prozent gesteigert. Auch die Aussichten für das laufende Jahr 2017 sind gut, wie Geschäftsführer Karl Schäuble anlässlich der Interpack in Düsseldorf sagte. Als Trends im Thermoformen nannte Schäuble den Ausbau der Automatisierung sowie eine zunehmend saubere Produktion durch weniger Staubentwicklung und geringere Öl- und Fetteinträge.

Karl Schäuble ist Geschäftsführer des Heilbronner Thermoformmaschinen-Herstellers. (Bildquelle: Illig)

Karl Schäuble ist Geschäftsführer des Heilbronner Thermoformmaschinen-Herstellers. (Bildquelle: Illig)

Die Interpack in Düsseldorf ist als internationale Leitmesse stets auch Barometer für die aktuelle Wirtschaftslage und die Stimmung in der Verpackungsbranche. Für Karl Schäuble, Geschäftsführer des Heilbronner Thermoformmaschinen-Herstellers Illig, ist dies ein wiederkehrender Anlass zur Rückschau und zum Ausblick in die Zukunft der Verpackungstechnik mit dem Schwerpunkt Thermoformen. „Wirtschaftlich haben wir die letzten drei Jahre sehr erfolgreich und auf hohem Niveau abschließen können. Das gilt für unser gesamtes Maschinenprogramm“, so Karl Schäuble rückblickend. „Dies gipfelt im hervorragenden und vielfältigen Auftragseingang im Geschäftsjahr 2016, dem höchsten in der 70-jährigen Firmengeschichte.“ Illig konnte den Umsatz gegenüber 2015 um gut zehn Prozent steigern, was deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.

Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass dieser Schwung weiter anhält. Die in den letzten zwei Jahren vorgestellten Neuentwicklungen haben gemäß Schäuble eine außergewöhnlich gute Resonanz bei den bestehenden Kunden gefunden, insbesondere die IML-T-Technologie. Illig geht davon aus, dass das IML-T-Thermoformen auf nahezu allen Märkten weiter nachgefragt wird. „Hierfür bieten wir eine Komplettlösung für Verpackungen mit höchsten Dekorationsansprüchen – alles aus einer Hand, alles Marke Illig“, so Schäuble. Ergänzend hierzu präsentierte der Heilbronner Thermoform-Spezialist auf der Interpack erstmals sein neues Geschäftsfeld Pactivity. 360° – maßgeschneiderte Verpackungsentwicklung im Thermoformen, von der Verpackungsidee zur Verpackung bis zum Produktionssystem.

Starker Absatz außerhalb Europas

Illig konnte seinen Absatz in den außereuropäischen Märkten weiter ausbauen. Aktuell werden mehr als 60 Prozent aller Maschinen und Anlagen in Länder außerhalb von Europa geliefert. Kunden in Asien, dem arabischen Raum sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika setzen die Technologie ein, um den in ihren Ländern steigenden Anforderungen an die Verpackungen gerecht werden zu können. „Die Qualitäts- und Hygieneanforderungen bei Verpackungen steigen in nahezu allen Regionen ständig. Wirtschaftlich realisieren lässt sich dies nur mit gleichbleibender, reproduzierbar hoher Produktqualität bei zugleich hoher Produktivität“, erklärt Schäuble. Das Unternehmen verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Verpackungsmaschinen und Form-, Füll- und Schließmaschinen. Im Rahmen eines Großauftrags hat Illig zum Beispiel neun Thermoform- und Verpackungssysteme in den Iran geliefert, wobei die Thermoformmaschinen mit neuester IML-T Technik sowie der aktuelle Generation des IC-Bedienkonzepts ausgerüstet sind. Die Verpackungssysteme werden als Ultra-Clean und aseptisch arbeitende Abfüllmaschinen inklusive End-of-Line Equipment ausgeliefert.

Netzwerk wird ausgebaut

„Aufgrund der positiven Entwicklung in den außereuropäischen Märkten haben wir eine weitere Verkaufsniederlassung in Brasilien installiert und auf der letztjährigen K-Messe einen Vertrag zum Aufbau eines Kundenzentrums für Thermoformmaschinen und Thermoformwerkzeuge mit Vertretern der chinesischen Provinzregierung „Administrative Committee of Zhejiang Haining Economic Development Zone“ unterzeichnet“, erläutert Schäuble. Der Industriepark in Haining hat zum Ziel, Unternehmen der kunststoffverarbeitenden und -zuliefernden Industrie anzusiedeln. Das Unternehmen wird von Haining aus Kunden in China im Umgang mit der Thermoformtechnik schulen und Vor-Ort-Serviceleistungen anbieten. Der Ende 2015 gegründete Produktionsstandort in Indien läuft inzwischen rund und produziert Thermoformanlagen für die lokalen Märkte. Deutliche Investitionsschwäche zeigen weiterhin insbesondere die südeuropäischen Länder, da deren Wirtschaft nur sehr verhalten wächst. Ähnliches gilt laut Schäuble auch noch für die osteuropäischen Märkte.

Zukunft des Thermoformens

Mit Blick auf die Zukunft des Thermoformens sieht Illig in den kommenden Jahren Entwicklungsschwerpunkte bei dem Ausbau der Automatisierung und dem „sauberen“ Produzieren. „Wir gehen davon aus, dass auch bei großen Losgrößen und ausgeprägter Automatisierung die Steigerung der Qualitätszeit bei Illig-Linien von großer Bedeutung ist. Dies wird sich auch daraus ergeben, dass wir die Geschwindigkeiten im Thermoform- und Stanzprozess weiter steigern werden, da sich die Qualität und Reproduzierbarkeit der Formteile dadurch weiter verbessern lässt. Wir sind überzeugt, dass wir durch Optimierungen bei den sogenannten geplanten Stillstandzeiten die produktive Laufzeit von Thermoformanlagen beträchtlich steigern können“, erklärt Schäuble. Das Unternehmen trägt auch der Tendenz Rechnung, dass die Losgrößen für Packmittel in vielen Bereichen kleiner werden, was kürzere Rüstzeiten verlangt. Nicht unwesentlich sind heute Reinigungsintervalle um den steigenden Hygieneanforderungen Rechnung zu tragen. Hier entwickelt das Heilbronner Unternehmen Lösungen, damit die Staubentwicklung beim Transport der Folie in der Maschine oder beim Stanzen sowie der Fett- und Öleintrag vermindert wird.

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