Die Konzernzentrale von Evonik in Essen (Bildquelle: Evonik)

Die Konzernzentrale von Evonik in Essen (Bildquelle: Evonik)

Eonik, Essen, hat den Umsatz in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2017 um 19 Prozent auf 3,68 Mrd. EUR erhöht. Das starke Wachstum beruht vor allem auf einer höheren Nachfrage, durch die sich die verkauften Mengen erhöhten, und der erstmaligen Einbeziehung des Spezialadditivgeschäfts von Air Products.

„Der erfolgreiche Start in das Jahr zeigt, dass wir mit unserer Wachstumsstrategie auf dem richtigen Weg sind“, sagte Noch-Vorstandschef Klaus Engel. Er verlässt das Unternehmen Ende Mai 2017. „Die Verbindung aus organischem Wachstum und strategischen Akquisitionen hat unser Unternehmen gestärkt. Wir sind auf einem guten Weg, weniger anfällig für Konjunkturzyklen und ausgeglichener in unserem Portfolio zu sein. Die Nachfrage nach unseren Spezialchemikalien wie Kieselsäuren, Beschichtungs-Additiven und Produkten für den Pharmabereich hat unser Quartalsergebnis angeschoben.“

Kunststoffe stützen Betriebsergebnis

Das bereinigte EBITDA legte im ersten Quartal um 8 Prozent auf 612 Mio. EUR zu, vor allem durch bessere Ergebnisse in den Segmenten Resource Efficiency und Performance Materials. Die Erträge im Segment Nutrition & Care lagen deutlich unter denen des Vorjahreszeitraums, hauptsächlich infolge niedrigerer Preise für Produkte zur Tierernährung.

Das bereinigte Konzernergebnis blieb mit 260 Mio. EUR etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals, ebenso das bereinigte Ergebnis pro Aktie mit 0,56 EUR. Das Konzernergebnis lag mit 160 Mio. EUR rund 80 Mio EUR unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Spezialadditivgeschäfts von Air Products.

Die Integration dieser zum Jahresbeginn übernommenen Einheiten verläuft erfolgreich und reibungslos. Die erwarteten Synergien von etwa 70 Mio. EUR können wie geplant bis zum Jahr 2020 erreicht werden. Auch die Übernahme des Silica-Geschäftes des US-Unternehmens J.M. Huber ist auf einem guten Weg. Evonik geht davon aus, den Kauf in der zweiten Jahreshälfte abzuschließen.

Die Nettofinanzschulden des Konzerns lagen Ende des ersten Quartals bei 2,3 Mrd. EUR, nachdem der Kaufpreis für das Spezialadditivgeschäft von Air Products beglichen worden war. „Evonik hat auch nach der größten Übernahme seiner Firmengeschichte eine solide Finanzlage“, sagte Finanzvorstand Ute Wolf. „Wir bewegen uns weiter im Bereich eines soliden Investmentgrade-Ratings.“

Umsatz soll 2017 stark steigen

Evonik bekräftigt seine Prognose aus dem März, im Gesamtjahr 2017 sowohl den Umsatz als auch den operativen Gewinn zu erhöhen. Für das bereinigte EBITDA wird ein Ergebniswachstum auf 2,2 bis 2,4 Mrd. EUR erwartet (Vorjahr: 2,165 Mrd. EUR). Die Wachstumssegmente Nutrition & Care sowie Resource Efficiency sollen besonders von der Integration des Air-Products-Geschäfts profitieren, erwartet Evonik.

Entwicklung in den Segmenten: Umsatz und Gewinn mit Kunststoff-(Vorprodukten) steigen massiv

Performance Materials: Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 972 mio EUR. Das bereinigte EBITDA hat sich mit 159 Mio. EUR sogar mehr als verdoppelt. Die gute Nachfrage unter anderem aus der Automobil- und der Bauindustrie sowie eine angespannte Versorgungssituation im Markt vor allem bei Butadien und MMA (Methylmethacrylat) ließen Absatzmengen und Preise steigen.

Resource Efficiency: Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 1,39 Mrd. EUR. Das bereinigte Ergebnis um 21 Prozent auf 310 Mio. EUR. Die hohe Nachfrage nach Silica aus der Reifenindustrie, nach Hochleistungs-Polymeren unter anderem für den 3D-Druck, und nach Beschichtungs-Additiven für die Automobilindustrie schob den Absatz an.

Nutrition & Care: Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 1,12 Mrd. EUR. Hierzu trugen die erstmalige Einbeziehung des übernommenen Geschäfts von Air Products sowie ein spürbares Mengenwachstum bei. Gegenläufig wirkten erneut die deutlich unter Vorjahr liegenden Verkaufspreise. Das bereinigte EBITDA ging in diesem Segment um 35 Prozent auf 189 Mio. EUR zurück.